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08.08.2011

KRAFTKLUB - Biografie 2011

Album
„Mit K”
VÖ.: 20.01.2012

Single
„Ich will nicht nach Berlin”
VÖ.: 16.09.2011

 

In den A&R-Abteilungen der großen Plattenfirmen, bei denen KRAFTKLUB nicht unter Vertrag sind, wird kollektiv in die Tischplatten gebissen. Die anderen deutschen Bands, die nicht KRAFTKLUB sind, beginnen plötzlich Bausparverträge abzuschließen oder ihre Schäfchen anderweitig ins Trockene zu bringen. Das Gemunkel auf der Straße wird immer lauter. KRAFTKLUB seien das nächste große Ding, heißt es da.

Diese Gerüchte stimmen und wir haben hier die Gründe dafür:

 

Erstens: KRAFTKLUB kommen aus dem Osten. Aus Chemnitz, genauer gesagt. Oder wie Felix, Karl, Till, Steffen und Max noch immer sagen: aus Karl-Marx-Stadt. Sie sind Produkte der sich dahin schleppenden Vergangenheitsbewältigung, eher schlecht als recht vom Soli-Zuschlag aufgepäppelt und wegen mangelnder Zukunftsperspektive in die Rockstarkarriere getrieben. Dieses Loser-Image wissen sie Gewinn bringend einzusetzen. Es ist fast wie mit den armen Tieren im Zoo, man möchte ihnen permanent über die traurigen Köpfe streicheln.

 

Zweitens: Somit sind KRAFTKLUB das Sprachrohr einer ganzen Generation. Denn man muss sich nur mal umgucken. Nicht nur der Osten, nein, das ganze Land ist voll von Verlierern, die Sinnsuche, Mittellosigkeit und hedonistische Entgleisung in Lebensentwürfe übersetzen. Diese Band zeichnet Generationenportraits zwischen historischer Dekontextualisierung und Analfixierung, zwischen Über-Ironisierung und schonungslosem Realismus. Ihnen ist mit „Zu jung“ die Energie sprühendste Hymne an Lethargie und Vergeblichkeit aller Zeiten gelungen, und sie sprechen damit sämtlichen Zuspätgeborenen und Zujunggebliebenen aus den müden Herzen. Alle Drogen wurden bereits genommen, alle Fernseher bereits aus den Hotelfenstern geschmissen. Die heutigen riesigen Flatscreens passen ja nicht mal mehr durch ein handelsübliches Fenster. Hat darüber schon mal jemand nachgedacht? KRAFTKLUB konfrontieren sich tagtäglich mit den Kalamitäten unserer Zeit.

 

Drittens: KRAFTKLUB sind Meister der Verschleierung. Sämtliche biografische Eckdaten dieser Band bieten Grundlage für Spekulationen. Sicher scheint zu sein, dass die Bandgründung am 01. Januar 2010 erfolgte, so viel scheint sicher. Doch ungewiss ist, ob die spontane Gründung daran lag, um im Proberaum vor der Neujahrsansprache der Bundeskanzlerin sicher zu sein oder weil da einfach noch der Restalkohol von Silvester in den Köpfen spukte.

Die KRAFTKLUB-Vita ist neben solch schwer zu vertuschenden Eckdaten, wie dem Gewinn des New Music Awards 2010 und der Tour-Unterstützung für Casper, Fettes Brot und die Beatsteaks ein einziges Mysterium. Ein gefundenes Fressen für die Presse!

 

Viertens: KRAFTKLUB sehen verdammt gut aus. Sie wirken in ihren Collegejacken ein bisschen wie zwangsvermehrte The Hives, die bei Public Enemy die Codes of Cool studierten. Auf ihren Style angesprochen, kontern sie, lässig die Asche einer Kippe abklopfend, sie wollen einfach nur besser aussehen als ihre Fans. Ohne eine Prise Arroganz ist man bekanntermaßen im Game nicht überlebensfähig.

 

Fünftens: Trotz der unverschämt treffsicheren Außenwirkung regiert bei KRAFTKLUB niemals Style over Substance. Sie vereinen resignative Amokbereitschaft mit urbanem Dandytum und schlagen damit ideengeschichtlich ein ganz neues Kapitel auf. Ja, sie haben sogar schon Philip Roth gelesen und sind damit das Feuilletonfutter von morgen. Heute sind sie das, wovon die Popkultur dieses Landes immer geträumt hat.

 

Sechstens: Der Oasis-Effekt. Rapper Felix und Bassist Till sind Brüder. Auch wenn sie bislang nach außen hin einen recht harmonischen Eindruck machen, sind kreative Reibereien, Streit wegen Mädchen und Prügeleien mit Paparazzi bei den beiden bereits vorprogrammiert. Wir sehen schon jetzt die Schlagzeilen der Boulevardpresse vor uns.

 

Siebtens: KRAFTKLUB sind unermüdliche Arbeitstiere. Kaum eine andere Band hat sich innerhalb des letzten Jahres dermaßen brutal den Arsch abgetourt, um aber bei jedem einzelnen der absolvierten Konzerte die Frische einer gerade erblühten Krokus-Familie zu versprühen. Sie haben es im Jahr 2011 geschafft, mehr Festivals zu spielen als man auf ein Bassdrumfell schreiben kann. Daher im Übrigen auch die Redensart „Das geht auf keine Kuhhaut.“

 

Achtens: Dieses Album hier.

 

KRAFTKLUB live:

Festivals:

12.08.2011 Eschwege, Open Flair
13.08.2011 Oberhausen, Olgas Rock Festival
19.08.2011 Köln, Cityfest
20.08.2011 Fischbachtal, Nonstock Festival
26.08.2011 Trier, Landstreicher Festival
27.08.2011 Chemnitz, Stadtfest
03.09.2011 Berlin, Deutschpoeten @ IFA Sommergarten
24.09.2011 Hamburg, Reeperbahn Festival

 

Tourdaten:

"Autobahn zur Hölle" Tour 2011
…präsentiert von Tape.tv, unclesally*s

04.11.2011 Lübeck, Riders Cafe
05.11.2011 Rostock, Mau Club
08.11.2011 Würzburg, Cairo
09.11.2011 Hannover, Musikzentrum
10.11.2011 Münster, Skaters Palace
11.11.2011 Gießen, Muk
12.11.2011 Weißwasser, AJZ Garage
16.11.2011 Wiesbaden, Räucherkammer
17.11.2011 Trier, Exhaus
18.11.2011 Köln, Underground
19.11.2011 Leipzig, Werk 2 (Halle D)
23.11.2011 Augsburg, Kantine
24.11.2011 Weinheim, Cafe Central
25.11.2011 Reutlingen, Franz K
26.11.2011 Lindau, Club Vaudeville
30.11.2011 München, 59:1
01.12.2011 Bayreuth, Glashaus
02.12.2011 A-Steyr, Röda
03.12.2011 A-Lustenau, Carini Saal
04.12.2011 A-Wien, B72
05.12.2011 A-Innsbruck, Weekender
07.12.2011 A-Salzburg, Rockhousebar
10.12.2011 CH-Basel, Kaserne
12.12.2011 Stuttgart, Röhre
13.12.2011 Koblenz, Circus Maximus
14.12.2011 Frankfurt am Main, Nachtleben
15.12.2011 Kassel, K19
17.12.2011 Bischofswerda, East-Club
20.12.2011 Kiel, Pumpe
22.12.2011 Erfurt, Centrum
23.12.2011 Dresden, Scheune
27.12.2011 Chemnitz, AJZ Talschock


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