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Biografie

22.10.2013

Biografie 2013

LALEH

Some Die Young

"I will tell your story if you die / I will tell you a story and keep you alive." 

Die bemerkenswerte Reise von Laleh (La-ley ausgesprochen) Pourkarim zu skandinavischem Pop-Star-Ruhm begann in der nord-iranischen Grenzstadt

Bandar-e Anzali, wo sie zur Welt kam. Ein Jahr später floh die Familie, zunächst nach Aserbaidschan, dann nach Minsk in Russland. Mit neun erreichte Laleh schließlich ein Flüchtlings-Camp in Tidaholm, Schweden. Ihre Musik spiegelt diesen Flüchtlings-Hintergrund wider. Laleh zieht ihre Songs aus eigenen Erfahrungen. Sie schafft mit ihnen Ordnung im Chaos, Hoffnung in der Verzweiflung und entreißt schließlich dem Tod das Leben.

Some Die Young führte in Skandinavien flächendeckend die Charts an: Acht Wochen hintereinander stand der Song in Norwegen auf Platz 1, wo er nach den beiden terroristischen Anschlägen des Sommers 2011, die 77 Menschenleben forderten, zur heilenden Hymne geworden war, resultierend in 14-fachem Platin-Status in Norwegen, neben Doppel-Platin in Schweden. Viermal wurde "Some Die Young" für Schwedens wichtigsten Musikpreis, den Grammis, nominiert, in den Kategorien Song of the Year, Composer of the Year, Pop Artist of the Year und Lyricist of the Year.

"Ich hatte den Song-Titel schon eine Weile im Kopf, bevor ich den richtigen Song  dazu schrieb", kommentiert Laleh den Smasher aus ihrem vierten Studio-Album Sjung (Sing), das in Schweden einen digitalen Rekord aufstellte, indem es zehn Songs in den iTunes-Top-60 platzierte (neun in den Top-40, einmal gleichzeitig Song 1, 2, 3, 4 und 6). "{Die Songs des Albums} mussten erhebend sein. Kennst du das Gefühl, wenn du unter Wasser bist und auftauchst, um wieder Luft zu bekommen? Das war die Art Verzweiflung, die ich festhalten wollte. Deswegen mögen die Lyrics traurig sein, aber die Drums und die Energie halten dich vom Untergehen ab."

Lalehs entwurzelte Kindheit brachte sie sehr früh dazu, einen Zufluchtsort in der Musik zu suchen. Mit sechs schrieb sie Gedichte und Songs, mit 13 lernte sie Gitarre und Piano, brachte sich dann selbst Perkussion und Saxofon bei, als frühe Favoriten gibt sie John Coltrane, Leonard Cohen, Billie Holiday, Cat Stevens, Prince, Stevie Wonder und ihre schwedischen Landsleute ABBA an. Noch als Teenager trat sie innerhalb Schwedens auf und erspielte sich eine Fan-Base, bevor sie das Interesse einiger lokaler Platten-Labels weckte, das in einen Bieterwettstreit überging.

Mit ihrem Vorschuss von Warner Sweden richtete Laleh sich ihr eigenes Studio ein, nahm sich drei Jahre für ihr 2005 erschienenes titelloses Debütalbum, auf dem sie alle Songs selbst schrieb und einsang, alle Instrumente einspielte, die Produktion und Aufnahme im Studio im Alleingang absolvierte. Das Album mit der Hit-Single Live Tomorrow brachte es auf sieben Grammis-Nominierungen und gewann dreimal, in den Kategorien Artist of the Year, New Artist of the Year und Producer of the Year.

"Heutzutage bekommst du nicht mehr den Luxus, beim Arbeiten noch zu lernen", beschreibt Laleh die Erfahrung des ersten Albums. "Ich wusste immer, dass ich das alleine mache. Das Beste für mich ist, im Studio kreativ zu sein. Es macht wirklich Spaß, wenn man in der Lage ist, genau das zu produzieren, was man im Geiste hört. Diese Macht zu haben ist fantastisch."

Mit Prinsessor (2006), Me and Simon (2009) and Sjung (2012) sind drei weitere Alben gefolgt, alle vorwiegend aus englischen Songs bestehend, mit drei, vier auf Schwedisch. Laleh ist ausgiebig durch die meisten der großen schwedischen Konzerthallen getourt. Im Dezember 2012 führte sie (in einem Kleid mit bemerkenswert über die Bühne drapierter Schleppe) Some Die Young mit einem Symphonie-Orchester bei der Verleihung der Nobel-Preise in Oslo auf. Laleh arbeitet gerade an neuen Songs für ihr erstes (via Island Def Jam) in den USA erscheinendes Album.

"Ich habe sechs Jahre damit gewartet, nach Amerika zu gehen, weil ich mich noch nicht bereit dazu fühlte", sagt sie. "Ich entwickle mich ja immer noch als Künstlerin, Song-Schreiberin und Produzentin. Auf jedem Album werde ich besser, schreite voran und wachse. Ich nehme mir normalerweise immer Zeit. Ich mag es nicht, mich zu stressen, und die Leute, die mit mir arbeiten, müssen meine Vision erkennen. Ich bin eine Frau des 21. Jahrhunderts. Ich mag es, über mein Leben selbst zu entscheiden. Ich will mit Leuten arbeiten, die mich verstehen."

"One day I'll be myself" –  Elephant

Angesichts ihres Hintergrunds versteht man die Glaubenssätze in Lalehs Songs: Trotz aller Not wenden sich die Dinge bei ihr zum Besten. Ihr Song Elephant erzählt die Geschichte von Sträflingen in der Wüste, die hören, wie "Kinder mit den Wachmännern spielen", während sie davon träumen "wie Elefanten aus dem Schlamm" aufzusteigen, um zu sehen wie "die Stadt wiedergeboren wird".

"Es wäre falsch, darüber hinwegzusehen, dass ich einmal ein Flüchtlingskind war", sagt Laleh, die mit 12 ihren Vater verlor, der beim Versuch, jemand zu retten, vor ihren Augen ertrank. "Von Land zu Land zu ziehen, hat mich beeinflusst. Ich werde immer eine Stimme für die Besitzlosen sein, was ich mir nicht ausgesucht habe, es ist einfach nur, wie ich bin, ein Teil von mir. Darum liebe ich so sehr die Musik. Aus Nichts, Stille, Leere kann ich dort meine eigene Welt erschaffen, wo ich prophezeien kann, was passiert, die Dinge zum Guten wenden kann. Deswegen will ich auch niemand in meinem Weg haben. Ich sehne mich einfach nach dieser totalen Freiheit, die ich in meinen Songs bekomme, wo ich den Pinsel in die Hand bekomme, die Farben aussuchen kann und das Bild male. Das Studio ist wie ein Spielplatz für mich, wo ich eine Weile frei sein kann, wo die Realität und Fakten nicht zählen, wo ich entscheiden kann, ob ich mich der Schwerkraft unterwerfe oder sie ignoriere. Auch wenn meine Songs düster sein können, hilft es mir, über diese Dinge zu schreiben, es macht mich glücklich." 

Und nun kann die Welt über Skandinaviens Grenzen hinaus dieses bemerkenswerte Singer-Songschreiber-Talent für sich entdecken.

"Ich werde nicht meine Integrität verlieren", insistiert Laleh. "Ich werde bleiben, wer ich bin. Ich werde nicht hinter mir lassen, was mich ausmacht. Es wird sicher eine lustige Reise werden. Wenn das meine Bestimmung ist, werde ich mich nicht dagegenstellen. Das Leben wird mich dorthin führen, wo ich sein soll. Some Die Young zwingt mich quasi dazu, ihm durch die Welt nachzufolgen. Die Anfragen zeigen mir, dass jetzt die richtige Zeit ist. Ich gehe dahin, wo das Publikum mich empfängt." 

"Am Ende zählen die Songs. Der Rest besteht aus Details." 

Some Die Young von Laleh ist dafür ein perfektes Beispiel.