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04.10.2012

Maestro trifft Wunderkind – Lang Lang spielt Chopin

Die Neue Züricher Zeitung schwärmte vom „intensiven, klangschönen Legatospiel“ und bescheinigte Lang Langs Chopin-Interpretationen einen „positiven Gesamteindruck“. Kein Wunder, wenn ein Meister der Vergangenheit auf einen der Gegenwart trifft.

Lang Lang, Maestro trifft Wunderkind © Olaf Heine / DG

Frédéric Chopin war gerade einmal 20 Jahre alt, als er 1830 seine beiden Klavierkonzerte schrieb. Er galt als Wunderkind, hatte mit acht sein erstes Konzert gespielt, als Teenager bereits umfangreiche Konzerttourneen absolviert und das europäische Publikum mit seiner Mischung aus Jugend und Leidenschaft begeistert. Er war ein Virtuose und entwickelte sich in rasantem Tempo zum Komponisten mit markantem Individualstil. Den schüchternen Klavierminiaturen folgten bald mächtigere Klanggebilde, die schließlich in den beiden frühen Konzerten gipfelten. Allerdings blieb Chopin im Kern ein Solist und Interpret ohne die sinfonische Hingabe an komplexe Streicherpassagen, die manchen seiner romantischen Kollegen umtrieb.

Die Tücken der Chopin-Konzerte

So lässt sich erklären, dass Chopins Klavierkonzerte eine Art Fortführung der Einzeldarbietung mit den Mitteln des großen Ensembles blieben. Das wiederum stellt jedoch hohe Ansprüche an die Aufführung. Denn der Solist steht von der Partitur her im Mittelpunkt, darf aber das Orchester nicht dominieren, damit die Balance des musikalischen Ausdrucks nicht gefährdet ist. Es spricht für Lang Lang und dessen umfassendes künstlerisches Verständnis, dass er solche Fallgruben der Gestaltung längst hinter sich gelassen hat. Schließlich erschien er selbst vor einem guten Jahrzehnt verblüffend jung auf der Szene der Klassikwelt und schaffte es seitdem, sich seinen Platz der Spitze der Riege der Klavierkünstler zu sichern.

Solomusik als Rahmen

Frédéric Chopins zweitem Klavierkonzert nun hat sich Lang Lang zusammen mit einem der weltbesten Orchester und einem famosen Maestro am Pult gewidmet. Die Aufnahme entstand zusammen mit den Wiener Philharmoniker unter der Leitung von Zubin Mehta und die Kombination erwies sich als klug gewählt. Denn unterstützt von derart erfahrenen Kollegen war es für den Pianisten eine Freude, die Feinheit des Anschlags, der Phrasierung und Brillanz herauszuarbeiten, die dem Konzert die angemessenen Präsenz verleihen.

Als Ergänzung zu diesem Meisterstück hat er außerdem die mächtige dritte Klaviersonate, die quasi als Kontrapunkt ein ganzes Orchester am Klavier darstellt, und die E-Dur-Etüde op.10/3 als verhalteneren Ausklang gewählt. Lang Langs Chopin-Programm wird auf diese Weise zum einem Komponisten-Portrait en miniature. Denn es führt vom großen Pathos bis zur pointierten Kleinform, von der Opulenz bis zur Nachdenklichkeit des Künstlers, der mit sich allein die Geheimnisse der Emotionalität, der Persönlichkeit am Klavier erkundet.


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