Aktuelles Album

News

10.05.2011

Vier Asse trumpfen auf - “Live At Birdland” von Lee Konitz, Paul Motian, Charlie Haden und Brad Mehldau

Ein Gipfeltreffen zwischen drei alten und einem jüngeren Meister in einem der legendärsten Jazzclubs der Welt: Auf “Live At Birdland” interpretieren sie ein halbes Dutzend Jazzklassiker.

Lee Konitz, Vier Asse trumpfen auf - Live At Birdland von Lee Konitz, Paul Motian, Charlie Haden und Brad Mehldau © John Rogers / ECM

Für den heute 83-jährigen Lee Konitz ist das Birdland eine Art zweites Wohnzimmer. Als der Club 1949 am Broadway unter der Hausnummer 1678 in Uptown Manhattan die Türen öffnete, mauserte sich der Altsaxophonist dort bald zu einer der regelmäßigen Attraktionen. Bis das nach dem Spitznamen von Charlie “Bird” Parker benannte Etablissement 1965 schließen musste, trat Konitz dort unzählige Male auf. Und als das Birdland 1986 unter neuer Adresse Wiederauferstehung feierte, wurde er sofort wieder zu einem der Stammgäste. So wie auch nach einem weiteren Umzug nach Midtown Manhattan.

Kein Wunder also, dass der Veteran gerade diesen Club als Bühne auserwählte, als er im Dezember 2009 mit einem All-Star-Quartett für ECM ein neues Live-Album einspielen konnte: Auf “Live At Birdland” befindet sich Konitz in der illustren Gesellschaft von Schlagzeuger Paul Motian, Bassist Charlie Haden und Pianist Brad Mehldau. Das Quartett spielt zwar ein reines Standards-Programm, profitiert aber vom immensen Erfahrungsschatz und der ungebrochenen Innovationslust seiner Protagonisten.

Während die meisten Musiker ab einem gewissen Alter konservativer werden und auf Nummer sicher gehen, verlief die Entwicklung bei Lee Konitz erstaunlicherweise in die entgegengesetzte Richtung. Er begann als Swingmusiker, etablierte sich dann mit Bebop und Cool-Jazz, bevor er die Jazzwelt dadurch überraschte, dass er mit zunehmendem Alter immer experimentierfreudiger wurde. In Paul Motian, Charlie Haden und Brad Mehldau fand er nun kongeniale Partner. Motian und Haden, mittlerweile 79 respektive 73 Jahre alt, waren Pioniere des freien, improvisierten Spiels und zählen immer noch zur innovativen Speerspitze des Jazz. Der erst 40-jährigen Brad Mehldau wiederum gilt als einer der aufregendsten und vielseitigsten Pianisten der jüngeren Generation. Gemeinsam hauchen sie hier den Klassikern “Lover Man”, “Lullaby Of Birdland”, “Solar”, “I Fall In Love Too Easily”, “You Stepped Out Of A Dream” und “Oleo” frisches Leben ein und lassen sie klingen, als wären sie gerade erst von ihnen selbst kreiert worden.


KOMMENTARE

Kommentar speichern