Backstage
Lil Wayne, Lil Wayne BACKSTAGE EXCLUSIV

Facebook

Biografie

23.04.2008

Lil Wayne Bio April/2008

Während in den Südstaaten pausenlos darüber debattiert wird, wer sich denn nun als "King of the South" bezeichnen darf, ist Lil Wayne das ehrlich gesagt ziemlich egal: Mit der Karriere des Rap-Superstars, der zudem ein aufstrebender Geschäftsmann und Student der Psychologie (an der Universität von Houston) ist, geht es seit einigen Jahren dermaßen steil bergauf, dass ihn derartige Debatten schon längst nicht mehr interessieren. „Ich bin jetzt schon so lange im Rap-Geschäft“, setzt er an, „dass ich mich im Grunde genommen gar nicht mehr beweisen muss. Dazu kommt, dass ich schon aus dem Grund keine großen Reden schwingen muss, weil man in meinen Songs raushören kann, wo ich als Musiker gerade stehe. In den neuen Stücken erkennt man, wie sehr ich mich in den letzten Jahren weiterentwickelt habe.“

In der Tat: "Tha Carter III", das mit Spannung erwartete sechste Soloalbum von Dwayne Michael Carter, so Lil Wayne bürgerlich, ist nicht nur ein neues Südstaaten-Meisterwerk, sondern auch der triumphale Abschluss der "Tha Carter"-Trilogie, die der Rapper aus dem Young Money/Cash Money-Lager 2004 begonnen hat. Wieder einmal steckt „Weezy“ sämtliche Widersacher in die Tasche. Da können die anderen so viel debattieren, wie sie wollen.

Es handelt sich bei "Tha Carter III" um sein erstes Soloalbum seit dem zweiten Teil aus dem Jahr 2005. Bereits die erste Singleauskopplung "Lollipop" (featuring Static) macht deutlich, dass sich Wayne mit dem finalen Teil auf das nächste Level begibt: Der von Jim Jonsin (u.a. T.I., T-Pain, Twista) und Darius "Deezle" Harrison (Teena Marie, Destiny’s Child) produzierte Track läuft im US-amerikanischen Radio bereits seit Wochen auf Hochtouren. „Wahnsinnig viele Leute warten auf das neue Album, was mich jedoch dazu veranlasst hat, mir noch mehr Zeit zu lassen und so lange an den Tracks zu arbeiten, bis auch das letzte Detail perfekt war. Ich wollte ein Album aufnehmen, das man so schnell nicht vergisst.“

Während die US-Zeitschriften XXL, Vibe, The Source und Complex die kommende LP bereits im Vorfeld zur wichtigsten Veröffentlichung des Jahres 2008 erklärten, wurde der 25-Jährige kürzlich vom GQ Magazine zum „Man of the Year“ gewählt, und die Blender-Redaktion ging sogar so weit, ihn als „Best Rock Star Alive“ zu bezeichnen! Wiederholt für Grammy Awards nominiert, mit BET Awards und bei den VMAs ausgezeichnet, ist nur seine Besucherstatistik bei MySpace noch beeindruckender: Mit fast 90 Millionen Profilaufrufen dürfte der angesagteste Künstler auf MySpace in Kürze im 9-stelligen Bereich landen!

Lil Wayne kam 1982 im berüchtigten Armutsviertel "17th Ward", einem Teil von Hollygrove in New Orleans, zur Welt. Schon als kleiner Junge hörte er pausenlos den Sound von Cash-Money-Rappern wie Pimp Daddy oder U.N.L.V. Ein paar Jahre später traf Wayne dann die beiden CEOs von Cash Money, Ronald "Slim" und Bryan "Baby" Williams (der als Birdman dieser Tage sein drittes Soloalbum vorlegt), die ihn unter ihre Fittiche nahmen. Lil Wayne war gerade erst 12 Jahre alt, als er 1995 auf "True Story", einer LP von B.G., seine Debüt-Performance gab. Seither ist er nicht zu stoppen.

Zwei Jahre darauf gründete das Rap-Wunderkind gemeinsam mit Juvenile, Young Turk und B.G. die Rap-Combo Hot Boys, um das bahnbrechende Album "Get It How U Live" zu veröffentlichen, das auch außerhalb der Südstaaten wie eine Bombe einschlug. Mit "Guerilla Warfare" (1998) und "Let `Em Burn" (2003) konnten die Hot Boys ihrem Namen erneut alle Ehre machen; zudem wurden sie im Jahr 2000 mit einem „Source Award“ in der Kategorie "Group of the Year" ausgezeichnet.

1999 startete der gerade mal 16-jährige Wayne dann seine Solokarriere: „Tha Block Is Hot“ lautete der Titel seines Solodebüts, das ihm neben Platinverkäufen und dem ersten Platz in den Billboard-Charts noch im selben Jahr eine Nominierung als „Best New Artist“ bei den „Source Awards“ bescherte. Schon ein Jahr später hieß es „Lights Out“, gefolgt von den Alben „500 Degreez“ (2002) und schließlich „Tha Carter“ aus dem Jahr 2004, das zugleich die erste LP in der Trilogie war, die Wayne dieser Tage eindrucksvoll zu Ende bringt. Während bereits die ersten drei Alben gezeigt hatten, dass in ihm ein ganz großes Südstaaten-Talent schlummerte, markierte „Tha Carter“ den Beginn einer neuen Ära: Ab jetzt war Lil Wayne einer der ganz großen Player im HipHop-Geschäft.

„Tha Carter II“ aus dem Jahr 2005, das von der New York Times als „historische Veröffentlichung“ gefeiert wurde, stieg bereits in der ersten Verkaufswoche auf dem zweiten Platz in die US-Albumcharts ein. Es folgte das mit Birdman aufgenommene Album „Like Father, Like Son“ (2006) sowie Kollaborationen mit ca. 40 anderen Rap-Künstlern, von seinen unzähligen Mixtapes ganz zu schweigen. Womit wir im Hier und Jetzt angekommen wären: Mit „Tha Carter III“ präsentiert Wayne nun endlich das große Finale der Trilogie. „Ich glaube, dass ich mit dem dritten Teil mein bis dato bestes Album aufgenommen habe“, erklärt er. „Ich bin ein Perfektionist, und vielleicht werde ich mit meinem Label einen Extra-Deal aushandeln müssen, damit wir für jeden einzelnen Track ein Video drehen können – so verdammt gut sind die Stücke des neuen Albums! Jeder Song verdient einen eigenen Film!“

Mit von der Partie sind dieses Mal u.a. Jay-Z, Hurricane Chris, Juelz Santana, Corey Gunz, Fabolous, Lil Mama, Busta Rhymes, Ludacris, Baby, Tyga, Jibbs, Shanell, Kidd Kidd, Mack Maine und Brisco, während Kanye West, Swizz Beatz, Jim Jonsin, The Alchemist und Cool & Dre auf der Liste der Produzenten stehen. „Ich liebe es, mit anderen Leuten zu arbeiten. Außerdem habe ich den Eindruck, dass die Sachen, die ich mit anderen Musikern aufnehme, nicht so schnell im Netz landen. Die ganzen Kollaborationen waren natürlich auch ein Grund, warum es mit dem neuen Album etwas länger gedauert hat.“

Jedes Kind weiß, dass aller guten Dinge drei sind. Mit "Tha Carter III" bestätigt Lil Wayne dieses alte Sprichwort eindrucksvoll und liefert eine Platte ab, die schon jetzt zu den wichtigsten Rap-Alben des Jahres gehört.