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02.05.2001

Gefeiert, bewundert, geliebt

Luciano Pavarotti, Gefeiert, bewundert, geliebt

Er sang in Schulen, auf Open-Air-Bühnen, in Fussballstadien. Aber mehr als irgendwo anders stand er auf der Opernbühne. Luciano Pavarotti feiert sein 40jähriges Bühnenjubiläum.

Luciano Pavarotti ist natürlich ein Jahrhunderttenor. Aber nie ist er bloß Sänger gewesen. Immer hat er auch eine Vision gehabt, seine Begabung genutzt, um die Musik den Menschen nahezubringen. Den Kindern in Mostar, der getrennten bosnischen Stadt, die nun im Pavarotti Music Center ein Instrument lernen können, Musiktherapie erhalten, vielleicht durch die Kraft der Noten manche Wunde ihrer kriegsversehrten Seelen heilen können. All jenen Tausenden, die er allein oder mit seinen Freunden José und Plácido in den Fußballstadien der Welt für die Musik seiner italienischen Heimat begeistern konnte. Und schließlich jenen Heerscharen von Opernfreunden, die seit mittlerweile 40 Jahren dem lyrischen Goldglanz seiner Stimme verfallen sind, sei es live, auf CD oder in Video-Mitschnitten seiner Bühnenauftritte. Wer aber die Musik den Menschen nahebringt, wird im auf hohe, ernste Kunst gestimmten Musikbetrieb gern ein wenig schräg angesehen. Erst recht, wenn er Pop singt, was Pavarotti im vergangenen Jahrzehnt mit zunehmendem Erfolg getan hat.

 

Dabei wird gerne übersehen, dass Pavarotti bei aller Medienpräsenz ein ernsthafter Künstler ist, der mit seiner Begabung immer überaus sorgfältig umgegangen ist. Gerade in den wichtigen ersten Jahren der Karriere, in denen sich manch hoffnungsvolles Talent von Gage und schnellem Ruhm zu übermäßig vielen Auftritten verleiten läßt. Pavarotti hingegen hat von Anfang an um die Stärken seiner Begabung gewusst, aber auch um die Gefahren, die ihr drohen. Er hat seine Stimme langsam aufgebaut, vorsichtig reifen lassen. Vielleicht aufgrund dessen, dass er kein Wunderkind war. Schließlich hatte er gar zunächst den Beruf des Volksschullehrers ergriffen, bevor er sich doch dazu entschloss, seine Stimme ausbilden zu lassen.

 

Am 29. April 1961 hob sich für ihn der Vorhang des Theaters von Reggio Emilia. Nach dem Gewinn eines Gesangswettbewerbs gab Pavarotti sein Debüt als Rodolfo in Puccinis "La bohème", eine Partie, die er im Laufe seines Bühnenlebens wohl noch mehrere hundert Mal singen sollte. Erst vier Jahre später, 1965, debütiert der mittlerweile dreißigjährige Sänger an der Mailänder Scala, nachdem er im Jahr zuvor für Giuseppe di Stefano in Covent Garden eingesprungen war. Am Opernsänger Pavarotti rühmt die Kritik neben der Schönheit seines Timbres die Eleganz der Phrasierung, die Natürlichkeit des Legatos, schließlich die unverfälschte, nie sentimentale Musikalität seiner Interpretationen. Am Popstar Pavarotti schätzt sein Publikum den Charme, die Grandezza seines Auftretens und die Fähigkeit zu ungebremster Emotion. Dies sind die Tugenden, mit denen er auch auf CD den Hörer unmittelbar anspricht - auch im vierzigsten Jahr seiner großartigen Mission, die Menschen zur Musik zu bringen.


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