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03.12.2004

Eine für alle

Luciano Pavarotti, Eine für alle

Es gibt Momente, da könnt man sich ärgern. Man hat zum Beispiel eine großartige Tonaufnahme eines verehrten Künstlers zur Hand und würde nur zu gerne wissen, wie er sich denn auf der Bühne und vor Publikum präsentiert. Oder man kennt einen sensationellen Auftritt, bei dem man wohlmöglich selbst in den Reihen der Zuschauer gesessen hat, und würde ihn am liebsten mit anderen Werken vergleichen und ihn unabhängig vom Fernseher genießen. Beide Situationen laufen auf einen Moment der Frustration hinaus, den man nicht erleben muss.

Denn mit der Sound & Vision-Edition ist beides möglich. In einer Box werden von Koryphäen wie den Drei Tenören, Kiri Te Kanawa oder Bond Bilder und Klänge kombiniert, die den multimedialen Genuss garantieren.

 

War das nicht ein großartiger Abend, damals am 7.Juli 1990, als José Carreras, Placido Domingo und Luciano Pavarotti in Rom gemeinsam auf die Bühne stiegen? Was für eine Stimmung, welche Atmosphäre, die drei Koryphäen vermitteln konnten! Das riss die Menschen von den Sitzen und war zugleich der Starschuss für ein ungewöhnliches Opernphänomen der neunziger Jahre. Denn von da an entwickelten sich die drei Tenöre zum größten Ding, das die Klassikwelt bis dahin erlebt hatte. Sie füllten Stadien mit kunstbegeisterten Menschen, erinnerten eine dem Pop verfallene Welt an die großen Melodien des Musiktheaters und lösten damit einen Boom aus, der der Oper im speziellen und der Klassik im Allgemeinen neue Kraft und Aura verlieh. "The Very Best Of The Three Tenors" ist daher etwas Besonderes. Zum einen ruft die DVD den magischen Moment des Aufbruchs, als in Rom das Projekt aus der Taufe gehoben wurde, im zeitgemäßen Surround-Sound in Erinnerung, um den den Klangeindruck noch zu intensivieren. Andererseits haben auf zwei CDs 36 Hits des Tenortrios Platz und bilden damit eine Sammlung großartiger Arien, die die Welt bewegen.

 

Und da jeder der Sänger seine eigene Fanschar um sich versammeln konnte, ist es durchaus sinnvoll, auch einzeln deren Kunst vorzustellen. Der populärste Tenor der Riege ist zweifellos Luciano Pavarotti. Der Mann, der um ein Haar Volksschullehrer geworden wäre, dann aber doch die internationale Vokalwelt in Atem hielt, zählt seit seinem Operndebüt zu den wichtigsten Stimmen des Jahrhunderts und hat immer wieder auf der Bühne bewiesen, dass er Menschen von ganzem Herzen begeistern kann. "The Very Best Of Pavarotti" stellt ihn zum einen mit dem "Live In Italy"-Programm auf DVD vor, ergänzt das Klangerlebnis aber auf 2 CDs noch um gute 30 Klassiker aus der Schatztruhe des Opernrepertoires. Das ist ein Klassiker nicht nur für Spezialisten, der mit der "Sound-& Vision"-Edition in eleganter Vielfalt genossen werden kann.

Noch eine Stimme ist zu erleben und zu entdecken. Seit die neuseeländische Sopranistin Kiri Te Kanawa 1971 als Blumenmädchen in Wagners "Parsifal" am Covent Garden debütierte, hat sie sich zu den Grande Dames ihres Fachs gemausert. Sie sang die großen Partien der klassischen Moderne, gab von 1982 an auch opernunabhängige Konzerte. In ihrer Wahlheimat England wurde sie zum Fernsehstar mit einer beliebten, zur Tradition gewordenen Weihnachtsendung. Sogar mit dem Beatle Paul McCartney konnte man sie hören, als 1991 dessen "Liverpool Oratorio" uraufgeführt wurde. Denn auch das gehört zu Te Kanawas besonderen Eigenschaften. Sie hat keine Angst vor Grenzüberschreitungen, singt Wagner mit der gleichen Innerlichkeit wie Frederick Loewes "Wouldn't It Be Lovely" aus "My Fair Lady". Und deshalb ist die Sound & Vision-Sammlung "Kiri - Her Greatest Hits" auch besonders bunt geworden. Da sind zum einen 29 Klassiker von Händel bis Bernstein auf CD zu erleben. Sie werden aber noch ergänzt durch ein Konzert mit Canteloube's "Chats d'Auvergne", die Kanawa an historischen Schauplätzen gemeinsam mit dem English Chamber Orchestra unter der Leitung von Jeffrey Tate zum besten gab.

Der vierte Tipp aus der Sound & Vision-Serie schließlich betrifft eines der erfolgreichsten und umstrittensten Streichquartette unserer Tage. Denn die vier Damen von Bond brechen alle Rekorde und halten zugleich wenig von Konventionen. Die beiden Alben "Born" und "Shine" wurden weltweit mit jeweils einem guten Dutzend Gold- und Platin-Auszeichnungen geehrt. Sie landeten weit vorn in den Hitparaden (#1 der US Classical Crossover Charts) und machten die extravaganten Mädels zu Bestsellern. Ihre attraktive und musikalisch charmante Bühnenpräsenz wiederum reizte zahlreiche andere Stars, sich mit ihnen vor Publikum zu zeigen. So spielten Bond mit Luciano Pavarotti genauso wie mit Tom Jones, Anastacia und George Benson. Sogar im Guinness Buch der Rekorde sind sie gelandet, als höchstplatzierte weibliche Instrumentalcombo in den UK Pop Charts. Und so liegt es nahe, die Alben "Born" und "Shine" zusammen mit der DVD des spektakulären Royal Albert-Hall-Konzert vom 20.September 2000 und drei Musikvideos zu kombinieren, die die besonderen Bühnen- und Videoqualitäten des Quartetts hervorheben. Ein Geschenk nicht nur für den, der schon alles hat.


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