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06.09.2007

Luciano Pavarotti gestorben

Luciano Pavarotti, Luciano Pavarotti gestorben

Der König der Sänger ist tot. Am Donnerstagmorgen starb der italienische Star-Tenor Luciano Pavarotti wenige Wochen vor seinem 72. Geburtstag im Kreise seiner Familie und Freunde in seinem Haus in Modena. "Er war einer der größten Musiker des vergangenen Jahrhunderts. Ohne Pavarotti würde die Klassikwelt heute anders aussehen", meinte Frank Briegmann, CEO Universal Music und Christian Kellersmann, Managing Director Universal Music Classics & Jazz fügte hinzu: "Von Luciano Pavarotti haben alle gelernt. Er hat die Maßstäbe gesetzt für das, was es heute bedeutet, ein Opernsänger zu sein. Und er hatte die großartige Gabe, mit seiner Kunst Menschen in ihrem Innersten zu bewegen."

Insider hatten es bereits geahnt. Als im vergangenen Jahr ein Krebsleiden an der Bauchspeicheldrüse diagnostiziert worden war, hatte Pavarotti seine 2004 begonnene weltweite Abschiedstournee abgebrochen und sich in New York einer Operation unterzogen. Zwar konnte mit dem Eingriff der Tumor entfernt werden, der Sänger erholte sich aber trotzdem nur langsam und zog sich aus der Öffentlichkeit auf sein Anwesen im italienischen Modena zurück. Anfang August 2007 wiederum war er mit hohem Fieber in die Universitätsklinik seiner Heimatstadt eingewiesen und erst vor rund zehn Tagen wieder entlassen worden. 

Luciano Pavarottis Karriere begann 1961, als er den italienischen Wettbewerb Concorso Internazionale gewann. Der Preis war ein Konzertauftritt am Teatro Reggio Emilia, dem Theater, an dem er schon am 29. April desselben Jahres als Rodolfo in Puccinis "La Bohème" debütiert hatte. Sein Auftritt zog die Aufmerksamkeit der italienischen Opernszene nach sich, und Pavarotti erhielt Engagements in ganz Italien. Noch im selben Jahr wagte er mit "La Traviata" in Belgrad seinen ersten internationalen Auftritt. Von da an ging es Schlag auf Schlag. Ein sagenhafte Karriere führte ihn 1962 nach Amsterdam (Egardo in "Lucia di Lammermoor", Donizetti) und kurz darauf nach Covent Garden (wieder als Rodolfo). Sein amerikanisches Debüt gab Pavarotti im Februar 1965 an der Miami Opera, in "Lucia di Lammermoor" mit Dame Joan Sutherland. Noch im selben Jahr ging er auf eine gefeierte sechswöchige Tournee durch Australien und vor seiner Abreise nach Sydney debütierte er an der Mailänder Scala wieder als Rodolfo, einer Rolle, die sich zu seinem Markenzeichen entwickeln sollte.

Im Laufe der kommenden Jahre arbeitete Pavarotti mit vielen großartigen Kollegen und Partnerinnen zusammen. Immer wieder faszinierte er vor allem in Donizetti-, Puccini-, Bellini-Rollen , sang mit Montserrat Caballé in Barcelona (1971), Ileana Cotrubas an der Scala (1974), Kiri Te Kanawa am Covent Garden (1976) und immer wieder mit der wunderbaren Mirella Freni. Die Met wurde zu seiner zweiten Heimat, wobei Pavarotti sich von Beginn der Achtziger an auf der Opernbühne rar machte. Seine zweite Karriere startet schließlich 1990, als er gemeinsam mit Plácido Domingo und José Carreras unter dem Signum "Die drei Tenöre" bei dem inzwischen legendär gewordenen Konzert in den Bädern von Caracalla in Rom auftrat, am Abend vor dem World Cup-Finale 1990. Die Einspielung des Konzerts wurde die sich am schnellsten und besten verkaufende klassische Schallplatte aller Zeiten und löste eine neue Klassik- und Opernbegeisterung aus, die bis heute anhält.

Seinen letzten öffentlichen Auftritt hatte Luciano Pavarotti im Februar 2006 bei der Eröffnung der Olympischen Winterspiele in Turin, als er mit einer seiner Lieblings-Arien "Nessun Dorma" aus Puccinis Turandot vor Ort und durch die TV-Übertragung in aller Welt ein Milliardenpublikum begeisterte.


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