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24.10.2007

Mehr Pavarotti

Luciano Pavarotti, Mehr Pavarotti

Er war einer der größten Sänger des vergangenen Jahrhunderts und hat ein beeindruckendes Oeuvre hinterlassen. Luciano Pavarotti gehörte nicht nur zu den umschwärmten Stars von Modena bis zu Met, sondern war auch einer der Künstler, der souverän mit den Möglichkeiten der Medien und der Aufnahmetechnik umgehen konnte. Was immer er sang, das glänzte auf Tonträger. Daher hat die Decca nun eine Box mit dem Dutzend Original-Studio-Alben zusammengestellt, die der Tenor für das Klassik-Label aufnahm. Darüber hinaus wurde eine berühmte Opernaufführung, Verdis "Ernani" mit Luciano Pavaotti in der Titelrolle, für DVD gemastert. So kann man nun einmal mehr sich an den sagenhaften Tenor erinnern, der die Opernwelt verändert hat.

Es ist eine beachtliche Box: Die Edition "The Studio Albums" fasst die zwölf originalen Studioalben, die Luciano Pavarotti zwischen 1968 und 2003 für Decca aufgenommen hat, in einer repräsentativen Gesamtausgabe zusammen. Was mit "Arias by Verdi and Donizetti" begann und bis "Ti adoro" reicht, ist nichts weniger als die Dokumentation der (neben Herbert von Karajan) wohl eindrucksvollsten Schallplattenkarriere in der Geschichte der klassischen Musik. So wie Luciano Pavarotti seiner Geburtsstadt Modena stets treu geblieben ist, so war er rekordverdächtige vier Dekaden lang exklusiv bei seiner ersten und einzigen Plattenfirma Decca unter Vertrag. Die in dieser Zeit entstandenen Opern-Gesamtaufnahmen und Sängeralben dokumentieren das Vermächtnis eines der größten Sänger aller Zeiten in seiner ganzen Klasse und Vielfalt. Klanglich komplett neu überarbeitet, mit originalem Coverdesign ausgestattet und verpackt in edlen Deluxe-Hardcovereinbänden präsentieren sich die zwölf, auch einzeln erhältlichen Pavarotti-Studioalben als Sammlerstücke ebenso wie als Einstiegsaufnahmen in die musikalische Welt einer faszinierenden Künstlerpersönlichkeit. "The Studio Albums" enthält die Originalalben mit populären, neapolitanischen und geistlichen Liedern, darunter so illustre Klassiker wie "The World's Favourite Tenor Arias", "Verismo Arias" und "O sole mio".
 
Demgegenüber widmet sich die DVD "Ernani" ausschließlich einem einzigen Werk. Es war Giuseppe Verdis fünfte Oper und sie stellte für den Komponisten einen Sprung auf die nächsthöhere Stufe der Bekanntheit dar. Als erstes seiner Bühnenwerke war es nicht für die Mailänder Scala, sondern für das venezianische Teatro La Fenice entstanden und zog nach seiner umjubelten Uraufführung am 9.März 1844 schnell Kreise. Bereits ein Jahr später wurde "Ernani" in London gespielt, 1847 konnte man die Oper in New York erleben. Es ist eine historisierende Geschichte an den Schwelle zur Neuzeit, in der grundlegende menschliche Gefühle von Rache bis Loyalität beschworen werden, basierend auf Victor Hugos Erfolgsstück "Hernani". Gewaltige Emotionen werden evoziert und die brauchen auch ebenso mächtige Stimmen, um sie zu vermitteln. Die New Yorker Metropolitan Opera führte "Ernani" 1903 zum ersten Mal auf und genau 80 Jahre später erlebte Verdis Intrigenspiel eine Neuinszenierung durch Pier Luigi Samaritini, die sich zum einen durch eine raffiniert sinistre Lichtregie und geometrisch komplexe Raumaufteilung, aber auch durch die hervorragenden Stimmen auszeichnete, die dem Werk die Seele gaben. Alle voran glänzte Luciano Pavarotti in der Titelrolle eines in sich zerrissenen Helden und Banditen, dem Sherrill Milnes als König von Spanien und Ruggero Raimondi als spanischer Grande de Silva und die unglückliche Nichte Elvira, verkörpert durch Leona Mitchell, gegenüber standen. Hinzu kamen Chor und Orchester des Hauses unter der bewährten und umsichtigen Leitung von James Levine und das agile TV-Kamerateam der Metropolitan Opera Serie, das die beiden Aufführungen vom 12. und 17.Dezember 1983 aufzeichnete, die wiederum die Grundlage der DVD-Version darstellen. So konnte ein famoses Opern-Dokument entstehen, das in voluminösem Surround-Sound (wahlweise PCM Stereo) eine großartige Inszenierung und einen ebensolchen Sänger in Erinnerung ruft.


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