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19.09.2014

"Stanze": Neuauflage für Ludovico Einaudis hypnotisches Frühwerk

Ludovico Einaudi steht für eine musikalische Botschaft der Klarheit und Schönheit. Die Wiederveröffentlichung seines zweiten Albums "Stanze" von 1997 zeigt: Einaudi hat das Fundament, auf dem seine ganz eigene Klangwelt steht, früh gelegt.

Ludovico Einaudi, Entdeckt hier den erfolgreichsten Komponisten der Gegenwart © Beauregard / Decca

Die erste Ausstrahlung des Titels "Notte" von Ludovico Einaudis Album "Stanze" in der Sendung "Mixing It" von BBC Radio 3 löste einen Sturm der Begeisterung aus. Noch nie hatte die Redaktion so viel begeisterten Zuspruch von ihren Zuhörern wegen eines einzigen Musikstücks erfahren. Seinerzeit, "Stanze" wurde 1997 veröffentlicht, war Einaudi noch ein Geheimtipp. Längst zählt er zu den erfolgreichsten Künstlern der Klassikbranche.

Streben nach Klarheit

"Einaudis Musik ist leicht zugänglich, zielt auf Emotionen, nicht auf den Intellekt", so charakterisiert Die ZEIT das Schaffen des italienischen Komponisten und Pianisten. Dabei galt dieser einmal als Hoffnungsträger der musikalischen Avantgarde. Doch Einaudi gelangte zu der Überzeugung, hinter der vorherrschenden Tendenz in der Neuen Musik, Komplexität und Qualität gleichzusetzen, stecke die Angst davor, "direkt auf den Punkt zu kommen". Dieses Gefühl, so sagt er, sei ihm völlig fremd. Sein Bestreben lässt sich mit den Worten des Schriftstellers Manès Sperber beschreiben: "Ich würde tausend Originalitäten des Ausdrucks hergeben für eine Klarheit."

16 Räume

Als Hörer von "Stanze" durchschreitet man 16 musikalische Räume. "Jedes dieser Stücke stellt einen eigenen musikalischen Raum dar, ganz wie die Zimmer eines Hauses", erklärt Ludovico Einaudi. "Jeder Raum ist, genauso wie ein Lied, durch seinen eigenen Charakter und seine eigene Form geprägt, bleibt aber durch das Gesamtgerüst des 'Hauses' mit dem anderen verbunden." Die soghafte Wirkung des Albums verstärkt sich bei mehrmaligem Hören noch. Sie verdankt sich Einaudis klarer musikalischer Gedankenführung und dem höchst eigentümlichen Klang der elektrischen Harfe ebenso wie dem verästelten, allmählich sich offenbarenden Beziehungsgeflecht, in das die einzelnen Stücke eingefügt sind.  

"Wie ein guter Wein wird meine Musik mit jedem Jahr tiefer", sagt Ludovico Einaudi, der auf dem Weingut seiner Großeltern im Piemont lebt. Mit der digitalen Wiederveröffentlichung von "Stanze" lässt sich nun - um in dem Bild zu bleiben - ein besonders edler Jahrgang verköstigen.




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