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06.01.2014

LUXUSLÄRM – ALLES WAS DU WILLST

Gleich die ersten Töne machen es deutlich: Dieses Album muss laut gehört werden. Mit ungebremster Leidenschaft, ungeheurer Wucht und opulentem Ideenreichtum vereinen Luxuslärm eingängige Hooks und nachvollziehbare Lyrics. 14 Songs in feinster Ohrwurmqualität liefern ein klares Statement: Die Band aus dem nordrhein-westfälischen Iserlohn ist der Gegenentwurf zu Acts vom Reißbrett und weiß von den Möglichkeiten direkter, unverfälschter Rockmusik. Sie maßt sich dabei nicht an, das Genre neu zu erfinden, beweist aber eindrucksvoll, dass hier ganz eigene Nuancen auszuloten sind. Obwohl vor Energie strotzend, überzeugt das Quintett ebenso in leiseren Tönen, fasziniert mit ergreifenden Balladen und filigranem Zusammenspiel. Dieses Album lebt von der kreativen Interaktion fünf unterschiedlicher Musikcharaktere, allesamt ausgestattet mit der Gabe, sich auch mal zurücknehmen, um im entscheidenden Moment zu einem Ganzen zu verschmelzen. „’Vielleicht’ lebt nicht/’vielleicht liebt nicht’“ heißt es im Opener „Gib mir einen Grund“ und könnte symbolisch auch für die Arbeitsweise der Luxuslärmer stehen: Es gibt nichts Halbes, kein „nur ein bisschen“. Es sind immer 100%. Die Erfolgsformel scheint schlicht, besitzt jedoch Seltenheitswert: Luxuslärm begegnen ihrem Publikum auf Augenhöhe, sie reiben sich an der Wechselwirkung von Musiker und Fan und wachsen daran.

 

„Alles was du willst“ ist das bereits vierte Album in der bald schon neun Jahre andauernden Erfolgsgeschichte und doch ist es ein Stück weit ein Debüt. Nicht nur, dass erstmals alle fünf Bandmitglieder am Schreibprozess beteiligt waren: Das hehre Ziel, die ungezügelte Liveenergie der Konzerte, für die Luxuslärm so geliebt werden, auf einem Tonträger festzuhalten, wurde kongenial umgesetzt. Die Dramaturgie des Tracklistings könnte einem klug durchdachten, abwechslungsreichen Konzert entstammen. Das in den Wisseloord Studios im niederländischen Hilversum aufgenommene Album wird die Band einige weitere Stufen der Erfolgsleiter erklimmen lassen. Dabei sind sie schon länger in der Bundesliga deutschsprachiger Rockbands zu Hause: Die bisherigen Erfolgskoordinaten umfassen eine ECHO-Nominierung, den Radiopreis „1LIVE Krone“, den vierten Platz bei Stefan Raabs Bundesvision-Songcontest sowie den sechsten in den Media Control Longplay Charts, diverse Gastauftritte in TV-Serien, etwa 40 Millionen Klicks in einschlägigen Internetportalen, acht Chartsingles und über 200.000 verkaufte Alben.

 

Luxuslärm profitieren von der Stimmgewalt und Bühnenpräsenz ihrer Frontfrau Jini Meyer. Die Sängerin, Komponistin und Texterin ist zweifelsohne Kopf, Herz und Motor der Band. Auf unkonventionelle Weise koppelt sie die charismatische Ausstrahlung eines sexy Rockstars mit dem Charme der besten Freundin von nebenan. Gitarrist Freddy Hau gilt als Perfektionist, weshalb er zum musikalischen Leiter der Band avancierte. So konzentriert und besonnen er im Hintergrund agiert, auf der Bühne entpuppt er sich als headbangendes Energiebündel. Wenn David Müller, der Jüngste bei Luxuslärm, nicht die Saiten seines Basses zupft, hält er die Bandcam in seinen Händen und alles (ja, alles) für die online gestellten Videotagebücher fest. Schlagzeuger und Gründungsmitglied Jan Zimmer hat neben seinem musikalischen ein Organisationstalent, als Touleiter hält er die Band zusammen. Ruhepol ist Keyboarder Christian Besch, seine stets positive Einstellung wirkt ansteckend. Als sechstes Bandmitglied zählt für die Luxuslärmer Götz von Sydow. Von Sydow, der die Band seit 2006 fördert und ihre Alben produziert, ist Partner von Sängerin Jini, wenn es um Musik und Lyrics geht. Mittlerweile sind sie ein eingespieltes Team, oftmals kommen sie bei einem Songgerüst mit der gleichen Idee um die Ecke.

 


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