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Biografie

16.01.2014

MADELINE JUNO

Maddy – Set – Go. Blutjung und doch musikalisch längst kein unbeschriebenes Blatt mehr. Die siebzehnjährige Madeline Juno schickt sich an, die glaubwürdige Stimme einer neuen Generation zu werden. Über vier Jahre bastelte die Singer/Songwriterin an ihrem eindringlichen Erstlingswerk The Unknown. Entstanden ist ein hinreißendes Coming-Of-Age-Album, das jeden mitten ins Herz treffen wird.

 

Nicht so leicht: das mit dem Aufwachsen. Gut gemeinte Ratschläge. Missverstanden werden. Die Versuche, den tiefen Marianengraben der Liebe zu ergründen und sich selbst zu finden. Eine Mammutaufgabe. Dazu: das geruhsame Leben in einem Schwarzwalddorf, das zu klein wird, wenn Träume plötzlich groß werden. Madeline Juno kann Lieder davon singen.

 

Sie wächst in der Obhut einer Musikerfamilie auf – der Vater Schlagzeuger, die Mutter Pianistin. In einem 1000-Seelen-Dorf nahe dem Schwarzwald. Inmitten unberührter Natur, in einem Haus am See. Mit dreizehn lernt sie im Kreis der Eltern singen und Gitarre spielen. „Mein Leben war ein einziger Bandraum“, strahlt die Siebzehnjährige.

 

Aufzeichnungen aus dem Keller

Ihr musikalisches Märchen beginnt buchstäblich von, nun ja, ganz unten. Als ihr kleiner Bruder in ein größeres Zimmer wechselt, bezieht sie die Kellerräume. Madeline freut sich: „Ich kann völlig ungestört sein. Niemand merkt es!“ Ihre ersten Abenteuer finden im Kopf statt: Sie schreibt, singt und schreitet die Welt mit der großen Intensität und Kühnheit eines unbefangenen Herzens ab. Der Rückzug in die vier Wände gelingt bedingt – die Realität pocht lautstark an die Tür.

 

In der Schule wird sie von Klassenkameradinnen gemieden – sie ist für ihr Alter wohl zu klein, zu zierlich, zu schüchtern. Im ersten Praktikum wäre sie fast gestorben. Auch die Launen und Leiden großer Liebe drehen weiter am Gefühlsroulette.

 

 

Welt am Draht

Wie erreicht sie nur die Leute, die sie verstehen? Soziale Medien öffnen ihr das Tor zur Welt und vermitteln ihr das Gefühl urbaner Freiheit: In den Tiefen von Tumblr wähnt sie ein Seelenspiegel, in Twitter & Co findet sie wie selbstverständlich Gleichgesinnte. Sie schreibt weiter. Obsessiv. An drei Romanentwürfen (Genre: Fantasy & Horror). Und vor allem: an ihren Songs. Mit vierzehn stellt sie ihre ersten Werke online.

 

Miniaturen zur Mitternacht

Von Tag zu Tag wächst dort die Schar ihrer Fans. Gespannt lauschen sie ihre akustischen Miniaturen, die Maddy so einfach wie herzergreifend auf Video bannt: zu meist mondsüchtiger Stunde sitzt sie auf dem Bett – die Ukulele oder die Gitarre in der Hand. Strähnen ihres langen, gelockten Haars streifen ihr Gesicht. Sie lächelt. Und trifft mit jedem Song wie ein Bannstrahl mitten ins Herz.

 

Verletzlich, vertraut, direkt, klingen ihre Stücke. Über 200.000 Mal wird allein ein selbstgemachtes Video auf Facebook angesehen. Eines kommt zum anderen: Ein Produzententeam um Dave Roth aus Hamburg wird auf das Talent aufmerksam und lädt Madeline mit ihrer Mutter ins Studio ein. Die Verheißung, vollends für die Musik zu leben, geht in Erfüllung. „Es war ein großes Glück, meine Songs aufnehmen zu dürfen – wer bekommt schon so eine Chance!“, erinnert sich Madeline Juno bescheiden. Weitere Jahre verstreichen, bis das Debütalbum im Kasten ist.

 

This is Heart-Core

Es hat es in sich: Zuerst die schlicht sprachlos machende, zauberklare Schönheit ihrer Stimme. Das Wahrhaftige, teils rätselhaft Aufgeklärte ihrer Texte. Keine Prätention und keine Gestelztheit begleitet das Album: Jeder Ton, jede Silbe ist wahre Empfindung. Akustischer Heart-Core, der bis in die letzten Herzkammern ausgefühlt wurde.

 

In dem reizend intonierten Song Sympathy verarbeitet sie ein Beziehungsdrama. „You’re like the end of the road, that I regret for walking so long. Now, I turn my back, I’ll find a new map“, dichtet sie. Error ist der hymnisch vertonte Aufschrei einer zerbrochenen Liebe. Es ist die Explosion eines großen Gefühls im Gewand eines zeitlosen Pop-Songs.

 

In Same Sky singt sie von einer schrankenlose Verbundenheit, die keine Entfernung kennt. Der Song Do It Again ist Sinnbild für ihr Kämpferherz – nicht umsonst hat sie sich einen Löwen auf den rechten Arm tätowieren lassen.

 

In Do it again geht es darum, zu scheitern, besser zu scheitern, wieder aufzustehen. Und alles mit gleicher Intensität noch mal so zu tun, auch wenn das erneute Rückschläge bedeuten sollte.

 

In The Unknown beschwört sie die Tapferkeit einer Liebe, die allen Widerständen trotzt. Es fällt schwer, einen Song aus dem Reservoir zu picken, das bereits in jungen Jahren auf 50 Stücke angewachsen ist.

 

Ohne das Newcomer-Katapult zu weit zu spannen: Am Ende klingt Madeline Junos Debütalbum wie ein meisterhafter Coming-Of-Age-Geniestreich. Gefühlvoll. Tief. Und schlicht und ergreifend: wahr und berührend.

 

Wie die Geschichte weitergeht? Lauschen wir Madelines Beitrag zur Wiederverzauberung von Welt, halten es mit Aufruf des Albumtitels und folgen der musikalischen Fährte der mutigen Gefühlsbardin:

Into The Unknown.