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14.02.2001

Die Eroberung von Hamburg

Magdalena Kozena, Die Eroberung von Hamburg

Am 27. September wurde das Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe kurzerhand "zweckentfremdet". Denn im stimmungsvollen Spiegelsaal des renommierten Altbaus gab sich eine der talentiertesten jungen Nachwuchssängerinnen der internationalen Musikszene die Ehre, die tschechische Mezzosopranistin Magdalena Kozená.

Vor zwei Jahren von Dr. Peter Czornyj entdeckt, hat sich die sympathische Sängerin mit dem charmanten Augenaufschlag schnell in die Elite ihrer Zunft gesungen. Ihre Bühnenbilanz der zurückliegenden Spielzeit ist beeindruckend: Glucks Orphée in der Regie Robert Wilsons und unter der musikalischen Leitung von Sir John Eliot Gardiner am Théâtre du Châtelet in Paris, Nerone in Claudio Monteverdis "L'incoronazione di Poppea" bei den Wiener Festwochen sowie Mozarts Sesto in der diesjährigen Festspielproduktion von "La clemenza di Tito" in Edinburgh. Nun also Hamburg, Spiegelsaal, begleitet vom Pianisten Karel Kozárek.

 

Vor etwa 150 geladenen Gästen präsentierte sich Magdalena Kozená mit einer kleinen aber feinen Auswahl aus ihrem Repertoire: Haydn, Fauré, Janacek, Dvorák. Dazu aus aktuellem Anlass zwei Bravourarien aus Händels Oper "Ariodante", Magdalena Kozenás Lieblingsoper des berühmten Anglosachsen. Denn: Soeben hat Magdalena Kozená ihr drittes Soloalbum auf Deutsche Grammophon veröffentlicht: Drei Italienische Kantaten aus der frühen Feder Georg Friedrich Händels, begleitet von Marc Minkowski und seinem Ensemble Les Musiciens du Louvre. Ein Programm vom Allerfeinsten, der Sängerin nachgerade in die Kehle komponiert. Dass die zahlreichen Gäste im Spiegelsaal gern mehr von dieser wunderschönen Händel-Stimme hören wollten, machten sie mit ihren Ovationen mehr als deutlich. Und wer immer das Glück hatte, der dicht umlagerten Künstlerin beim anschließenden Empfang seine Bewunderung auszudrücken, der vergaß nicht darauf hinzuweisen, dass nun aber auch eine ganze Händel-Oper auf dem Aufnahmeplan stehen sollte. Auch oder besser: Gerade weil es bereits eine hinreißende Aufnahme des "Dixit Dominus" und anderer Kirchenmusik mit ihr gibt. Kommt Zeit, kommt (vielleicht) ein neuer Händel. Zunächst aber ist ein Soloalbum mit Arien von Mozart, Gluck und Myslivicek geplant. Wenn das keine Alternative ist!


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