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Produktdetail
Manu Katché, In Praise Of Dreams, 00602498110683

In Praise Of Dreams

Format:
CD
Label:
ECM Records
VÖ:
27.09.2004
Bestellnr.:
00602498110683
Produktinformation:

Traumhaft aber hellwach. Zukunftweisend und traditionsreich. Überraschend anders und gerade deshalb konsequent. Vermeintliche Gegensätze, denen Jan Garbarek auf seinem Album "In Praise Of Dreams" jeglichen Dualismus nimmt. Der norwegische Saxophonist, einer der bekanntesten europäischen Musiker unserer Zeit, ist auch in seinem Talent für fortwährende Veränderung unübertroffen. Instinktiv und konzentriert führte die kreative Evolution Garbareks vom eigenen Jazzquartett Anfang der 60er Jahre in Oslo und ersten Auftritten mit George Russell zu seinen eigenen Ensembles und zu Arbeiten an der Seite von Keith Jarrett, Charlie Haden oder dem Hilliard Ensemble. Sein neues Album, das er im Trio mit der Bratschistin Kim Kashkashian und dem Drummer Manu Katché aufgenommen hat, ist nicht nur vor dem Hintergrund dieser einzigartigen Karriere ebenso typisch wie erstaunlich: ein neuer Weg, der so überzeugend wie bezeichnend ist.

Ein gänzlich anderes, dabei absolut organisches Werk. Ein neuer Klang, der zugleich vertraut wirkt. Ein Trio, das sich im harmonischen Zusammenspiel, in jeder kontrastierenden Klangfarbe einzigartig ergänzt und dabei so selbstverständlich wie vollkommen wirkt.

"As Seen From Above" eröffnet das Album, dem Titel entsprechend, mit schwebender Eleganz. Nach einer knappen Minute setzt zuerst ein Beatloop, später das federnde Schlagwerkzeug Manu Katchés ein, schließlich verdüstern sich die anfangs so hellen Harmonien. Immer treibender spielen sich Katché und Garbarek zu, bis sie im Raum verklingen. Szenenwechsel. "In Praise Of Dreams" vermengt die eben eingeführte elektronische Percussion mit Garbareks elegischen Linien und dem sanft singenden Bratschenspiel von Kim Kashkashian zu einem modernen Folk-Song. Ein Call-and-Response-Kanon, bei dem erst Garbarek die tiefen und Kashkashian die höheren Lagen auslotet, dann umgekehrt, bis sie sich auf einer Ebene finden und immer wieder im Dialog umkreisen.

Auch "One Goes There Alone" zeigt Bratsche und Saxophon im elegischen Wechselspiel von Frage und Antwort, untermalt von Garbareks Synthesizerakkorden und vom subtilen Rhythmusgeflecht Manu Katchés. "Knot Of Place And Time" entführt die drei Klangkünstler noch weiter in die Tiefen ihrer gegenseitigen Rede und Gegenrede. Dem Garbarek-Solo "If You Go Far Enough", einem nur 39sekündigen Interludium, fügt sich "Scene From Afar" an, wo die sonore Melodieführung der Bratsche von Rufen des Sopranos beantwortet wird, die sich über das gesamte Klangspektrum des Instruments bewegen. Noch spannender, aber auch einen Deut dunkler klingt "Cloud Of Unknowing", dessen treibender ostinater Rhythmus im nächsten Track "Without Visible Sign" von einer Atmosphäre des Mysteriösen abgelöst wird. Auch "Iceburn" behält das Rätselhafte, verhangen Poetische bei, aus dem sich die Stimmen herauskristallisieren. Suggestiv und melodiös, fast schon schwärmerisch verläuft die "Conversation With A Stone", bei der Katché erneut das Fundament legt, auf dem der Bläser und die Streicherin zum leidenschaftlichen Dialog finden. Die Geschichte dieses Albums endet mit "A Tale Begun", bei dem Garbarek das Akkordmotiv von "In Praise Of Dreams" aufgreift und in traumhafte Sphären geleitet.

"Ich habe gerne starke Musiker um mich, Musiker mit kontrastierenden Temperamenten, aber komplementären Persönlichkeiten. Wenn ich eine Gruppe zusammenstelle, suche ich nicht nach drei Versionen meiner selbst. Wir sind alle sehr unterschiedlich." Dieser Grundsatz Jan Garbareks ist heute so bezeichnend wie damals, als er ihn anläßlich seines Albums "Twelve Moons" formulierte. Schon der erste akustische Eindruck seiner aktuellen Zusammenarbeit mit der klassischen Bratschistin Kim Kashkashian und dem Pop-Drummer Manu Katché zeigt, daß hier drei außerordentliche musikalische Charaktere am Werk sind. Dabei werden keineswegs Gigantenkämpfe ausgetragen. Hier treffen sich vielmehr drei stilbildende Musiker jenseits kategorischer Einschränkungen, um in der gemeinsamen Arbeit aufzugehen. Bezeichnenderweise "in praise of dreams".

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