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17.06.2011

Denn wie man sich bettet…

Martin Grubinger, Denn wie man sich bettet… © backlight GbR

…so liegt bzw. steht man. Diese Erfahrung musste Martin Grubinger am vergangenen Montag, 13. Juni 2011, in der Berliner Philharmonie vor ausverkauftem Haus machen. Zu seinem Berliner Konzert hatte sich der junge Schlagzeuger herausgeputzt und die neuen von der Mutter gekauften – Mütter sind so! – Schuhe angezogen. Doch nach nur einer Nummer stellte er fest, dass es so nicht gehen würde. Zu neu, zu rutschig… Da fehlt es an der nötigen Bodenhaftung für diese Form des nahezu akrobatischen Musizierens an Marimbaphon und Co. mit bis zu sechs Schlägeln gleichzeitig.

So erfüllten die schnell herbeigeholten, ausgetretenen, eigentlich ja schon aussortierten Sneakers wieder ihren ursprünglichen Zweck und unterstützten ihren Träger maßgeblich dabei, seinen Auftritt zu gewohntem Erfolg zu führen und nicht nur das Publikum zu Begeisterungsstürmen hinzureißen. Frederik Hanssen schreibt beispielsweise im Tagesspiegel: „So locker, so organisch-selbstverständlich wie seine Gestik bleiben die Moderationen, bei allem Schauwert, allem virtuosen Stock-Gewirbel sind die ausgwählten Stücke von hoher Komplexität – großartige Kunstmusik vom wuchtigen Archaiker Iannis Xenakis oder der japanischen Marimbaphon-Pionierin Keiko Abe. Mit offenem Mund lauscht der Normalsterbliche…“

Wer bei diesem Konzert unverständlicher Weise das Staunen nicht gelernt haben sollte, der geht doch mit einer Weisheit beseelt nach Hause: Schuster, bleib bei Deinen Leisten!


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