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Maurizio Pollini BACKSTAGE EXCLUSIV

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Biografie

31.08.2006

Biografie

»Höchste technische Meisterschaft und erlesene poetische Subtilität gehen Hand in Hand.«
BBC Music Magazine, London, Juli 2005
Maurizio Pollini wurde am 5. Januar 1942 geboren. Sein Vater, der Architekt Gino Pollini, war ein führender Vertreter des italienischen Rationalismus und zudem ein versierter Geiger. Seine Mutter, Renata Melotti, studierte Klavier und Gesang und war die Schwester des renommierten Bildhauers Fausto Melotti, der bleibenden Einfluss auf den jungen Maurizio hatte. 1948 erhielt Pollini ersten Klavierunterricht bei Carlo Lonati. Von 1955 bis 1959 setzte er sein Studium bei Carlo Vidusso fort, 1958 begann er ein Kompositionsstudium bei Bruno Bettinelli. 1960 gewann er den ersten Preis beim Internationalen Chopin-Wettbewerb in Warschau und trat an der Mailänder Scala mit Chopins Klavierkonzert Nr. 1 unter Sergiu Celibidache auf. Seither ist Maurizio Pollini zu einem der meistbewunderten und geachtetsten Pianisten unserer Zeit geworden und arbeitet weltweit mit führenden Orchestern und Dirigenten zusammen. Besonders berühmt sind seine innovativen Konzertprogramme, die Werke zeitgenössischer Komponisten herausstellen und mit Musik der Klassik oder Romantik kontrastieren.

1963
Debüts in London und Berlin

1968
USA-Debüt; spielt zunehmend Werke des 20. Jahrhunderts

1970
Erster Auftritt mit den Berliner Philharmonikern

1971
Erste Aufnahmen für Deutsche Grammophon: Strawinskys Three Movements from »Petrushka« und Prokofjews Sonate Nr. 7

1973
Debüt bei den Salzburger Festspielen; die Veröffentlichung der Etüden von Chopin erhält den Gran Premio del disco »Ritmo«, Madrid, den Prix Mondial du Disque, Montreux, den Record Academy Prize, Tokio und den Edison Prize

1974
Erste Japantournee; Auftritte mit Herbert von Karajan

1975
Recitals mit den drei letzten Schubert-Sonaten; Veröffentlichung von Schön­bergs sämtlichen Klavierwerken erhält den Gran Premio del disco »Ritmo«, Madrid

1976
Dirigentendebüt mit dem Orchester der Mailänder Scala; Veröffentlichung von Chopins Préludes erhält den Grand Prix du disque

1977
Uraufführung von Nonos . . . sofferte onde serene . . . und Manzonis Masse: omaggio a Edgar Varèse, die beide für Pollini komponiert wurden; Veröffentlichung der späten Beethoven-Sonaten erhält den Gramophone Award; die Mozart-Konzerte Nr. 19 und Nr. 23 mit Karl Böhm und den Wiener Philharmonikern erhalten die Wiener Flötenuhr

1978
Recitals mit Dietrich Fischer-Dieskau (Schubert: Winterreise)

1979
Veröffentlichung der Klavierkonzerte Nr. 1 und Nr. 2 von Bartók mit dem Chicago Symphony Orchestra unter Claudio Abbado erhält den Gramophone Award

1980
Auftritte mit Mstislaw Rostropowitsch (Beethoven: Cellosonaten); Veröffentli­chung von Brahms' Klavierquintett mit dem Quartetto Italiano erhält den Gramo­phone Award, den Prix Caecilia, Brüssel und den Deutschen Schallplattenpreis

1985
Spielt den 1. Teil von Bachs Wohltemperiertem Klavier

1987
Spielt in New York sämtliche Klavierkonzerte von Beethoven mit den Wiener Phil­harmonikern unter Claudio Abbado und wird bei dieser Gelegenheit mit dem Ehrenring des Orchesters ausgezeichnet; Veröffentlichung der Sonaten Nr. 2 und Nr. 3 von Chopin erhält den Edison Prize

1988
Veröffentlichung von Schuberts späten Klaviersonaten erhält den Record Academy Prize, Tokio

1991
Veröffentlichung der Klavierkonzerte von Schönberg und Schumann mit den Berliner Philharmonikern unter Claudio Abbado erhält den Preis Stella d'oro; Pollinis Liszt-Recital erhält den Edison Prize, den Grand Prix du disque Liszt International, Budapest sowie den Stella d'oro

1993/94
Spielt seinen ersten Gesamtzyklus der Beethoven-Sonaten in Berlin und München, später auch in New York, an der Mailänder Scala, in Paris, London und Wien

1995
Wirkt beim Boulez-Festival in Tokio mit; leitet bei den Salzburger Festspielen erstmals das Progetto Pollini, eine Konzertreihe mit neuen und älteren Werken; erhält die Goldmedaille des Landes Salzburg. Seine Aufnahme der Klavierkonzerte von Beethoven erhält den CD Compact Award, Barcelona

1996
Wird mit dem Ernst-von-Siemens-Musikpreis ausgezeichnet

1999
Zweites Progetto Pollini in Salzburg; Veröffentlichung der Chopin-Balladen erhält den Record Academy Prize, Tokio

1999-2001
Organisiert die Konzertreihe Perspectives in der New Yorker Car­negie Hall analog zum Progetto Pollini

2001
Übernimmt die Programmplanung der Konzertreihe Kontrapunkte bei den Salzburger Osterfestspielen; Veröffentlichung von Beethovens Diabelli-Variationen erhält den Diapason d'or

2002
Aus Anlass von Pollinis 60. Geburtstag und der 30-jährigen künstlerischen Zusam­menarbeit mit der Deutschen Grammophon erscheint die 13 CDs umfassende Maurizio Pollini Edition. Progetto Pollini in Tokio; Veröffentlichung von Schu­manns Kreisleriana und Gesänge der Frühe

2003
Progetto Pollini findet in Rom statt. Weitere Recitals und Konzerte in ganz Europa. Veröffentlichung: Beethoven-Sonaten, u. a. Pollinis erste Einspielung der »Appassionata«

2004
»Artiste Etoile« beim Lucerne Festival, wo er Recitals gibt und Konzerte mit Abbado, Boulez, dem Lucerne Festival Orchestra und der Lucerne Festival Academy spielt. Recitals und Konzerte in Europa, Japan und den USA. Veröffentlichung der Beethoven-Sonaten op. 10 Nr. 1-3 und op. 13 »Pathétique« erhält besonderen Beifall der Kritik und wird mit dem Choc du Monde de la musique ausgezeichnet

2005
Konzerte und Recitals in Europa und Japan; Progetto Pollini bei den Salzburger Fest­spielen. Auf CD erscheinen Werke von Schumann und Chopins Nocturnes; auf DVD Konzerte von Mozart, Beethoven und Brahms mit Böhm und Abbado am Pult der Wiener Philharmoniker

2006
Recitals in der Mailänder Scala, im Amsterdamer Concertgebouw, Londoner Barbi­can Centre, Wiener Musikverein, Pariser Théâtre du Châtelet, in der New Yorker Carnegie Hall, bei den Festspielen in Salzburg und Peking sowie in Rom, Hamburg und Tokio; Konzerte in Luzern und Tokio mit Abbado und dem Lucerne Festival Orchestra, in München mit Jansons und dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, in Wien mit dem Alban Berg Quartett, dem Hagen Quartett und dem Ensemble Wien-Berlin. Veröffentlichung im Herbst: Mozarts Klavierkonzerte KV 453 & 467 mit den Wiener Philharmonikern, Pollini ist Solist und Dirigent
 
6/2006