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14.02.2001

Die Variationen des Verlegers: Maurizio Pollini spielt die Diabelli-Variationen

Maurizio Pollini, Die Variationen des Verlegers: Maurizio Pollini spielt die Diabelli-Variationen

Beethoven war bekannt als säumiger Lieferant. Maurizio Pollini scheint das Gegenteil davon zu sein, denn mit der größten Pünktlichkeit spielt er ein pianistisches Hauptwerk nach dem anderen ein: 1998 Beethoven-Sonaten, 1999 Chopins Balladen und "Préludes" von Debussy und nun Beethovens op. 120, die Diabelli-Variationen.

Der Wiener Verleger und Gelegenheitskomponist Anton Diabelli hatte Beethoven wie viele andere Komponisten gebeten, ein Walzerthema von ihm zu variieren, Beethoven war wie immer spät dran und beeilte sich, seine Zusage einzulösen. Bei der Arbeit aber geriet er derart in Begeisterung, dass er statt einer Variation gleich 33 lieferte. Diabelli, der gewiefte Geschäftsmann, war entzückt und druckte sofort nach Erhalt das Ganze als selbständiges Opus - und gewann für Jahre einen echten Verkaufsschlager. Für Pianisten indes sind die Diabelli-Variationen zum Prüfstein künstlerischer Reife geworden. Denn nichts ist schwieriger, als die virtuosen Stücke so zu spielen, dass sie kunstvoll schlicht klingen wie jetzt in der Neueinspielung von Maurizio Pollini.


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