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30.05.2012

Der Traum vom perfekten Menschen

Max Barry, Der Traum vom perfekten Menschen

Von Bodybuilding bis zu Schönheitsoperationen, von Diät- bis Fitnesswahn – der Drang nach dem perfekten Körper in Medien und Gesellschaft ist allgegenwärtig. Was passieren kann, wenn dieser Drang wahnhafte Züge annimmt, führt Max Barry (Logoland) in seinem neuen Roman Maschinenmann vor.

Wissenschaftler Dr. Charlie Neumann geht mit der Zeit: E-Books haben die Bücher auf seinem Nachttisch längst abgelöst, ohne sein Handy fühlt er sich nackt. Beim Konzern Better Future arbeitet er als Ingenieur am technischen Fortschritt. Auch wenn Zwischenmenschliches nicht zu seinen Stärken gehört, in der Welt der Technologie ist er zu Hause. Als Charlie bei einem Laborunfall ein Bein verliert, macht er sein Schicksal zur Lebensaufgabe: Er erkennt, mit hochkomplexen Prothesen seinen Körper leistungsfähiger machen zu können.

Es bleibt nicht bei einem Bein. Charlie trennt sich auch das andere ab, auch eine Hand ist bald fällig. „Mein Ziel ist nicht Schmerz“, so erklärt er sich. „Der Schmerz ist ein Nebeneffekt des menschlichen Körpers, der so mangelhaft ist, dass man wesentliche Verbesserungen nur erreicht, wenn man das Vorhandene ausrangiert und ganz von vorn anfängt. Ich möchte einfach eine Qualitäts­steigerung erreichen. Das ist doch ganz normal. Andere Leute gehen dafür ins Fitnessstudio. Der einzige Unterschied ist, dass ich Zugang zu besserer Technologie habe.“

Max Barrys Roman Maschinenmann ist eine bitterböse Satire des Traums vom perfekten Menschen in einer Gesellschaft, die keine ethischen Grundsätze gelten lässt. Erich Räuker liest diesen Roman mit sonorer Stimme, die uns in den Kopf des Protagonisten blicken und an seinem bedingungslosen Perfektionsdrang teilhaben lässt – und schließlich Zweifel daran weckt. So erzählt der Roman nicht nur die Geschichte eines Mannes, der zur Symbiose von Mensch und Maschine wird, sondern ist zugleich ein Appell, uns zu fragen, in welcher Zukunft wir leben wollen.


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