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29.10.2012

Des Bauern bestes Stück

Max Moor, Des Bauern bestes Stück

Es könnte so schön sein im beschaulichen Dörfchen Amerika mitten in der brandenburgischen Provinz. Die Vögel zwitschern, die Kühe muhen und des Bauern bestes Stück, der Traktor Hürlimann, tuckert gleichmäßig über die Felder. Aber halt! Wenn sich in das sanfte Schnurren des Motors ein bedrohliches Kratzen mischt, dann ist das eine Belastungsprobe für Bauer, Bauersfrau und die Nachbarschaft.

Endlich hat Dieter Moor die Fortsetzung seines Dauerbestsellers „Was wir nicht haben, brauchen Sie nicht“ geschrieben und bringt uns damit „Frisches aus der arschlochfreien Zone“ – so der Untertitel von „Lieber einmal mehr als mehrmals weniger“. Neun Jahre ist es her, da beschlossen der Moderator und seine Frau Sonja ihren Hof in der Schweiz aufzugeben, um in Brandenburg einen Biobauernhof zu führen. Welch herrlich verschrobenen Menschen sie dort begegneten und welch amüsant skurrile Situationen sie überstehen mussten, um ganz im Dörfchen Amerika anzukommen, davon erzählte Dieter Moor in seinem ersten Roman.

Doch – und das ist wenig überraschend – Bauer Müsebeck, Teddy, Krüpki und wie die eigensinnig sympathischen Einwohner Amerikas alle heißen, sind noch immer für allerlei Geschichten gut. Und nicht zuletzt ist es der frischgebackene Brandenburger Moor selbst, der mit Selbstironie und Wortgewandtheit den Hörer davon zu überzeugen versteht, dass das Leben in der ostdeutschen Provinz sehr vieles sein kann – nur nicht langweilig.

Denn: Bauer Moor bangt um seine Ehre: „In der Tat hatte ich mir große Sorgen gemacht um meinen Hürlimann, den Traum meiner Kindheit. Den guten alten Hürlimann D 100 S, Baujahr 1968, kräftig wie ein ganzes Gestüt: 45 Pferdestärken. Und dieses Juwel schweizerischer Ingenieurskunst machte mir Sorgen.“ Was ist ein Bauer schon ohne seinen Trecker? Ein Nichts und zudem die Lachnummer des Dorfes. Nichtsweniger als das gilt es zu verhindern.

Und dann wären da noch ein Bayer im hellblauen Tangaslip, der eingefleischte Junggeselle Teddy, der beginnt zarte Bande zu knüpfen, sowie Frau Widdel, die beschließt in Rente zu gehen und damit das ganze Dorf in Aufruhr versetzt. Das alles von Dieter Moor selbst zu hören ist unterhaltsam, komisch und anrührend zugleich. Und wer mit fünf CDs allein noch nicht zufrieden ist, der bekommt eine ungekürzte Lesung von „Lieber einmal mehr als mehrmals weniger“ als Download.


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