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12.02.2016

Max Richters "SLEEP" im Kraftwerk Berlin live erleben

MaerzMusik macht’s möglich: Endlich ist Max Richters Projekt "SLEEP" im Kraftwerk Berlin auch live zu erleben.

Max Richter, Max Richters SLEEP im Kraftwerk Berlin live erleben © Mike Terry

Max Richters Musik ist gleichermaßen beeinflusst von Post-Rock, klassischer Musik und der elektronischen Avantgarde. Er hat fünf Soloalben komponiert und veröffentlicht sowie eine "Neu-Komposition" von Vivaldis "Vier Jahreszeiten" geschaffen, die zum Bestseller wurde. In der Welt der Kunst gibt es zurzeit ein erneutes Interesse an Langzeitformaten. "In der Musik ist das nichts Neues", sagt Richter. "Das gab es schon bei Cage, Terry Riley und LaMonte Young. Das Wiederaufleben ist unter anderem eine Reaktion auf die Beschleunigung unseres Lebens – wir alle brauchen manchmal eine Pause." Und er fügt hinzu: "Die Konventionen der Aufführung klassischer Musik haben mich schon immer interessiert, unsere strengen Regeln, die diktieren, wie und welche Musik uns gefallen darf. Während Kompliziertheit und Unzugänglichkeit in der Musik mit Intelligenz und Avantgarde gleichgesetzt wurden, kam uns im Europa des 20. Jahrhunderts etwas abhanden. Die Moderne schenkte uns so viele packende Werke, aber zugleich haben wir unsere Wiegenlieder verloren. Wir haben das gemeinsame Hörerlebnis verloren. Das Publikum wurde kleiner. Alle meine Werke aus den letzten Jahren haben sich diesen Fragen gewidmet, auch SLEEP. Es ist ein überlegtes politisches Statement."

Max Richter, seit 2015 Exklusivkünstler auf Deutsche Grammophon, gehört zu den interessantesten und innovativsten Vertretern der Neuen Musik und fühlt sich auf vielen Gebieten heimisch. Gerühmt als einflussreichster Komponist seiner Generation, schafft Richter eine Klangwelt, die klassische Ausbildung und moderne Technik verbindet. Sein Œuvre umfasst eine Reihe von erfolgreichen Soloalben bei FatCat und Deutsche Grammophon, symphonische und Ballettmusik sowie Soundtracks für preisgekrönte Filme und Fernsehserien, darunter Waltz with Bashir und die amerikanische HBO-Serie The Leftovers. Auftragswerke für die amerikanische Geigerin Hilary Hahn, das Antonio Vivaldi "Recomposed-Project Four Seasons", und jüngst SLEEP und from SLEEP sind Teil seines beständigen Anliegens, die Zuhörer wieder für zeitgenössische klassische Musik zu gewinnen und erneut zu einem gemeinschaftlichen Klangerleben zu kommen.

Max Richter hat mit SLEEP eine der längsten Kompositionen der Musikgeschichte geschrieben. Das bahnbrechende Werk für Klavier, Streicher, Elektronik und Gesangsstimme dauert acht Stunden und verfolgt das Ziel, die Zuhörer zum Einschlafen zu bringen. "Schlafen zählt zu den wichtigsten Dingen, die wir tun. Ein Drittel unseres Lebens verbringen wir im Schlaf." erklärt Max Richter. "SLEEP ist mein persönliches Wiegenlied für eine hektische Welt, ein Manifest für eine langsamere Gangart des Lebens." Während der Komposition befragte Richter den angesehenen amerikanischen Neurowissenschaftler David Eagleman, um mehr über die Gehirnfunktionen beim Schlafen zu erfahren. "Mit SLEEP will ich herausfinden, wie unser Unbewusstes zum Lebensraum für die Musik werden kann. Es ist mein persönliches Wiegenlied für eine hektische Welt – ein Manifest für eine langsamere Gangart des Lebens." Die Zuhörer waren aufgefordert, im Bett zu liegen und die Musik im Schlaf zu erleben. Die erste - nicht-öffentliche - Aufführung stand im Mittelpunkt einer von BBC Radio 3 unter dem Titel "Why Music?" ausgestrahlten Sendereihe, die sich ein ganzes Wochenende der Beziehung zwischen Musik und Unterbewusstsein widmete.

MaerzMusik – Festival für Zeitfragen hat sich zum Ziel gesetzt, dem Phänomen Zeit in seinen gesellschaftspolitischen, philosophischen und künstlerischen Dimensionen kontinuierlich nachzuspüren. SLEEP gehört zu den wichtigsten zeitbezogenen künstlerischen Arbeiten der Gegenwart. Als öffentliches Live-Event feiert SLEEP in Berlin in der Nacht vom 15. auf den 16. März seine Weltpremiere. Die Aufführung wird realisiert von Max Richter (Klavier und Elektronik), The Max Richter Ensemble und der Sopranistin Grace Davidson. Den Besuchern werden im Kraftwerk Berlin auf Ebene 8 Schlafplätze angeboten, die sie mit selbst mitgebrachten Decken, Schlafsäcken und Kissen individuell gestalten können. Schlafmasken sind vor Ort erhältlich. Snacks vor und ein Frühstück nach der Performance sorgen für das leibliche Wohl des Publikums; während des Konzertes werden ausschließlich nicht-alkoholische Getränke angeboten, um die gewünschte Schlafatmosphäre nicht zu beeinträchtigen.

Die Rundfunkübertragung der ersten Live-Aufführung von SLEEP am 26./27. September 2015 auf BBC Radio 3, die in der Wellcome Collection vor wenigen geladenen Gästen realisiert wurde, erzielte zwei Titel im Guiness-Buch der Rekorde für die längste Übertragung und die längste Live-Übertragung eines einzelnen Musikstücks.

Berliner Festspiele präsentieren im Rahmen von MaerzMusik – Festival für Zeitfragen 2016 die öffentliche Weltpremiere von Max Richters SLEEP im Kraftwerk Berlin. In Zusammenarbeit mit Berlin Atonal, Deutsche Grammphon und Kraftwerk Berlin bringen die Berliner Festspiele im Rahmen von MaerzMusik – Festival für Zeitfragen 2016 die 8-stündige Live-Performance SLEEP von Max Richter erstmals öffentlich zur Aufführung. Max Richter selbst realisiert seine Komposition im Kraftwerk Berlin in drei aufeinanderfolgenden Nächten vom 15. bis 17. März 2016 – jeweils von Mitternacht bis acht Uhr morgens. Der Kartenvorverkauf startet am 18. Februar um 14.00 Uhr.

SLEEP bei MaerzMusik:

Premiere in der Nacht vom 15. auf den 16. März 2016
Einlass ab 22:00 Uhr
Werkeinführung ca. 23:30 Uhr.
Konzert von 24:00 bis 8:00 Uhr

Weitere Aufführungen:
16. März 22:00 Uhr – 17. März 8:00 Uhr
17. März 22:00 Uhr – 18. März 8:00 Uhr 

Der Ticketvorverkauf startet am 18. Februar um 14.00 Uhr.
Preis: 48 Euro exklusive Catering/ ermäßigt 38 Euro nur an der Abendkasse

 

 


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