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28.03.2012

Maximo Park

Es heißt, dass eine Veränderung genauso gut ist wie eine Pause. Aber wenn man beides haben kann? Genau das haben Maximo Park mit ihrem vierten Album "The National Health" gemacht. Nach einer dreijährigen Pause kehrt das Quintett aus Tyne and Wear mit neuer Energie zurück, und mit einem Sound, der – um John Peels berühmten Satz über The Fall zu zitieren – unverändert ist, und doch ganz anders. Die bekannten Markenzeichen sind allesamt da: rasendes Tempo, melodische, kantige Gitarren und Paul Smiths einfühlsame Texte über Liebe, das Leben und ganz normale Menschen. Aber es gibt auch eine neue Reife und Weichheit, ein bisschen mehr Elektronik und Songs, die sich mit der aktuellen Lage der Nation auseinandersetzen und dabei zu dem gleichen Ergebnis kommen, wie alle anderen, die derzeit in Großbritannien leben: dass nicht alles super ist.

"Wir stecken in einer weltweiten Rezession und trotzdem werden wir mit fröhlicher, knallbunter Musik bombardiert", erklärt Smith. "Das Land ist außer Kontrolle und das Album soll dem Kontrollverlust entgegenwirken. Es geht darum, im eigenen Leben etwas zu verändern. Ich kann nicht für alle sprechen, aber dieses Album hat seine Augen und Ohren überall. Das war bei Maximo Park immer so: Schaut Euch selbst an. Schaut, wie Ihr Euch selbst wahrnehmt und mit etwas Glück, kann sich jemand anderes damit identifizieren. Unsere Songs sind voller Empathie und ich hoffe, dass sie für die Menschen etwas bedeuten und sie unsere Musik hören wollen."

"The National Health" ist ein persönliches Album, kein politisches. Aber die hintergründige Botschaft ist trotzdem schwer zu überhören; besonders auf dem Titelsong. In seiner Ansprache zur Lage der Nation sagt Smith, dass England kränkelt, womit es aber alles andere als allein dasteht ("ill and it is not alone"): Das Land kämpft mit Identitätsverlust und dem täglichen Kampf - "the daily grind and the moral wealth". Smiths Perspektive ist die des unbeteiligten Beobachters. Er betrachtet das Land und sieht, wie sich die Ereignisse um ihn herum entwickeln, bis zur nahenden Katastrophe. Smith erklärt: "Die Textzeile: ‘I ride the local train. I’m not above the law…’ will sagen, dass unser Leben, obwohl wir in einer Band sind, sich nicht extrem vom Leben anderer Leute unterscheidet. Nur so können wir diese Dinge überhaupt sagen. Ich fahre mit der Regionalbahn. Die zweite Klasse steckt in mir drin. Es ist kein wütender Song; eher erstaunt. Nach drei Jahren standen wir vor der Herausforderung, einen Popsong zu schreiben, mit einem Text, der für die Leute eine Bedeutung hat. Und das tun wir."

Während ihre Zeitgenossen das Geschehen weitestgehend zu ignorieren scheinen, bringen Maximo Park das aktuelle Gefühl von Zusammenbruch und Panik perfekt auf den Punkt. Aber um die Maximo Park von 2012 zu verstehen, müssen wir die Uhr erstmal auf 2009 zurückdrehen. Nach ihrem dritten Album "Quicken The Heart" konnten Maximo Park quasi zusehen, wie die Trends an ihnen vorbeiliefen. Die Stimmung hatte sich gegen Gitarrenbands gewendet und obwohl Maximo Park immer auch elektronische Elemente hatten, fanden sie, wie Keyboarder Lukas es ausdrückt, dass die Welt "nicht noch ein Gitarrenalbum von fünf Typen brauchte: Es war Zeit, uns neu zu positionieren."


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