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Where Does This Door Go

(Limited Deluxe Edition)

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21.07.2011

Biografie

Die Soul-Sensation Mayer Hawthorne meldet sich im Oktober mit dem neuen Album „How Do You Do“ zurück 

Snoop, Kanye, Justin und Co. feiern ihn längst als einen ihrer Lieblingskünstler, im Spiegel wurde er als „begnadeter Falsettsänger“ beschrieben: Mayer Hawthorne ist seit 2009 das ultimative Darling der Blogosphäre und der Held und Retter der Leftfield-Soul-Szene. Dabei sieht er so gar nicht nach funky Senkrechtstarter aus.

Früher hatte er Schürfwunden am Knie, vom Skaten. Heute trägt er Anzüge, sieht aus wie eine Mischung aus einem etwas zu lässigen Versicherungskaufmann und einem einen Tick zu groß geratenen Kind; und zu Interviews taucht er immer noch mit seinem Rollbrett auf. Manche Dinge ändern sich eben nie. Wichtiger ist jedoch, dass er eine Stimme hat, die einen direkt in die Ära von Smokey Robinson und Curtis Mayfield entführt: Mayer Hawthorne liefert seit zwei Jahren das perfekte Update zum Sound der goldenen Soul-Ära. Bei ihm werden Begriffe wie Motown und Stax neu definiert, die Klassiker von morgen komplett im Alleingang instrumentiert und eingesungen. Ohne Schmalz. Und unbedingt ironiefrei.

Schon mit seiner ersten Single, wohlgemerkt auf 7“-Vinyl und noch dazu in Herzform veröffentlicht, hat Mr. Hawthorne vor zwei Jahren bewiesen, dass manchmal auch unter der schlichtesten Büroarbeiterfassade ein echtes Soul-Wunderkind stecken kann. Zu seinen Fans zählt seither nicht nur Promi-Blogger Perez Hilton (der schrieb „We love, love, love it“), sondern auch Kanye West, Justin Timberlake und John Mayer, die allesamt Twitter nutzten, um ihre Fangefühle einfach mal raus zu lassen. Sie und allen voran Snoop Dogg, der ihn kurzerhand zum Videodreh einlud, weil er so begeistert war, dürfen sich freuen, denn Mayer Hawthorne, inzwischen bei Universal Republic unter Vertrag, meldet sich im Herbst mit seinem zweiten Album zurück: „How Do You Do“ lautet der Titel der LP, mit der er erneut an die Soul-Tradition der späten 1960er und frühen 1970er Jahre anknüpft. Nach der grandiosen ersten Gute-Laune-Single „A Long Time“ zu urteilen, liegt auch die Antwort auf der Hand: Just fine, thank you.

Mayer Hawthorne erblickte das Licht der Welt, da war „You Can’t Hurry Love“ von den Supremes schon 13 Jahre alt. Und während der Titel „You Can’t Hurry Love“ zugleich ein weiser Sinnspruch ist, fand Mayer seine Liebe zu Schallplatten auch ohne Eile schon unglaublich früh: Mit gerade mal sieben begann der in der Hawthorne Road (daher der Name) von Ann Arbor, unweit der Autostadt Detroit aufgewachsene Andrew Mayer Cohen, so Mayer Hawthorne bürgerlich, Platten zu sammeln – weil er immer eine Scheibe geschenkt bekam, wenn einer von diesen leidigen Besuchen beim Frisör anstand. Kein Wunder, dass er sich auch DJ Haircut nennt...

Doch neben ersten Abstechern in Plattenläden, erinnert er sich auch noch lebhaft an frühe Autofahrten an der Seite seines Vaters, bei denen satter Soul aus seiner Heimatregion im Radio lief. „Aus Detroit kommen einfach die besten Sachen“, so der Sänger, Produzent und Multiinstrumentalist, zu dessen absoluten Helden Isaac Hayes und Barry White zählen. Was als kleines Nebenprojekt anfing, weil sich gewisse Themen doch nicht so gut über HipHop-Beats artikulieren lassen, führte zu einer ersten Singleveröffentlichung, nachdem Peanut Butter Wolf Mayers Songs zu Gehör gekommen waren: Die herzförmige „Just Ain’t Gonna Work Out“/„When I Say Goodbye“-Single verkaufte sich über 50.000 Mal. Die Blogosphäre multiplizierte und feierte täglich weiter, und nachdem der stilsichere Wolf also angebissen hatte, dessen Tastemaker-Label Stones Throw auch den Soul-Buddy Aloe Blacc („I Need A Dollar“) einst beheimatete, dauerte es nicht lange, bis auch Gilles Peterson und Mark Ronson den unscheinbaren Mayer, der nie im Kirchenchor gesungen hat, zur absoluten New-School-Soul-Sensation erklärten. Kein Wunder, schlägt er doch wie kein Zweiter die perfekte Brücke zwischen Damals und Heute, zwischen Soul-, R&B- und HipHop-Welt, schließlich basiert all sein kreatives Schaffen letztlich auf jenem schon früh angefangenen Crate-Digging, jener Vinyl-Fetischisten-Disziplin, die DJs vom alten Schlag in aller Welt vereint. „Das ist schon Soul“, sagte der inzwischen 32-Jährige damals über sein eigenhändig produziertes Debütalbum „A Strange Arrangement“, das im Herbst 2009 erschien und ihn endgültig bekannt machen sollte. „Aber halt neuer, frischer, unverbrauchter Soul-Sound.“ Und das stimmt auch im Jahr 2011.

„Überhaupt kann ich diesen Spruch nicht ausstehen, dieses ewige ‘let’s take it back to the good old days’“, meint der 7“-Sammler, der sich selbst als „wandelndes HipHop-Lexikon“ bezeichnet, weiterhin. „Smokey Robinson hat bestimmt nicht so gedacht, als er seine Songs eingesungen hat. Run-DMC wollten auch nichts mit der Vergangenheit zu tun haben. Es ging immer um neue und andersartige Musik, um spannenden Sound.“ So klängen seine Drums schließlich auch mal wie die Beats von J Dilla, modern halt. Und zeitlos zugleich.

So definiert Mayer Hawthorne – ganz ähnlich wie befreundete und gleich gesinnte Künstler, z.B. John Legend, Amy Winehouse, Raphael Saadiq oder auch Jamie Lidell und Stones-Throw-Kollege Aloe Blacc – das aktuelle Update zu Stax- und Motown-Sound; mal einfach singend auf dem Rollbrett, mal mit seiner in der Regel vierköpfigen Live-Band The County; mal auf Tour mit Leuten wie aktuell Bruno Mars und Janelle Monae (im Herbst dann voraussichtlich mit Chromeo). Aber immer und unbedingt mit einer Überdosis Style im Gepäck.

Das Album „How Do You Do“ erscheint am 07. Oktober.


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