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09.04.2015

Mia. Biografie 2015

Es hat länger gedauert als angekündigt. „Wir sind eigentlich immer stolz gewesen, dass man sich auf uns verlassen kann“, sagt Mieze Katz, Sängerin der Berliner Band MiA. Aber erstens kam alles anders und zweitens als man denkt. Jetzt erscheint MiAs sechstes Album statt im Frühjahr 2014 eben ein Jahr später.

Das Warten hat sich indes gelohnt. Für die Band wie für die Fans: Das Album „Biste Mode“ ist zum überwiegenden Teil ein im eigenen Studio in Berlin-Weißensee aufgenommenes, wundersam ausbalanciertes Prachtstück. Die 14 darauf enthaltenen neuen Songs changieren inspiriert zwischen detailverliebter Clubmusik, einprägsamen Schlager-Zitaten und verspielten NDW-Reminiszenzen. Bindeglied des ausdifferenzierten Sounds, der stets auf die Dynamik zwischen Programming und akustischer Virtuosität baut, ist natürlich Miezes Stimme und ihre höchst eigenwillige, fordernde Art der Phrasierung. Produziert wurde „Biste Mode“ abermals von Nhoah, geradezu aberwitzig getextet hat Mieze.

MiA existieren seit 1997 — sprich: seit 18 Jahren — und haben in der Zwischenzeit mit dafür gesorgt, dass im Radio wieder deutschsprachige Musik gespielt wird. Das war schon einmal so, zu Zeiten der Neuen Deutschen Welle, als die Nina Hagen Band, Spliff und Ideal die bundesrepublikanischen Charts dominierten (oder aber deren Platten begehrte Ware im Osten waren). Wenn man genau hinhört, gibt es viele intuitive Verknüpfungen zu den genannten Bands: MiA kopieren nicht, sie machen mit atemberaubendem Selbstbewusstsein weiter, wo andere vor dreißig Jahren aufgehört haben.

Mit schlafwandlerischer Mühelosigkeit bewegen sich MiA — Mieze Katz (voc), Andy Penn (git), Gunnar Spies (dr) und Robert „Bob“ Schütze (bs) — heute auf den Bühnen wie vor TV-Kameras. Und mit Sicherheit hat die DSDS-Jury-Mitgliedschaft Miezes im vergangenen Jahr dazu beigetragen, dass man sich von niemandem nichts vorwerfen lassen will. Nicht, dass die Band mit Gegenwind nicht umgehen könne, das hat sie ja früh lernen müssen. Aber es ist schon toll, wenn man imstande ist, das Lebenszeichen, auf das so viele gewartet haben, als so souveränen Wurf mit einem so überzeugenden Titelstück zu definieren.