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MILEY CYRUS
„Can’t Be Tamed“ (VÖ: 18.06.2010)
Im Video zu ihrem aktuellen Top-10-Hit „Can’t Be Tamed“ sieht man, wie eine geflügelte Miley Cyrus aus einem überdimensionalen Vogelkäfig ausbricht. Diese Szene zeigt schon sehr gut, an welchem Punkt ihrer Karriere die 17-Jährige momentan steht, denn die ganze Welt verfolgt schon seit Jahren, wie sie sich als Künstlerin befreit und konsequent ihren eigenen Weg geht. Mit ihrem neuen Album „Can’t Be Tamed“ bricht Miley in eine noch abenteuerlichere musikalische Zukunft auf – das stellt sie bereits mit dem Albumtitel klar: Sie lässt sich inzwischen nicht mehr so einfach bändigen...
„Das neue Album sagt viel mehr über mich aus“, sagt sie selbst und ist sichtlich stolz auf das Ergebnis. „Ich wollte eine Platte aufnehmen, die einfach nur absolut ehrlich ist. Darum behandle ich darauf auch alle möglichen Dinge, die momentan in meinem Leben passieren.“
Da Miley mit Ausnahme eines einzigen Stücks durchweg als Co-Autorin der Songs in Aktion tritt, hat sie „Can’t Be Tamed“ ganz deutlich ihren persönlichen Stempel aufgedrückt. Wie schon zuvor, war sie auch dieses Mal mit den Produzenten bzw. Songschreibern John Shanks und Rock Mafia (Tim James und Antonina Armato) im Studio. Das Ergebnis dieser Aufnahme-Sessions ist ein Mix aus heftigen Dance-Beats, einfühlsamen Balladen und jener Stimme, deren Adrenalingehalt sich nur in einem Wort beschreiben lässt: Miley.
Auf Songs wie „Liberty Walk“ oder auch dem Titelsong, die beide auf fetten Synthesizer-Sounds basieren, artikuliert sie ihren Freiheitsdrang besonders deutlich. Noch einen Schritt weiter geht sie mit dem Track „Robot“, denn hier stellt sie ein für alle Mal klar, dass sie keine Maschine ist: „Stop trying to live my life for me/I need to breathe/I’m not your robot.“ Mileys Kommentar: „Den Song müssen sich meine Fans unbedingt anhören. Man hat mir schon eine Million Mal versucht vorzuschreiben, was ich zu tun und zu lassen habe. Auf diesem Stück sage ich zu meinen Fans: Wenn du als Künstlerin etwas erreichen willst, musst du auf deine eigene Stimme hören und darfst nicht lockerlassen.“
Balladen wie „Stay“, „Scars“ und „Take Me Along“ gehen zwar in eine ganz andere Richtung, beziehen sich dabei aber ebenfalls auf Dinge, die Miley am eigenen Leib erlebt hat: Es geht um den Wunsch, ein ganz normales Leben führen zu wollen – was auch heißt: normale Beziehungen zu führen –, obwohl die ganze Welt immer wieder an einem zerrt und einem die Zeit dafür rauben will. Im Fall von „Stay“ beschreibt sie, wie einsam das Leben auf Tour sein kann, während sie sich im Text von „Scars“ – Narben also – vergangene Beziehungsabenteuer nochmals ins Gedächtnis ruft und zu dem Schluss kommt, dass diese Gedanken endlich ad acta gelegt werden müssen. „Forgiveness & Love“ bringt einfach nur Mileys Lebensphilosophie auf den Punkt, woraufhin „My Heart Beats For Love“ eine Hymne für all diejenigen ist, die das Gefühl kennen, wenn einen andere vollkommen falsch einschätzen. Mit den ausgelassenen Tracks „Two More Lonely People“ und „Permanent December“ unterstreicht sie schließlich noch einmal, wie unfassbar viel sie inzwischen als Sängerin und Songschreiberin dazugelernt hat.
Eine der größten Überraschungen, die ihr neues Album bereithält, ist Mileys Version von „Every Rose Has Its Thorn“, auf dem Bret Michaels, der Co-Autor des Stücks, auch selbst den Gitarren-Part beisteuert. Allerdings war ihre Wahl auf den Poison-Klassiker schon längst gefallen, als Michaels aus der Versenkung zurückkehrte und zu einem Dauergast in den US-Medien avancierte. „Bret und ich sind schon seit einiger Zeit gute Freunde“, berichtet Miley. „Ich sagte ihm, dass ich unbedingt mal mit ihm ins Studio gehen und an diesem Song arbeiten wollte. Und jetzt, wo er plötzlich wieder so eine große Nummer ist, finde ich es noch krasser, dass wir uns schon so früh auf diese Zusammenarbeit einigen konnten.“
Auf dem vielleicht optimistischsten Track des neuen Longplayers fragt sich Miley, für wen ihr Herz nun eigentlich schlägt: „Who owns my heart? Is it love or is it art?“ Ist es die Liebe oder ist es die Kunst? Doch ehrlich gesagt konnte man das bei Miley Cryus noch nie voneinander trennen.
Am 23. November 1992 in Nashville geboren, wuchs Miley mit den Live-Auftritten ihres Vaters, des Country-Superstars und Schauspielers Billy Ray Cyrus, auf. Es dauerte nicht lange, bis auch sie vom Schauspielvirus infiziert wurde. Nachdem sie erste Erfahrungen als Statistin in verschiedenen TV-Projekten ihres Vaters gesammelt hatte, übernahm sie schließlich in der Serie „Doc“ eine erste größere Rolle an seiner Seite.
Als die gerade mal 11-jährige Miley dann zum ersten Mal für „Hannah Montana“ vorsprach, wurde sie zunächst als zu jung für die Rolle eingestuft und musste wieder gehen – was sie jedoch keinesfalls davon abhielt, am Ball zu bleiben und es weiter zu versuchen. Zwei Jahre später bekam sie die Rolle, für die sie so hart gearbeitet hatte, doch noch, und damit war zugleich der Startschuss für ihre steile Karriere gefallen: Schon die erste Staffel von „Hannah Montana“ erzielte im Jahr 2006 höhere Einschaltquoten als die meisten anderen Disney-Produktionen.
Im November des Jahres erschien dann der erste „Hannah Montana“-Soundtrack, auf dem acht Songs vertreten waren, die Miley als Hannah Montana eingesungen hatte. Das Album, das dreifach mit Platin ausgezeichnet werden sollte, ging geradewegs an die Spitze der US-Charts und wurde somit zum ersten TV-Soundtrack überhaupt, der gleich in der ersten Verkaufswoche auf Platz #1 der Billboard-Top-200 landete.
2007 erschien die 2-CD „Hannah Montana 2: Meet Miley Cyrus“, für die sie acht von zehn Songs erstmals als Co-Autorin mitverfasst hatte; mit dreifachem Platin war diese Veröffentlichung jedoch nur ein Vorgeschmack auf ihre ausverkaufte „Best of Both Worlds“-Tour, mit der sie noch im gleichen Jahr sämtliche Verkaufsrekorde sprengen sollte. Außerdem landete sie mit „Hannah Montana & Miley Cyrus: Best of Both Worlds Concert“, dem gleichnamigen 3D-Kinofilm, auch noch den größten US-Kinohit des Jahres.
Für ihr „Breakout“-Album, mit dem sie 2008 abermals Platz #1 der US-Charts belegte, hatte sie wiederum bei acht Songs ihre Finger als Co-Autorin im Spiel. Danach erschien auch noch der Soundtrack zu „Hannah Montana – Der Film“, und als der ebenfalls auf Platz #1 der US-Charts ging, war Miley offiziell die jüngste Musikerin in der Geschichte der Charts, die vier #1-Alben in weniger als drei Jahren an die Spitze der Billboard-Top-200 katapultiert hatte. Ihre Single „The Climb“ war ähnlich erfolgreich: Sie ging auf Platz #4 der Verkaufscharts und brach mit 7 Wochen an der Spitze der Mainstream-AC-Radiocharts den bestehenden Rekord!
Als dann „Party In The U.S.A.“ vergangenes Jahr direkt auf Platz #2 einstieg – ihr bis dato höchster Neueinstieg –, hatte Miley endgültig alle anderen abgehängt: Der von Co-Autor Dr. Luke produzierte Track verzeichnete drei Wochen lang den höchsten Airplay-Zuwachs, was dazu führte, dass „Party In The U.S.A.“ mal eben zum größten Radiohit aus dem Hause Hollywood Records wurde. Von ihren Anfängen als „Hannah Montana“ über Leinwanderfolge bis hin zu diversen Single-Hits – nun war Miley endgültig zur größten Nachwuchsmusikerin der USA geworden.
Auch in Sachen Schauspielerei gibt’s Neuigkeiten bei ihr: Nachdem Miley gerade erst in der Verfilmung von Nicolas Sparks’ „The Last Song“ geglänzt hat, hatte sie auch einen kurzen Gastauftritt in „Sex And The City 2“. Außerdem wird sie demnächst an der Seite von Demi Moore die Hauptrolle in dem Film „LOL“ spielen, einem US-Remake des gleichnamigen Films aus Frankreich. Dazu hat sie erst letztes Jahr eine vollkommen neue Herausforderung angenommen, indem sie unter dem Namen Miley Cyrus & Max Azria eine eigene Fashion-Kollektion entworfen hat, die in den Staaten exklusiv bei Walmart verkauft wird.
„An jedem dieser Projekte wachse ich: Ich lerne etwas daraus und verändere mich“, sagt sie abschließend. „Und so hat sich auch mein Image mit jedem Jahr ein wenig verändert: Heute bin ich eher schon eine Frau und nicht mehr das Teenager-Kid, das mit ‘Hannah Montana’ angefangen hat. Ich bin erwachsen geworden, und unterwegs habe ich sehr viel gelernt.“
Das wiederum erklärt auch ihre Ausnahmestellung in der aktuellen Musiklandschaft. Mit „Can’t Be Tamed“ setzt sie zum nächsten großen Sprung an – und wie jedes Mal macht sie das auf ihre ganz eigene Art.


