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Mitsuko Uchida BACKSTAGE EXCLUSIV

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06.09.2012

Langjährige Liebesaffäre - Mitsuko Uchida spielt Mozarts Klavierkonzerte Nr. 9 und 21

Nach der Grammy-prämierten Aufnahme der Klavierkonzerte Nr. 23 und Nr. 24 und der umjubelten Einspielung der Konzerte Nr. 20 und Nr. 27 erscheint nun die dritte CD der Mozart-Serie von Pianistin Mitsuko Uchida, diesmal mit Konzerten Nr. 9 und Nr. 21.

Mitsuko Uchida, Langjährige Liebesaffäre © Decca / Marco Borggreve

Im Alter von zwölf Jahren zog die Diplomatentochter Mitsuko Uchida mit ihrer Familie von Japan nach Wien, eine Stadt, die enormen Einfluss auf ihre musikalische Persönlichkeit haben sollte. Neben der Möglichkeit ihre Klavierstudien an der renommierten Universität für Musik und darstellende Kunst fortzusetzen, bot Wien der talentierten jungen Musikerin auch ein Kultur- und Musikleben von einzigartigem Reichtum. Und die Musik von den Schallplattenaufnahmen ihres Vaters war hier allgegenwärtig. Vielleicht ist es kein Zufall, dass Uchidas Repertoire von Komponisten bestimmt wird, die einst in Wien lebten und arbeiteten: Mozart, Beethoven und Schubert ebenso wie Schönberg, Webern und Berg.

Herausragende Mozartinterpretin

Ihre langjährige Liebesaffäre sei jedoch Mozart, bekennt Mitsuko Uchida. Mit ihm kam auch ihr internationaler Erfolg. 1982 gab sie eine Reihe von Recitals mit Mozarts Sonaten in der Londoner Wigmore Hall, die von den Kritikern hochgelobt wurden. Danach spielte und dirigierte sie sämtliche Klavierkonzerte Mozarts mit dem English Chamber Orchestra. Zu dieser Zeit entstanden auch ihre ersten Mozart-Aufnahmen für Philips. Heute gehört Mitsuko Uchida zu den wichtigsten Mozartinterpreten unserer Zeit. Ihren Zugang zur Musik Mozarts zeichnen eine tadellose Technik und tiefe Emotionalität, sowohl Energie als auch Zärtlichkeit aus. Als Solistin beansprucht Uchida keine dominierende Rolle. Zentral für ihr künstlerisches Selbstverständnis sei vielmehr das Zusammenspiel mit dem Orchester, wie sie im Interview mit dem Magazin Opernring verriet. “Man kann auch hörbar sein und nicht zu wichtig“ – das lerne man besonders in Mozarts Klavierkonzerten.

“Jeunehomme” und “Elvira Madigan”

Die erste der beiden bereits veröffentlichten Live-Einspielungen mit dem Cleveland Orchestra – von der Pianistin selbst vom Klavier aus dirigiert – wurde mit dem Grammy in der Kategorie “Best Instrumental Soloist(s) Performance (with Orchestra)” ausgezeichnet. Nun präsentiert Decca die dritte Folge der Aufnahmereihe, für die Uchida Mozarts Klavierkonzerte Nr. 9 (KV 271) und Nr. 21 (KV 467) auswählte. Das Konzert Nr. 9 in Es-Dur, auch “Jeunehomme” gennant, schrieb Mozart mit 21 Jahren. Amüsanterweise bezieht sich der Beiname des Konzerts jedoch nicht auf das junge Alter des Komponisten, sondern er verweist auf den von Mozarts Biographen falsch überlieferten Namen der Mademoiselle Jenamy, der es gewidmet ist. Gegenüber Mozarts bisherigem Schaffen setzt sich das Werk durch kühne Innovationen ab; von besonderer Schönheit ist sein langsamer Satz. Auch das berühmte Andante des C-Dur-Konzerts Nr.21 besticht durch große Anmut. Seit dieser Satz im Jahr 1967 für den Soundtrack zum gleichnamigen schwedischen Film über eine dänische Seiltänzerin verwendet wurde, trägt das Konzert Nr. 21 den Beinamen “Elvira Madigan”.


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