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09.05.2014

Nikki Yanofsky gibt ihr "Little Secret" preis

Nikki Yanofsky, Nikki Yanofsky gibt ihr Little Secret preis

Einen alten Fuchs des Musikbusiness wie Quincy Jones zu verblüffen, dürfte nicht leicht sein. Nikki Yanofsky hat es offenbar geschafft.

Als Quincy letztes Jahr beim Montreux Jazz Festival den Auftritt der jungen Kanadierin ankündigte, sagte er: "Ich weiß nicht, wie sie es gemacht hat. Aber sie nahm ein Stück, das ich 1962 geschrieben hatte, und ein anderes von Herbie [Hancock], stellte beide auf den Kopf und machte daraus, wie ich meine, einen Hit." Das Stück, auf das sich Quincy bezog, ist die Titelnummer von Nikki Yanofskys neuem Album "Something New", das der Maestro natürlich selber mitproduzierte. Und es ist symptomatisch für ihren vielversprechenden Ansatz, Jazz und Pop auf originelle Weise unter einen Hut zu bringen.

Für das erwähnte "Something New" etwa borgte sich Nikki frech ein paar Hooks von Quincy Jones' "Soul Bossa Nova"” und Herbie Hancocks "Watermelon Man”, um diese dann in einen herrlich schrägen, sehr zeitgenössisch-poppigen und eigenen Kontext zu setzen. Einen ähnlichen Trick wendete sie beim Titelstück des Albums an, für das sie den mitreißenden Rhythmus von Benny Goodmans "Sing Sing Sing" etwas modernisierte und zur Grundlage für eine verschmitzte eigene Nummer machte. Ebenso begeisternd sind aber auch ihre Interpretationen des einzigen Jazzstandards dieses Albums, Harry Warren und Johnny Mercers "Jeepers Creepers", und des Doors-Klassikers "People Are Strange", den sie in eine mysteriöse orchestrale Ballade verwandelte.

Virtuos kombiniert sie auf "Something New" Popsongstrukturen mit ausgeklügelten Harmonien, clubtaugliche Beats mit fetzigen Bigbandbläsern und ohrwurmige Melodien mit ausgelassenen Scat-Soli. Und verschafft so den Hörern aus dem Pop- als auch Jazzlager ein Aha-Erlebnis: Die einen erkennen, dass Jazzmusik nicht kompliziert sein muss, sondern auch einfach Spaß machen kann, die anderen, dass Popmusik nicht immer nach 08/15-Mustern gestrickt sein muss. "Ich möchte meiner Generation den Jazz nahebringen", sagte die 20-Jährige kürzlich in einem Interview. "Aber nicht in einer moralisierenden Weise." Mit den frischen Sounds von "Something New" sollte ihr das problemlos glücken.


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