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28.06.2002

Nils Petter Molvær - "NP3"

Nils Petter Molvaer, Nils Petter Molvær - NP3

Nils Petter Molvær, norwegischer Trompeter, Komponist und Produzent, verbindet stilistische Extreme - Jazz, Ambient, House, Electronica und Breakbeats - und verschmilzt sie mühelos in überzeugende, tiefgründig intensive Klanglandschaften.

1960 im norwegischen Sula geboren, wurde Nils Petters Interesse an Jazz schon in jungen Jahren von seinem Vater, einem Musiker, geweckt. Nachdem er in Schulbands und örtlichen Clubs gespielt hatte, verließ er Sula 1979 um am Konservatorium in Trondheim Musik zu studieren. Dort entwickelte er seinen einzigartigen Stil und machte sich einen Namen als eines der bemerkenswertesten neuen Talente Norwegens.

 

Nils Petters musikalische Einflüsse sind eklektisch - er nennt Namen wie Miles Davis, Don Cherry, Billie Holiday, Brian Eno, Joni Mitchell und Bill Laswell. Sein Interesse an sowohl akustischer als auch elektronischer Musik ist der Grund für die Leichtigkeit, mit der er die Konventionen des Pop, Rock und Funk ebenso wie die des modernen Jazz außer Kraft setzt. Diese einzigartige Sensibilität machte ihn schon bald zum gefragten Musiker in Oslo. Nach seinem Intermezzo mit der norwegischen Jazzcombo Masqualero wurde Nils Petter Manfred Eicher vorgestellt, der ihn in seine "Musikerriege" aufnahm und etwa für Studiosessions mit dem ECM-Künstler Robyn Schulkowsky engagierte.

 

1997 präsentierte Nils Petter sein Debütalbum "Khmer", das eine bis dahin noch nicht gehörte Mischung von Improvisation und hypnotisch drehenden Beats bot. Das Album erhielt außergewöhnlich hohe Aufmerksamkeit in den Medien und in der Öffentlichkeit und wurde u.a. mit dem Preis der Deutschen Schallplattenkritik und einem norwegischen Grammy ausgezeichnet.

 

Das mit Spannung erwartete Nachfolgealbum zu "Khmer" wurde im Mai 2000 von ECM veröffentlicht. Auf "Solid Ether" intensivierte Nils Petter seinen Dialog mit der Club Culture. Das Konzept hinter "Solid Ether" ist, daß ein Musikstück nie wirklich fertig ist und daß sowohl Produzieren als auch Komponieren sich ständig weiterentwickelnde Prozesse sind. "Äther existiert nicht, wie kann er also ?solide? sein? Es ist ein Paradoxon - wie das Leben."

 

Dieser Einstellung getreu, ließ Nils Petter die Stücke von "Solid Ether" von gleichgesinnten Künstlern wie Funkstörung, Bill Laswell, Joakim Lone und Jason Swanson/ Cinematic Orchestra remixen. Daraus entstand das Album "Recoloured - The Remix Album", das im April 2001 veröffentlicht wurde. "Ich liebe Raum und Poesie. Die Trompete braucht Raum um ihre eigene Sprache zu kreieren, und Poesie kann minimalistisch sein und dabei Dinge sehr präzise ausdrücken. Die Remixer auf diesem Album erschaffen diesen Raum und drücken sich auf präzise, aber minimalistische Art und Weise aus." Sie suchen nach Klarheit, der Essenz des Klangs.

 

Nils Petters neues Album "np3" führt die Konzepte weiter, die er auf "Khmer" und "Solid Ether" entwickelt hat, indem es deutlich unterschiedliche Elemente zusammenbringt, um kontrastierende Strukturen zu erschaffen. Eine große Rolle spielt auf "np3" Nils Petters seelenvoller und kreativer Einsatz neuer musikalischer Technologien. "All diese neuen Werkzeuge sind an sich sowohl positiv als auch negativ. Wichtig ist das Timing - wann man den Moment anhält, um ihn dann einzufrieren und auszuwringen." Zeit verändert sich, Klang verändert sich, Musik verändert sich. "Ich gehöre zu einer Generation, die nicht mit den traditionellen Standards aufgewachsen ist, weshalb das zum Geschmack meiner Tradition gehört."

 

Nils Petters Musik entführt den Zuhörer auf eine abwechslungsreiche Reise, von "Tabula Rasa", das alle Parameter auf 0 herunterschraubt, um sie so gleichzustellen, über "Axis Of Ignorance", gemeint als Kontrapunkt zu George W. Bushs Fernsehansprache, in der er den Irak, Iran und Nordkorea als "Axis of Evil" (Achse des Bösen) bezeichnete, bis zu "Little Indian", einem Liebeslied für seine Tochter.

 

Co-Produzent Reidar Skårs kreativer Input an die Klanglandschaften trug sehr zur Entstehung dieses Albums bei. Und die versierten Beiträge der Musiker transportieren die Musik direkt vom Erdboden in den (fast) luftleeren Raum. Um das Erlebnis dieser "musikalischen Reise" noch zu verstärken, verknüpft Nils Petter die gesamte Produktion mit kleinen ambienten Klanginseln.

 

Würde man versuchen, diese Musik zu erklären, liefe man Gefahr, ihre Magie zu zerstören. Die Musik spricht für sich selbst.

 

Songs: 1. Tabula Rasa, 2. Axis of Ignorance, 3. Hurry Slowly, 4. Marroe, 5. Frozen, 6. Presence, 7. Simply So, 8. Little Indian, 9. Nebulizer


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