Backstage
Nirvana, NIRVANA BACKSTAGE EXCLUSIV
Produktdetail
Nirvana, Sliver - The Best Of The Box, 00602498867181

Sliver - The Best Of The Box

Format:
CD
Label:
Geffen
VÖ:
04.11.2005
Bestellnr.:
00602498867181
Produktinformation:

In etwa herrschte in den ausgehenden 80er Jahren eine Situation, die durchaus vergleichbar mit dem Status der Rockmusik in den 70ern ist: Das Feld war aufgeteilt unter und okkupiert von Dinosaurierkapellen. Wo in den 70ern die nahezu sinfonische Opulenz der Supergroups den freien kulturellen Zugang zur Musik verwehrte, war es in den 80ern die erstarrte Selbstreferentialität des zur bloßen Pose geronnenen Hip Hops. In beiden Fällen erzwang die Vollausbildung des jeweiligen Musikstils einen nicht wenig brutalen Backlash. 1991 wurde zu einem zweiten 1977. Und alle waren froh, dass es einen Gegenentwurf zu Puff Daddys "Every Breath You Take" gab. "Nevermind" sollte die Welt verändern. War "Generation X" bis dahin kaum mehr als ein akademisches Beschreibungsinventar, um der Fragmentierung der Jugendkultur Herr zu werden, konnte man sie mit "Smells Like Teen Spirit" urplötzlich hören. Und die Protagonisten - allen voran Kurt Cobain - hatten zwar mit Sicherheit weder Spex noch ihren Diedrich Diederichsen gelesen. Und trotzdem wussten sie um die medialen Verwertungsmechanismen, für die jedwede Rebellion lediglich Verkaufsargument war. Deswegen tat man so, als wolle man überhaupt nichts. Stupid. Contagious. Entertain us.
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Die Geschichte Nirvanas ist so gut dokumentiert wie kaum eine Bandhistorie. Trotzdem folgt die Wahrnehmung Nirvanas zuvorderst einem biographischen Ansatz: das Leben und Sterben von Kurt Cobain. Die Versuche, Nirvana entweder soziologisch oder auch nur musikalisch in einen Kontext einzuordnen, sind erschreckend wenig zahlreich. "Silver - The Best of the Box" ist nun ein solcher Versuch. Die Raritätensammlung ist die Essenz der 2004 veröffentlichten Nirvana-Box "With The Lights Out", die die Geschichte Nirvanas auf drei CDs und einer DVD bündelt. Proberaummitschnitte (etwa von "About a Girl" und "Rape Me"), Demos ("Blandest"), Unveröffentlichtes ("Spank Thru", "Come As You Are" und "Snappy" in unbehauenen Demoversionen) und Liveaufnahmen (erstaunlich: das Led-Zep-Cover von "Heartbreaker") zeichnen die Entwicklungen der für den Fortgang der Popmusik so wesentlichen Songs nach und machen Nirvana wieder als eine Band erlebbar, aus der der Frontman noch nicht ikonisch herausgehoben ist. "Silver" versammelt Schlaglichter aus allen Karrierephasen und verfolgt die Band von den Anfängen über den Mega-Hype bis zur dekadenten Spätphase, als man allgemein bereits zu ahnen begann, dass das alles kein gutes Ende nehmen würde. Die Sammlung führt dann doch zu einer einigermaßen überraschenden Erkenntnis: Auch wenn zum Karrierehöhepunkt Budgets und Produktionsmittel in jeder nur denkbaren Fülle theoretisch zur Verfügung gestanden hätten, blieb die straighte DIY-Maxime von 1985 bis 1993 unverändert und intakt. Das wandelt das Gesamtbild beträchtlich: Die Generation von 1991 hat sich entgegen anderslautender Zuschreibungen letztlich doch als unkorrumpierbar erwiesen.

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