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15.10.2008

Noa - Genes & Jeans

Noa, Noa - Genes & Jeans

Das Album "Genes & Jeans" ist für Noa gleichbedeutend mit einer musikalischen Reise zu ihren Wurzeln. Die Songs reflektieren ihr jemenitisches Erbe und ihre israelische Erziehung, ihre inneren Konflikten als junges Mädchen, das als jemenitische Jüdin in New York aufwuchs, und ihre Entscheidung mit 17 Jahren nach Israel zurückzugehen. Die Musik von "Gene & Jeans" spiegelt die drei unterschiedlichen Kulturen, die ihre Persönlichkeit gleichermaßen geprägt haben, ebenso wider wie ihre Suche nach Frieden: musikalischem, spirituellem, persönlichem und globalem.

Noa ist eine moderne Frau, eine Künstlerin, eine Ehefrau und Mutter... und nicht zuletzt eine unverbesserliche Träumerin. Sie kennt und liebt ihr Familienerbe - ihre Gene -, bewegt sich aber - als Jeansträgerin wie so viele junge Leute in der ganzen Welt - frei und selbstbewußt in die Zukunft. Wegen des ähnlichen Klangs der beiden Worte, und weil Jeans ein Symbol der modernen westlichen Welt sind, wählte sie deshalb für ihr neues Album den Titel "Genes & Jeans". Ihre kulturellen Wurzeln offenbart die Sängerin auf dem neuen Album mal mit zu Herzen gehenden Balladen und dann wieder mit mitreißend rhythmischen Songs in englischer, hebräischer und jemenetischer Sprache.

Zu verdanken haben wir dieses faszinierende neue Album Noas Wunsch, sich einmal intensiver mit den jemenitischen Liedern auseinanderzusetzen, die sie als Kind durch ihre Großmutter kennengelernt hatte. Um ihre Erinnerungen aufzufrischen, hörte sie sich diese Lieder nun in den Versionen von bekannten israelischen Sängern und Sängerinnen wie Aharon Amram, Zion Golan, Shoshana Damari, Shlomo Dachyani, Miriam Tzafri, Avner Gadasi und Ofra Chaza noch einmal an. Die wunderbaren Melodien und die nicht weniger wunderbaren Stimmen hinterließen bei Noa einen tiefen Eindruck. Da sie selbst in New York aufgewachsen war, wo ihr jemenetisches Musikerbe nach und nach durch Songs von Joni Mitchell und Paul Simon verdrängt wurde, war ihr klar, daß sie einen neuen, eigenen Zugang zu diesen Wurzeln finden mußte.

Sie dachte viel über die alten hebräischen und jemenetischen Liedtexte nach, in denen es oft um Liebe und Verlangen, unerfüllte Träume, Leid, Hitze, Staub und Wind geht. Dann schrieb sie selbst einige neue Songs mit englischen Texten, die ihrer Meinung nach zu dem traditionellen Material paßten. Sie ließ vor ihrem inneren Auge auch noch einmal die Geschichte ihrer Familie Revue passieren: wie diese einst die qualvolle Wanderung vom Jemen nach Israel unternahm; wie ihr Großvater durch Afrika und andere Gegenden reiste. Und sie erinnerte sich daran, wie sie selbst schließlich in den USA aufwuchs, dann den Entschluß faßte, ihrem Herzen zu folgen und nach Israel zurückzugehen. Und wie sie von dort aus mit ihrer Musik die ganze Welt eroberte. Zunächst als junge Frau, später als Mutter zweier Kinder. Diese nie endende Suche nach Identität, nach Klarheit, nach Akzeptanz, nach Liebe: Sie versuchte all dies durch die Augen ihrer Großmutter zu betrachten, durch die Augen ihrer Mutter, ihre eigenen Augen, die ihrer Töchter.

In ihrer Heimat Israel kennt man die Sängerin unter ihrem Geburtsnamen Achinoam Nini (der hebräische Name bedeutet "Schwester des Friedens"), im Rest der Welt nennt man sie schlicht Noa. Zur Welt kam die Tochter jemenitischer Einwanderer 1967 in Tel-Aviv, aufgewachsen ist sie ab ihrem zweiten Lebensjahr aber in New York. Erst mit 17 Jahren kehrte sie - alleine - in ihr Geburtsland zurück. Nachdem sie in Israel ihren zweijährigen Militärdienst abgeleistet hatte, studierte Noa an der Rimon School of Jazz and Contemporary Music in Ramat Hasharon. Heute spielt sie Percussion, Gitarre und Piano. An der Rimon School lernte sie den Dozenten und Gitarristen Gil Dor kennen, mit dem sie seitdem eng befreundet ist und auch ihren Karriereweg beschreitet. Ihren stärksten Einfluß bezog Noa von Sängern und Songwritern der 60er Jahre, etwa Paul Simon, Joni Mitchell und Leonard Cohen. Geprägt ist ihre Musik aber auch von Noas jemenitischen Wurzeln und Gil Dors Background im Jazz, der Klassik und dem Rock.

Der 1952 in Israel geborene Gil Dor studierte bei dem mittlerweile verstorbenen Menashe Bakish, einem der herausragenden Gitarristen des Landes, klassische Gitarre. Nach seinem obligatorischen Militärdienst (von 1971 bis 1974) ging er in die USA, um am Berklee College Of Music in Boston Jazz und am Queens College in New York klassische Theorie und Komposition zu studieren. 1981 kehrte er in seine Heimat zurück und machte sich dort durch Auftritte mit diversen Jazz- und Rockbands sowie die Begleitung einiger der bekanntesten Künstler Israels einen Namen als Gitarrist, Komponist und Arrangeur. 1983/84 unterrichtete er an der Jerusalem Academy of Music Jazzimprovisation und Gitarre. 1985 gründete er mit Partnern die Rimon School of Jazz and Contemporary Music in Ramat Hasharon, die er fünf Jahre lang als akademischer Leiter betreute. Dann begann er die Zusammenarbeit mit einer Schülerin der Rimon-Schule: Achinoam Nini (a.k.a. Noa). Gemeinsam traten sie seither auf den bekanntesten Bühnen der Welt auf. Und bis heute ist Gil Noas musikalischer und künstlerischer Direktor sowie Koautor ihrer Stücke, Produzent und natürlich Gitarrist.

Seit 1994 spielen Noa und Gil Dor mit dem zwar 1969 in Israel geborenen, aber türkischstämmigen Schlagzeuger und Perkussionisten Zohar Fresco zusammen. Zohar hat seitdem auf allen in Israel und international erschienenen Alben der Sängerin mitgewirkt und sie auf ihren Tourneen durch die Welt begleitet. Zohar Fresco war außerdem Mitbegründer der israelischen Band Bustan Abraham, einem Kollektiv arabischer und jüdischer Musiker, das auf fünf Alben nahöstliche und westliche Musik mit einander fusionierte. In dem von dem Oud-Spieler Teisir Elias geleiteten Ensemble Ziriab spielt er klassische türkisch-arabische Musik. Zohar begleitete nicht nur zahlreiche israelische Künstler, sondern arbeitete auch schon mit internationalen Größen wie Glen Velez, Zakir Hussain, Philip Glass und Arto Tunçboyaciyan zusammen. Mit dem polnishen Pianisten Leszek Mozdzer (Anna Maria Jopek, Tomasz Stanko) und dem schwedischen Kontrabassisten Lars Danielsson (Nils Landgren, Niels Lan Doky, Joey Calderazzo, Trilok Gurtu) unterhält er derzeit ein Projekt namens The Time.

Pianist Adi Renert spielte erstmals 1993 mit Noa und Gil Dor zusammen, als diese ihr Album "Achinoam Nini And Gil Dor" aufnahmen. Seit 2000 gehört er fest zu Noas Begleitensemble, war an der Einspielung der beiden Alben "Blue Touches Blue" und "Now" beteiligt und ging mit der Sängerin auch auf die ausgedehnte "Now"-Tournee, die Noa zwei Jahre lang rund um den Globus führte.

In den sechzehn Jahren, die sie nun schon zusammenarbeiten, haben Noa und Gil gemeinsam Songs geschrieben, eingespielt und produziert. In Israel erschienen drei Alben, die überwältigenden Erfolg hatten: "Achinoam Nini And Gil Dor Live" (1991), "Achinoam Nini And Gil Dor" (auch bekannt als "Rachel And Leah", 1993) und "Achinoam Nini" (1997). Darüber hinaus veröffentlichten sie auch fünf internationale Alben: "Noa" (produziert von Pat Metheny, Geffen Records 1993), "Calling" (produziert von Rupert Hine, Geffen Records 1996), "Blue Touches Blue" (produziert von Mike Hedges, Mercury Records 2000), "Now" (produziert von Gil Dor und Yoad Nevo, Universal Music 2002) und zuletzt "Live In Israel" (Universal Music 2006) - das Konzert wurde später auch noch auf DVD herausgebracht. Außerdem kamen von Noa 1998 noch ein Live-Album mit dem Israel Philharmonic Orchestra sowie die beiden Compilations "Both Sides Of The Sea" (1998) und "First Collection" (2001) auf den Markt.

In all diesen Jahren trat die sympathische Sängerin, die sich - nomen est omen - engagiert für die Völkerverständigung einsetzt, immer wieder mit Stars aus den unterschiedlichsten Ländern und der verschiedensten musikalischen Genres auf: darunter befanden sich Sting, Stevie Wonder, Carlos Santana, Sheryl Crow, George Benson, Johnny Clegg, Zucchero, Peter Maffay, Pino Daniele, Rita Marcotulli, Jean Jacques Goldman, Khaled, Amine, Lokua Kanza, Jorge Drexler, Joan Manuel Serrat, Miguel Bosé, Donovan, Maurane, Eric Serra, Pascal Obispo, Patrick Bruel, Mike Manieri, Al DiMeola und und und...


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