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Noa und Mira Awad im Finale beim Eurovision Song Contest
Beide ließen sich nicht beirren. Beteuerten, dass sie sich auf den Ausflug nach Moskau freuen. Dass sie sich nicht politisieren lassen würden - Noa und Mira Awad, die eine renommierte Künstlerin im Jazz wie in der Weltmusik, die andere Schauspielerin, Sängerin, Performerin. Beide israelische Staatsbürgerinnen, die eine, Noa, jedoch Jüdin, die andere, Mira Awad, Araberin. Sie kennen sich seit vielen Jahren, mögen und schätzen sich, wurden gefragt, ob sie bereit seien, zusammen für ihr Land beim Eurovision Song Contest anzutreten. Sie wollten - und gewann in Israel den Vorentscheid mit dem politisch inspirierten Lied „There Must Be Another Way" - es muss einen anderen Weg geben.
Und sie zogen in der Moskauer Nacht zum Mittwoch als eines von zehn Ländern ins große Finale am Samstag ein - Jubel auf ihrer Seite, mächtiger Beifall in der Moskauer Olympiahalle. Twitter vermeldete während des Auftritts von Mira Awad und Noa viel Anerkennung. Das sei es, zwitscherten Fans aus aller Welt, die den Event am Bildschirm oder im Livestream via Eurovision.tv verfolgten. Die beiden Israelinnen zogen verdient ins Finale, denn ihren Act meisterten sie souverän. Sangen engagiert - besonders Mira Awad zeigte, dass man, wie auch bei Noa, mit viel Lampenfieber alles aus einem wunderschönen Lied herausholen kann.
Die ganze Probenwoche über waren sich beide nicht sicher, ob es beim Televoting von Island bis in die Türkei, von Weissrussland bis Malta, für die Endrunde reichen würde. Aber sie waren in toller Form. Bei der israelischen ESC-Party Montagabend in einem Moskauer Bohemetheater, zeigten sie mit drei Liedern, was in ihnen steckt: Glamouröse Live-Künstlerinnen, die ohne Playback, unplugged bis zum letzten Instrument, singen können, dass das Publikum von Gänsehäuten überzogen schien. Frenetischer Jubel, auch von der deutschen Delegation um Alex Christensen und Oscar Loya ernteten sie mit fast scheuem Lächeln. Aber ihre Mienen signalisierten: Ja, wir können es schaffen.
Ob sie beim Finale weit vorne landen können, halten Experten für ausgemacht. Nicht nur, dass sie gelobten, ihre Stimmen nicht belasten zu wollen, nein, sie sagten bei der Pressekonferenz nach ihrem Finaleinzug: Wir singen nicht über die Zustände in unserem Lande allein, sondern über alle Konflikte in der Welt. Es muss einen anderen Weg geben als die Gewalt, als Krieg - sie beide würden es ja vormachen, wie es gehen kann. Indem man sich zu verstehen sucht, indem man einander zuhört und nicht darauf verzichtet, auch mal das Andere auszuhalten. Noa und Mira Awald einmütig: Niemand hat uns gezwungen, zusammen zu singen - wir wollten es, und je länger wir es tun, umso mehr gefällt es uns. Moskau ist ein tolles Experiment, das wir mit guten Gefühlen angefangen haben. So wird es weitergehen!
Noa und Mira Awad haben sich selbst für das Finale die Startnummer 2 ausgelost. Tragisch, aber wahr ist, dass von diesem Platz, der Act hinter der Eröffnungsnummer, noch nie einer in der 53jaehrigen Geschichte des Eurovision Song Contest gewonnen hat. Ob sie sich einen Sieg dennoch zutrauen? Klar, sagten sie, alle Lieder können gewinnen, wenn sie erstmal im Finale sind. Und wenn das Lied, das allen am meisten gefällt, von Startplatz zwei aus performt wird, so sagten sie, dann soll es so sein. Sie seien doch gern Regelbrecherinnen!







