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22.07.2016

Norma Jean Martine, 2016

Die letzten sechs Monate, sie müssen Norma Jean Martine vorgekommen sein wie der reinste Wirbelsturm. Seit Veröffentlichung ihrer ersten EP "Animals" stand ihre kleine Welt praktisch nicht mehr still. 

Man kann gar nicht anders, als die Künstlerin sofort ins Herz zu schließen. Wer sich mit der 24-jährigen Sängerin unterhält, hat das Gefühl, sie schon ewig zu kennen. Nicht nur, weil Martine diese unheimlich freundliche Art hat, sondern auch, weil sie, wenn man sie nach ihrer Single "Animals" fragt, von Hölzchen auf Stöckchen kommt und schnell ihre ganze Lebensgeschichte teilt. "Die Vorfahren meines Vaters waren italienische Immigranten und er ist in sehr armen Verhältnissen aufgewachsen", beginnt sie zu erzählen. "Von ihm habe ich meine Werte. Er hat mir beigebracht, dass ich hart arbeiten muss, wenn ich etwas will. Ich habe nie erwartet, dass mir etwas geschenkt wird."

Norma Jean Martine ist in Middletown, etwa eine Stunde nördlich von New York City, aufgewachsen und das Singen war schon als kleines Kind ihre große Leidenschaft. "Da meine Geschwister über 20 Jahre älter sind als ich, war ich im Grunde ein Einzelkind. Wir hatten keine Nachbarn, weil unser Haus direkt am Highway stand, und wenn meine Eltern nicht Zuhause waren, waren da nur mein Hund und die Maisfelder hinter dem Haus", lacht sie. "Ich glaube deshalb bin ich so kreativ geworden. Es war meine Art damit umzugehen, alleine zu sein."

Richtig ernst wurde es, als Martine im Alter von 13 Jahren ihre erste Gitarre bekam und anfing Songs zu schreiben. "Eines Abends nahm meine Mutter mich dann zu einem Blues-Jam mit. Ich hatte tierische Angst, aber sie überredete mich einen meiner Songs zu spielen – und er kam super gut an", erinnert sie sich. "Ab da ging ich regelmäßig zu Open Mic Nights. Ich war vorher nicht besonders selbstsicher. Als ich feststellte, dass ich wirklich gut singen kann, hat das mein Leben verändert. Es hatte auf einmal einen Sinn."

Über einen kurzen Stop in Nashville, wo sie an der Belmont University Musik studierte, verschlug es Martine auf Raten ihres Profs schließlich nach London. Ihre Musik würde da gut hinpassen, fand er – und sollte Recht behalten, denn in der britischen Hauptstadt nahm alles seinen Lauf. Martine traf ihren Manager, schrieb haufenweise Songs und nahm an Songwriting-Camps teil. Mit ihrer Karriere als Solokünstlerin ging es in großen Schritten voran: Sie trat im Vorprogramm von Künstlern wie Tom Odell, Gaz Coombes und Lissie auf, eröffnete zwei Mal das legendäre Montreux Jazz Festival und sorgte auch beim Reeperbahn Festival vor zwei Jahren für Begeisterung.

Und nun endlich erscheint ihr Debütalbum "Only In My Mind" – eine wunderbare Mischung aus Singer/Songwriter, Pop, Rock, Blues und Folk. "Für mich", sagt Martine, "ist dieses Album wie eine verlorene Rock/Pop-Platte aus den Sechzigern und Siebzigern." Dabei singt Norma Jean Martine sich die Seele aus dem Leib: Sie leidet und liebt, trauert und verzeiht. Mal warm und zart, dann geheimnisvoll und verrucht. Ihr Debüt wird dadurch einzigartig. Und wer sich mit ihr unterhält, merkt ziemlich schnell: Norma Jean Martine gehört zweifellos zu jenen Menschen, die Großes erreichen können.


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