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27.11.2009

Owl City Bio 2010

Im Staate Minnesota liegt ein kleines Städtchen namens Owatonna. Rund 22.000 Menschen leben hier. Innerhalb der Stadtgrenzen befindet sich eine ruhige Seitenstraße, an der ein bescheidenes kleines Haus liegt. Zu diesem Häuschen gehört auch ein ziemlich verwahrloster Keller, der nicht ein einziges Fenster aufweist. In diesem Kellerloch wiederum hält sich Adam Young auf, besser bekannt als Owl City, denn hier kreiert er im Alleingang seine elektronischen Klangwelten, die so ansteckend wie eingängig sind. Von dieser „Höhle“ aus, wie er sie nennt, ist es Adam gelungen, binnen kürzester Zeit Millionen von Menschen für seinen Sound zu begeistern – Menschen, die auf der Suche nach etwas Neuem, etwas Großem, einem unverfälschten Sound waren. Warum die großen Worte? Nun, bei derartigen Beschreibungen landet man unweigerlich, wenn man „Ocean Eyes“, das offizielle Debütalbum von Owl City in Worte fassen will.

Als Einzelkind, das in einer nicht besonders musikalischen Familie im besagten Kaff aufgewachsen ist, tut sich Adam etwas schwer bei der Erklärung, wie alles angefangen hat. Er sagt, er habe schon immer diese kreative Energie in sich verspürt, und während der High-School-Zeit habe er sich schließlich seine erste Gitarre zugelegt. In einer „wohl behüteten Blase“ aufgewachsen, und überhaupt eher einer von der schüchternen Sorte, landete er fast schon zwangsläufig bei der Musik, um seine kreative Ader auszuleben. „Ich war immer der schüchterne Typ – das wird sich auch nie ändern –, aber ich fühle mich momentan sehr viel wohler in meiner Haut, als ich gedacht hätte. Schließlich kann ich mich hinter den Songs verstecken.“

Während besagte Songs dafür sorgen, dass seine Fangemeinde Tag für Tag wächst, versteckt sich Adam in der Tat hinter der Musik: Wie Badly Drawn Boy oder Dashboard Confessional, veröffentlicht er sie nämlich nicht unter seinem wirklichen Namen sondern nennt sich stattdessen Owl City. Laut eigener Aussage wollte er damit eher die Stimmung einfangen, die in seiner Musik mitschwingt; ob der Name nun besonders großen Wiedererkennungswert hat oder nicht, war dabei zunächst zweitrangig. Und so erklärt einem Adam im gleichen Atemzug, dass die meisten Musiker, auf die er persönlich steht, ein ganz besonderes Element in ihrem Namen haben, irgendetwas Einzigartiges, das hängen bleibt.

Man muss sich also folgende Fragen stellen: Wie kam es eigentlich zu diesem ganzen Wirbel um Owl City? Wie kann ein junger Musiker, der seine Songs im Keller unter der Garage schreibt, umgeben von jeder Menge Schallschutzschaum und unzähligen Büchern, Millionen von Menschen mit seinem Sound erreichen? „Ich selbst suche nach wie vor nach einer Erklärung“, sagt Adam und muss dabei lachen. „Das alles begann aus einer Laune heraus im Juni 2007. Meine Eltern waren übers Wochenende weggefahren, und weil ich laut sein und ein bisschen Dampf ablassen wollte, bastelte ich also an jenen Songs, die auf meiner ersten EP ‘Of June’ landen sollten, die ich wenig später selbst im Netz veröffentlicht habe. Einen Monat später stellte ich die Songs auf meine MySpace-Seite und erzählte keiner Menschenseele davon.“

Trotzdem breiteten sich Adams Songs allein durch Mundpropaganda wie ein klangliches Lauffeuer aus, bis irgendwann im ganzen Land (digitale) Stimmen laut wurden, die nach einem Album verlangten. So veröffentlichte er mit „Maybe I’m Dreaming“, das in digitaler Form im März 2008 erschein, schon bald die erste Owl-City-LP: Die Kritiker waren aus dem Häuschen, und zugleich bewies Adam damit, wie sehr er seinen Sound weiterentwickelt hatte. Inzwischen zählt er mit über sieben Millionen Profilaufrufen und gut 40 Millionen Plays schon längst zu den größten MySpace-Phänomenen, wobei besonders auffällig ist, wie schnell das alles bei ihm ging. Fest steht: Der 23-Jährige hat schon jetzt wahnsinnig viel in der internationalen Musiklandschaft bewegt. Und das, wo er doch eigentlich nur in seiner „Höhle“ sitzt.

Wie fühlt man sich wohl, wenn man quasi über Nacht zum Star geworden ist? „Am meisten Sorge hat mir definitiv die Sache mit den Auftritten bereitet: Schließlich hatte ich noch nie unter dem Namen Owl City auf einer Bühne gestanden. Da kann einem schon Angst und Bange werden.“ Adams Bedenken darüber, vielleicht etwas verloren als musikalische Ein-Mann-Show am Keyboard und „über den Rechner gebeugt“ dazustehen, hielten ihn nicht davon ab, vor einigen Monaten dann doch seinen ersten Gig zu spielen. Nicht alle, aber immerhin ein Großteil seiner Befürchtungen löste sich in Luft auf, als er in Minneapolis vor ausverkauftem Haus die Bühne betrat: „Es fühlte sich ganz schön unwirklich an“, berichtet er. „Zu sehen, wie die Leute T-Shirts von einem kaufen und bei den Stücken mitsingen – und zwar lauter, als ich selbst gesungen habe –, das fühlte sich verdammt gut an.“ Dabei wird Adam noch weitaus mehr Leute hören, die sich an seinen Texten versuchen, denn nach seiner US-Tour im Herbst sind schon jetzt weitere Gigs in den Staaten für kommendes Jahr geplant.

Während sein MySpace-Publikum inzwischen mehrere zehn Millionen Hörer umfasst, ist Owl City nun bereit, sein neustes Werk „Ocean Eyes“ auch hierzulande zu veröffentlichen: Randvoll mit grandiosen Loops, großen Melodien und Texten, die einfach nur unter die Haut gehen, präsentiert Adam Young wieder einmal ein saftiges Hörerlebnis. Den Wunsch nach einem Rückzug in Traumwelten, in imaginäre Ozeane und Himmelreiche, schon längst sein Markenzeichen, vertont er auf seiner ersten offiziellen Albumveröffentlichung nicht nur ein Mal; so z.B. in Songs wie „Cave In“ oder „Umbrella Beach“. Zugleich beweist er abermals, dass er auch über die nötige Portion Witz verfügt, ein Element, das andere Electro-Acts leider allzu oft vermissen lassen: Um das zu erkennen, muss man sich nur das tanzbare „Dental Care“ (eine Metapher fürs Lächeln) mit seinen Klatsch-Einlagen oder den Smash-Hit „Fireflies“ anhören. Für den offiziellen Album-Release noch einmal überarbeitet, ist auch „Hello Seattle“, das in anderer Form schon vorher veröffentlicht war und zu den Lieblingssongs seiner Fans zählt, auf „Ocean Eyes“ vertreten: Hiermit verneigt sich Adam vor dem Nordwesten der USA, indem er eine Hymne auf das Hochland, Parkplätze, den Puget Sound, die größte Bucht der Region, und Albatrosse präsentiert. Mit grandiosen Gesangsharmonien („The Saltwater Room“) und einem Stück über verflossenes Liebesglück („Vanilla Twilight“), hat er für „Ocean Eyes“ insgesamt noch bewegendere Texte und eingängigere Sounds als je zuvor gefunden.

Dabei sieht die Zukunft von Owl City genauso aufregend und grandios wie die Musik aus: Adam wird sich in den kommenden Monaten hauptsächlich darauf konzentrieren, an seiner Live-Show zu arbeiten; er will sich auf der Bühne noch besser fühlen und noch mehr aus sich herausholen. Schließlich gilt es eine Fanbase zu befriedigen, die nach wie vor wächst und permanent neue Songs von ihm hören will. „Bislang habe ich jede Minute genossen, und ich kann kaum abwarten, was als nächstes kommt.“ Wir übrigens auch nicht.


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