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27.11.2009

Paper Route Bio 2009

+++ Die beste noch ungehobene Perle aus 2009!! +++

+++ Ab 03.12. auf Tour mit Paramore +++

Nicht ohne Grund wurden sie vom US-amerikanischen Paste Magazine in die Liste der „4 To Watch“ aufgenommen: Paper Route haben sich mit ihrer einzigartigen Mischung aus Electronica-Sounds, druckvollem Rock und wahnsinnig ehrlichen Texten in den Staaten schon einen Namen gemacht. „ABSENCE“, das am 27. November auf Universal Motown erscheinende Debütalbum der Band aus Nashville, besticht mit leidenschaftlichem Breitformat-Sound, in dem überdimensionale Melodien auf komplexe elektronische Klangwelten treffen. Songs wie beispielsweise „Carousel“ oder das wehmütige „Are We All Forgotten“ gehen einfach nur unter die Haut, wenn Paper Route darin zeitlose Themen wie die Liebe, Verluste oder auch die Aussicht auf Wiedergeburt und Erlösung behandeln. Im Verlauf der LP unterstreicht das Quartett, wie wichtig es ist, auch unter widrigsten Umständen durchzuhalten und nach vorne zu schauen. Selten hat eine Band ihr kollektives Herz dermaßen offen auf der Zunge getragen, und so ist „ABSENCE“ letztlich beides: zutiefst persönlich und allgemein gültig zugleich.

„Wir sind extrem empfindsame, emotionale, hoffnungslos romantisch veranlagte Typen“, sagt JT Daly (Gesang, Keyboards, Samples), „und das ist zunächst einmal alles andere als cool. Doch uns ist irgendwann klar geworden, dass du die Menschen nur dann erreichst, wenn du schonungslos ehrlich bist und kein Blatt vor den Mund nimmst. Die Themen, um die viele Leute einen großen Bogen machen würden, haben uns irgendwie schon immer magisch angezogen.“

„Die ehrlichsten Songs entstehen dann, wenn es einem nicht gerade besonders gut geht“, sagt Chad Howat (Programming, Klavier, Keyboards, Bass). „Während der Arbeit an diesem Album sind Beziehungen in die Brüche gegangen, Freunde und Familienangehörige von uns wurden krank oder starben sogar. Aber das gehört wohl alles zum Leben dazu; daher hoffe ich, dass sich auch andere Menschen mit unseren Texten identifizieren können.“

Die Gründungsmitglieder der Band stammen allesamt aus dem Herzen Amerikas. Daly und Andy Smith (Gesang, Gitarre, Harmonica) lernten sich durch ihre Familien kennen und begannen schon bald damit, zusammen erste Songs zu schreiben. Auf dem College stieß Howat dazu, und gemeinsam gründeten die drei ihre erste Band. Ein Jahr nach der Gründung zog das Trio nach Nashville, wo sie jedoch wenig später wieder das Handtuch warfen. „Unsere Band ist irgendwie nie so richtig aus dem Quark gekommen“, berichtet Smith. „Trotzdem wussten wir, dass die Chemie eigentlich stimmt, und erst später wurde uns klar, dass wir unser Potenzial einfach nicht genügend ausgenutzt hatten.“

Also gingen die drei Musiker zunächst getrennte Wege, wobei sie dennoch in Kontakt blieben und ihre enge Freundschaft weiterhin pflegten: Smith suchte sich einen Job als Sozialarbeiter, während Daly sich, wie schon zuvor, der bildenden Kunst und dem Film widmete. Howat hingegen kaufte sich ein Laptop und lernte auf eigene Faust, wie man damit Musik aufnimmt und Songs programmiert. Von Schlaflosigkeit geplagt, schlug er sich ganze Nächte vor dem Bildschirm um die Ohren und kreierte im Alleingang experimentelle Klangwelten, die eher in Richtung Boards of Canada oder Air gingen. „Chad nahm mit seinem Rechner wahnsinnig spannendes Zeug auf“, meint Smith, „echt intelligenten, gefühlvollen Elektro-Pop. Je mehr er sich ausprobierte, desto mehr fühlte es sich wie eine neue Richtung an, die wir auch gemeinsam einschlagen konnten. Sein Sound war absolut zugänglich, ohne dabei ins Oberflächliche oder Belanglose abzugleiten. Wir alle fanden seine Aufnahmen einfach nur extrem spannend.“ 

„Als ich begann, eigene Songs auf dem Rechner zu schreiben, passte mit einem Mal alles zusammen“, sagt Howat. „Ich hatte das Gefühl, endlich eine eigene Stimme gefunden zu haben.“

Es dauerte nicht lange, bis er Smith und Daly fragte, ob sie nicht vielleicht die eine oder andere Gesangsspur beisteuern könnten, und damit war auch schon der Grundstein für alles Weitere gelegt: „Als wir dann wieder zu dritt an neuen Songs arbeiteten, gab es kein Zurück mehr. Die Energie war plötzlich eine ganz andere“, so Howat.

„Die Musik ist unsere Droge“, meint Daly weiterhin. „Irgendwie führt für uns kein Weg daran vorbei. Was wir auch tun – früher oder später landen wir doch wieder bei der Musik.“ 

Im Sommer 2006 fassten die drei den Entschluss, ihr gemeinsames Projekt, dem sie inzwischen (in Anlehnung an unschuldige Kindheitserinnerungen) den Namen Paper Route gegeben hatten, mit dem Rest der Welt zu teilen: Sie veröffentlichten eine gleichnamige EP und machten sich erstmals darüber Gedanken, wie man die Songs am besten live präsentieren könnte.

Die Antwort auf diese Frage fanden sie, als sie mit Schlagzeuger Gavin McDonald einen vierten Mann ins Boot holten. Auch wenn die Songs von Paper Route nach wie vor auf Samples basierten, sorgte McDonalds Schlagzeugspiel für einen noch druckvolleren und „menschlicheren“ Sound, weshalb das Quartett zeitgleich noch weitere Instrumente ins Arsenal aufnahm: Glockenspiel, Akkordeon, Melodica, Klavier und Gitarre.

„Mir war klar, dass es gar nicht so leicht sein würde, das Schlagzeug in den Sound der Band zu integrieren“, erinnert sich McDonald. „Doch schon nach den ersten Konzerten wussten wir, dass es funktionierte. Dazu kam, dass sich dadurch viel größere kreative Spielräume auftaten.“

„Als Trio wussten wir ganz genau, wie wir unsere kreativen Energien zu bündeln hatten“, sagt Howat. „Aber wir wussten auch, dass uns Gavins Neuzugang vor neue Aufgaben stellen würde: Mit einem Schlagzeuger an Bord mussten wir den Bereich verlassen, in dem wir uns sicher fühlten, und neue Wege gehen. So gesehen hat der Neuzugang eine gesunde, kreative Spannung ausgelöst und uns dazu angespornt, als Musiker noch mehr aus uns herauszuholen.“

„Außerdem konnten wir so diesen sterilen ‘Synthetikfaktor’ umschiffen, der vielen Electro-Bands anhaftet“, fügt Smith hinzu. „Wir arbeiten wahnsinnig gerne mit Computern – die Möglichkeiten sind nicht zu toppen –, aber echte Instrumente transportieren nun mal noch ganz andere Gefühle. Die Songs klingen dadurch irgendwie zeitloser.“ 

Im Laptop-Americana-Sound von Paper Route treffen moderne Klänge auf durch und durch klassische Songstrukturen, mit denen die vier ganz offen an das musikalische Erbe ihrer Wahlheimat Nashville anknüpfen. Aber natürlich sind sie mit ihrem Hang zu Samples und programmierten Klangteppichen ganz klar die Ausnahme in „Music City USA“...

„Musikalisch betrachtet, sind wir definitiv das schwarze Schaf in dieser Stadt“, meint Howat. „Trotzdem hat Nashville seinen ganz eigenen Reiz. In unserem Ansatz als Songwriter schwingt, wenn man so will, die gesamte Musikgeschichte Amerikas mit.“

Inhaltlich ziehen sich ein paar rote Fäden durch ihr Album, die in Songs wie „Be Healed“ und „Dance On Your Graves“ am deutlichsten erkennbar sind. Neugierig und tief schürfend, versuchen Paper Route auf „ABSENCE“, den unzähligen Geheimnissen und Fragen, die das Leben mit sich bringt, auf den Grund zu gehen: Brauchen wir einen Wandel? Wie dringend ist ein Kurswechsel, der Beginn eines Heilungsprozesses nötig? Werden die Gespenster der Vergangenheit für immer über unseren Köpfen schweben? Gibt es wirklich einen Gott?

„Ganz gleich, ob es dabei um ein spirituelles Vakuum, den Verlust eines geliebten Menschen oder mangelnde Zuneigung in der Ehe oder innerhalb der Familie geht – der rote Faden, der sich durch das Album zieht, handelt vom Wunsch, einen vergangenen Zustand wiederherzustellen, davon, etwas zu vermissen, was irgendwie abhanden gekommen ist.“

Als es schließlich darum ging, den ersten Longplayer aufzunehmen, verzichteten Paper Route ganz bewusst auf ein großes Studio und arbeiteten stattdessen in Chads und Gavins viktorianischem Haus im Zentrum von Nashville. Die eigentlichen Aufnahmen fanden dabei in Chads Schlafzimmer statt, wo sie fast ein Jahr lang an jenen Songs arbeiteten, die schließlich auf „ABSENCE“ landen sollten. Im September 2008 fasste die Band dann den Entschluss, sich gänzlich zurückzuziehen, um der Platte den letzten Feinschliff zu verpassen. Sie machten sich also auf die Suche nach einem möglichst abgelegenen Ort, einem Haus, an dem sie sich von morgens bis abends ungestört ihrer Musik widmen konnten. „Es sollte sich ein wenig so anfühlen, wie die Häuser, in denen wir aufgewachsen sind“, sagt Daly. „Wie damals, als wir tatsächlich noch Zeitungen austrugen und jeder seine ‘Paper Route’ hatte. Dieses Gefühl von damals, diese Neugierde wollten wir einfangen.“

Die perfekte Location fanden sie schließlich im ungefähr eine Stunde nördlich von Nashville gelegenen Nunnelly, Tennessee. Das Haus – umgeben von 80 Hektar Land – inspirierte die Band so sehr, dass sie dort nicht nur alte Songideen perfektionierten, sondern auch neue Songs wie „Lovers’ Anthem“ und „Wish“ komponierten.  

Nach einer längeren Phase, in der Paper Route ihr Debüt weiter ausreifen ließen und sowohl künstlerisch als auch persönlich vor neue Hürden gestellt wurden, können sie es nun kaum abwarten, „ABSENCE“ zu veröffentlichen. „Jetzt sind wir bereit, diese Songs den Leuten vorzustellen“, sagt Daly abschließend. „Wir wollen sie endlich freisetzen! So viele persönliche Erfahrungen stecken in diesen Songs, und wir können nichts Neues anfangen, bis wir sie live präsentiert und alles raus gelassen haben!“ Das tun Paper Route hierzulande schon in wenigen Wochen, wenn sie Anfang Dezember im Vorprogramm von Paramore in Hamburg, Berlin und Köln auftreten und „ABSENCE“ live präsentieren. Hier die Tourdaten im Einzelnen:

PAPER ROUTE (als Support-Act von PARAMORE)

03.12.2009 Hamburg, Grünspan

04.12.2009 Berlin, Columbia Club

06.12.2009 Köln, Live Music Hall


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