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12.05.2010

Die Blütezeit der Oper

Die französische Sopranistin Patricia Petibon liebt die barocke Opulenz. Mit „Rosso“ taucht sie in die Welt von Händel, Vivaldi und deren Zeitgenossen ein.

Patricia Petibon, Die Blütezeit der Oper Lucy Boccadoro

Was für eine Ära! Kaum hatte Claudio Monteverdi die Oper erfunden, schon steuerte die junge Bühnengattung auf ihre ersten großen Höhepunkte zu. Das hatte verschiedene Gründe. Zum einen gab es fürstliche Förderer wie den französischen Sonnenkönig, dessen ausschweifender Lebensstil mit Vorliebe für Tanz und Oper die Entwicklung der Musik begünstigte. Darüber hinaus aber prosperierte das städtische Bürgertum, dessen Unterhaltungsbedürfnis ebenso schnell stieg wie sein Wohlstand. Georg Friedrich Händel ist ein Klassiker dieser Epoche des Aufschwungs, der vor allem in seinen Londoner Jahren maßgeblich die Entwicklung der Oper prägte. Er gehört auch zu den Repertoire-Favoriten von Patricia Petibon, auch wenn die Sopranistin zunächst ihren Fokus auf andere Schwerpunkte lenkte.

„Als ich ans Pariser Konservatorium kam und bei Rachel Yakar studierte, habe ich an den verschiedensten Werken mit ihr gearbeitet“, erinnert sich Petibon an die Anfänge ihrer Gesangskarriere. „Ich sang damals die Zerbinetta in Ariadne auf Naxos von Richard Strauss. Und noch immer liebe ich alle Arten von Musik: Die Partie der Nonne in Francis Poulencs Dialogues des Carmélites ist für mich genauso bewegend, wie all die Rollen der Liebenden, die ich schon eingespielt habe“. Die Vielgestaltigkeit der barocken Klangwelt schließlich entdeckte sie mit Hilfe des Spezialisten für Alte Musik William Christie, der ihr viele von den beeindruckenden Werken dieser Ära nahe gebracht hat.

Das zweite Album, das Patricia Petibon für die Deutsche Grammophon aufgenommen hat, widmet sich nun ausführlich den Meisterwerken und Nebenlinien der ersten großen Blütezeit der Oper. Auf dem Programm stehen Arien aus Georg Friedrich Händels Klassikern „Alcina“, „Rinaldo“, „Ariodante“ und „Giulio Cesare in Egitto“, die von Patricia Petibon um verschiedene weniger bekannte, aber nicht minder reizvolle Melodien ergänzt werden. So hatte sich beispielsweise Antonio Sartorio ebenfalls des Stoffs „Giulio Cesare in Egitto“ angenommen und darüber hinaus die damals bereits klassische Geschichte von „L'Orfeo“ wieder aufgenommen. Dazu kommen Arien von Alessandro Stradella, Nicola Porpora, Benedetto Marcello, Alessandro Scarlatti und sogar von Antonio Vivaldi, dessen Opernschaffen neben der Instrumentalmusik erst langsam erforscht wird. Patricia Petibon verwirklicht das Programm von „Rosso“ zusammen mit dem Venice Baroque Orchestra unter der Leitung von Andrea Marcon, einem der versiertesten Ensembles seines Fachs. So entsteht über eine CD-Seite hinweg eine ebenso bunte wie ausdrucksstarke Aufnahme, deren Kraft in der Musik ebenso wie in der besonderen Ausstrahlung liegt, die Patricia Petibon und ihre Stimme umgibt.

Weitere Informationen sowie ein Video zum Album finden Sie auf ihrer Künstlerseite.


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