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04.11.2009

Von Isidor bis Coriolan – Audior im Herbst

Paul McCreesh, Von Isidor bis Coriolan – Audior im Herbst © Audior

Der Name Audior steht für etwas Besonderes. Denn diese Einsteigerreihe für Freunde der Alten Musik versammelt nicht nur herausragende Aufnahmen der vergangenen Jahrzehnte unter einem systematisierten Dach, sondern präsentiert die Hörjuwelen des Genres auch in Interpretationen von den führenden Koryphäen der historisch reflektierten Aufführungspraxis. Und so sind in der Herbstrunde 2009 mit Christopher Hogwood, Trevor Pinnock, Paul McCreesh. Frans Brüggen und John Eliot Gardiner fünf Meister zu erleben, deren Aufnahmen von Raritäten wie Cristóbal de Morales „Messe für St. Isidor von Sevilla“ bin hin zu Mozarts „Kleiner Nachtmusik“ reichen.

Cristóbal de Morales machte für seine Zeit eine außergewöhnliche Karriere. Geboren um 1500 in Sevilla schaffte er es nach seinem Musikstudium zunächst als Kapellmeister an die Kathedralen von Avila und Plasencia, wurde dann als Sänger an die Sixitinische Kapelle engagiert und wirkte ein gutes Jahrzehnt lang als Musiker und Komponist im Umkreis des päpstlichen Machtbereichs, bis er schließlich als arrivierter Künstler und Organist in seine Heimat zurückkehrte. Er gilt aus heutiger Sicht als erster wichtiger spanischer Komponist, der mit über 25 Messen, Magnificats, Lamentationen und Motetten die Klangsprache der Renaissance mit geprägt hat. Eine dieser Messen widmete er einem der wichtigsten Kirchenvätern und Gelehrten des Mittelalters, Isidor von Sevilla, ein Werk, mit dem er dem damals berühmtesten Sohn seiner eigenen Heimatstadt ein musikalisches Denkmal setzte. Der britische Dirigent und Ensembleleiter Paul McCreesh nahm sich diesen Schmuckstücks der Alten Musik gemeinsam mit dem Gabrieli Consort und Players an und gestaltete eine beeindruckend intensive und transparente Einspielung der „Messe für St.Isidor von Sevilla“, die zu den ausgesuchten Raritäten der aktuellen Audior-Folgen zählt.

Die übrigen vier Titel widmen sich geläufigeren Titeln, wenn auch in mindestens ebenso gelungenen Interpretationen. Trevor Pinnock beispielsweise wendet sich gemeinsam mit The English Concert den Streichersinfonien von Carl Philip Emanuel Bach zu und zeigt einmal mehr, dass der Sohn der berühmten Vaters Johann Sebastian weit mehr als nur dessen gehorsamer Adept war. John Eliot Gardiner wiederum taucht gemeinsam mit der Sopranistin Sylvia McNair tief in die Kantatenwelt von Georg Friedrich Händel ein, ergänzt um das faszinierende „Exsultate, jubilate KV 165“ von Wolfgang Amadeus Mozart. Dass man die Gassenhauer der Salzburger und Wiener Klassik auch mit einem historisch präzisen, aber nicht minder humorvollen Ernst als üblich spielen kann, demonstriert Christopher Hogwood mit der Academy of Ancient Music, die sowohl der „Kleine Nachtmusik“ als auch der „Posthornserenade“ eine erfrischend präsente Klanggestalt verordnen. Den Abschluss der Runde bildet schließlich Beethovens „Violinkonzert“ mit Thomas Zehetmair als Solist, das zusammen mit der „Coriolan“-Ouvertüre und zwei Geigenromanzen das Programm von Frans Brüggens Klassik-Würdigung mit dem Orchestra Of The 18th Century bildet. Viel exklusives Audior also in diesem Herbst, viel Musik zum Entdecken.


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