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Pierre-Laurent Aimard BACKSTAGE EXCLUSIV

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20.08.2010

Das Gipfeltreffen der französischen „Modernisten“

Pierre-Laurent Aimard, Pierre Boulez und Maurice Ravel

Pierre-Laurent Aimard, Das Gipfeltreffen der französischen Modernisten © Roger Mastroianni

Für den französischen Pianisten und Anwalt der musikalischen Moderne Pierre-Laurent Aimard war die einwöchige Aufnahmesitzung des neuen Albums mit Maurice Ravels beiden Klavierkonzerten sowie dem Zyklus „Miroirs“ für Soloklavier so etwas wie eine „religiöse Woche“ und die Arbeit mit seinem Landsmann, der Musikerlegende Pierre Boulez an diesem zentralen Repertoire der französischen Klaviermusik die Realisierung eines lange gehegten Traums.

In der Tat könnte man sich derzeit wohl kaum ein besser geeignetes Interpreten-Duo für Ravels spätromantische und mit Anklängen an den Jazz gespickte Klavierkonzerte vorstellen. Beide sind sich einig in der analytischen Feinheit und akustischen Sinnlichkeit beider Kompositionen, die sowohl das Konzert G-Dur als auch das Konzert für die linke Hand in D-Dur weit über den kompositorischen Durchschnitt jener Zeit heben. Dabei beeindruckt insbesondere die“ Sparsamkeit der musikalischen Mittel, mit der Ravel komponiert hat. Die extreme Art seiner Komposition ist aber auch verbunden mit dem Wunsch, jedes Werk zu einem einzigartigen kompositorischen Projekt zu machen“.

Kaum ein Pianist der ersten Liga, der sich im Laufe seiner Karriere nicht an einem der beiden oder sogar an beiden Ravel’schen Konzerten versucht und sie ins aktive Konzertrepertoire aufgenommen hat: berühmt für ihre Interpretationen waren (oder sind) der Italiener Arturo Benedetti-Michelangeli, die argentinische Pianistin Martha Argerich und der polnische Meisterpianist Krystian Zimerman (im übrigen ebenfalls in einer Aufnahme mit Pierre Boulez!).

Wie sehr es Aimard und Boulez hier gelungen ist, ihre ureigenste Vision von „der Manifestation der Einheit des in sich total Verschiedenen“ zu verwirklichen zeigt die hymnische Konzertkritik des Tagesspiegel, der ihre Interpretation als „einen Bolero, aus Metall gestanzt [beschreibt]. Das Kollektiv kennt keine Gnade, als Pierre-Laurent Aimard dem Flügel mit seiner ungemein virtuosen Linken Koloraturen entlockt und innige Zwiesprache mit den Holzbläsern hält. Stil und Seele, Brillanz und Sentiment, Bescheidenheit und Überschwang: Aimard vereint die Gegensätze mit perlendem Anschlag.“


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