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23.05.2013

Piotr Beczała singt Richard Taubers größte Erfolge

Für sein Grammophon-Debüt hat Piotr Beczała das Repertoire der Legende Richard Tauber ausgewählt.

Piotr Beczala, Hommage an den König des Belcanto © Anja Frers / DG

Wie es bei seinen Konzerten üblich gewesen war, erklang zum Abschluss der Gedenkfeier für den am 8. Januar 1948 verstorbenen Richard Tauber in der Londoner Royal Albert Hall noch einmal „You are my heart's delight“. Der Originaltitel der Arie aus Franz Lehárs Operette „Das Land des Lächelns“ lautet „Dein ist mein ganzes Herz“, wurde als „Tauberlied“ zum größten Erfolg für den im österreichischen Linz geborenen Tenor und ging in vielen Sprachen um die Welt. Als Titelstück des Albumdebüts von Piotr Beczała bei Deutsche Grammophon eröffnet es nun dessen leidenschaftliche Hommage an Richard Tauber und den besonderen Zauber der Operette.

Für sein ganz im Zeichen des einstigen „Königs des Belcanto” stehendes Album nahm der international renommierte polnische Tenor Kompositionen auf, die zum Repertoire Taubers gehörten und noch heute in zahlreichen historischen Tondokumenten und Filmen begeistern. Eine Auswahl zu treffen, fiel ihm nicht leicht, gesteht Beczała: „Es war die Qual der Wahl, denn die Tauber-Lieder haben alle einen Charme, der heute nicht mehr existiert“.

Piotr Beczała beeindruckt es besonders, dass bedeutende Operetten-Komponisten für Richard Tauber geschrieben haben. „Wenn heute ein Komponist ein Lied oder ein Oratorium schreibt, denkt er meistens nicht an den, der es singen soll. Damals haben die Komponisten für bestimmte Sänger geschrieben, wie Lehár und Stolz speziell für Tauber und seine Stimmlage.“ Und setzt hinzu: „Besonders in Lehárs Kompositionen erkennt man Taubers Handschrift“, befindet Piotr Beczała. Für seine Hommage wählte er deshalb neben „Dein ist mein ganzes Herz“ auch „Freunde, das Leben ist lebenswert“ aus „Giudetta“, „Sag mir, wie viele süße, rote Lippen hast du schon geküsst” aus der Operette „Paganini“ und „Lippen schweigen“ aus Lehárs „Die lustige Witwe“.

Beczała suchte darüber hinaus noch weitere Stationen in Taubers Karriere auf. Für dessen Ausflüge ins Filmgeschäft – er spielte in mehreren Filmen mit und gründete eine eigene Produktionsfirma – stehen „Ich küsse ihre Hand, Madame“, ein Lied, das Richard Tauber für den gleichnamigen Film mit der kurz vor ihrem internationalen Durchbruch stehenden Marlene Dietrich sang, und „Wien, Wien, nur du allein“, dem sich der deutsche Titel seines zweiten britischen Kinofilms „Hearts Desire“ verdankt.

Der Titel „Ob blond, ob braun, ich liebe alle Frau’n“, mit dem Piotr Beczała auch dem polnischen Tenor Jan Kiepura, einem Freund Taubers, Tribut zollt, verweist auf das wohl einschneidendste Ereignis im Leben der Künstler: Die Machtergreifung der Nazis, die beide aus ihren bisherigen Leben und Karrieren riss. Kiepura ging nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs in die USA und folgte damit dem Beispiel Taubers, der als Sohn eines „Volljuden“ schon 1933 zunächst nach Österreich und bald ins britische Exil ging.

Das von Tauber komponierte Lied „Du bist die Welt für mich“ gehört zu den besonderen Höhepunkten dieses Albums, kommt es doch hier zum Gipfeltreffen der Tenöre. „Es war war keine Frage, dass ich ein Duett mit Tauber singen würde“, erklärt Piotr Beczała, „dass es allerdings dieses Lied geworden ist, war mein großer Wunsch.“ Für die Aufnahme seiner Stimme, die zum Tauber-Original hinzugemischt wurde, suchte man Londoner Tonstudios auf, in denen schon Richard Tauber Platten eingesungen hatte, und verwendete zur damaligen Zeit hier eingesetzte Mikrofone. „Es ging nicht darum, die Tonqualität der damaligen Zeit zu rekonstruieren, dazu hätte man das ganze technische Equipment von damals verwenden müssen. Aber allein durch die alten Mikros haben wir noch mehr Nähe zu Richard gewonnen, dessen Geist bei den Aufnahmen immer zugegen war.“


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