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14.09.2007

Biografie

»Der größte Opernsänger der neueren Zeit.« - The Guardian

Plácido Domingo ist in 130 verschiedenen Rollen aufgetreten, mehr als jeder andere Tenor vor ihm, sein Repertoire umfasst drei Jahrhunderte von Mozart bis Verdi, von Berlioz bis Puccini und von Wagner bis Ginastera. Er hat an allen bedeutenden Opernhäusern der Welt gesungen und weit über 100 gefeierte Aufnahmen gemacht, meist Opern-Gesamteinspielungen und häufig mehrere Aufnahmen derselben Rolle. Er war in über 50 Opernvideos und drei Opernfilmen zu sehen, in der Fernsehausstrahlung von Puccinis an römischen Originalschauplätzen gefilmter Tosca erlebten ihn mehr als eine Milliarde Menschen in 117 Ländern als Cavaradossi.

Domingo hat jetzt zum 21. Mal bei der Saisoneröffnung der Metropolitan Opera mitgewirkt und damit den alten, von Caruso aufgestellten Rekord weit übertroffen. Als Dirigent hat er Aufführungen an allen großen Opernhäusern geleitet, von der Met bis Covent Garden, von der Wiener Staatsoper bis zum Music Center von Los Angeles. Darüber hinaus hat er Symphoniekonzerte mit so renommierten Ensembles wie den Berliner und den Wiener Philharmonikern sowie dem London Symphony Orchestra und dem Chicago Symphony Orchestra geleitet und auch als Dirigent viele Aufnahmen gemacht. Domingo war Musikdirektor der Weltausstellung in Sevilla 1992 und 1984 Mitbegründer der Music Center Opera in Los Angeles, deren musikalischer Berater und Ständiger Gastdirigent er blieb, bis er im Juli 2000 Künstlerischer Direktor wurde. Seit der Spielzeit 1996/97 ist er zudem Künstlerischer Direktor der Oper in Washington.

Plácido Domingo wurde 1941 in Madrid geboren. Seine Eltern waren Sänger von Zarzuelas (spanischen Operetten), und die Familie zog nach Mexiko, als er acht Jahre alt war. Nach dem Studium von Gesang, Klavier und Dirigieren am Konservatorium von Mexico City gab er sein Operndebüt in Monterrey als Alfredo in Verdis La Traviata. Er war dann zweieinhalb Jahre an der israelischen Nationaloper engagiert, wo er in 280 Aufführungen und 12 verschiedenen Rollen zu hören war. 1966 sang er die Titelrolle von Ginasteras Don Rodrigo bei der US-Erstaufführung an der New York City Opera. Sein Debüt an der Metropolitan Opera folgte 1968 als Maurizio in Cileas Adriana Lecouvreur. Seither ist er an der Met in über 600 Aufführungen aufgetreten; 2008/09 ist seine 40. Spielzeit an diesem Haus. Domingo gastiert zudem regelmäßig an der Mailänder Scala, der Wiener Staatsoper, am Covent Garden, an der Opéra Bastille in Paris, der San Francisco Opera, der Lyric Opera in Chicago, der Washington Opera, der Los Angeles Opera, am Liceu in Barcelona, dem Teatro Colón in Buenos Aires, dem Teatro Real in Madrid sowie bei den Festspielen in Bayreuth und Salzburg.

Domingos Repertoire umfasst nicht nur praktisch alle wichtigen französischen und italienischen Opern, sondern auch deutsche Partien wie Parsifal, Lohengrin und Tannhäuser, Siegmund in der Walküre, Walther in den Meistersingern von Nürnberg, Erik im Fliegenden Holländer, der Kaiser in Strauss'  Frau ohne Schatten, Hüon in Webers Oberon und Florestan in Beethovens Fidelio. Er sang in Erst- bzw. Uraufführungen die führenden Tenorrollen von Ginasteras Don Rodrigo, Menottis Goya und Antón García Abrils Divinas Palabras. In seiner 30. Spielzeit an der Met nahm er Hermann aus Tschaikowskys Pique Dame in sein Repertoire auf, seine 113. Rolle und die erste russische. In der Spielzeit 2004/05 fügte er die Rollen Nr. 121 und 122 hinzu: Alfanos Cyrano de Bergerac, der erstmals an der Met aufgeführt wurde, und Tristan in einer Gesamteinspielung von Tristan und Isolde. Zu den Höhepunkten in Domingos Saison 2005/06 gehörten die Feiern zum 50. Geburtstag der Washington National Opera, bei denen er Verdis I vespri siciliani dirigierte und in fünf Gala-Veranstaltungen sang. Im Juni 2006 trat Domingo bei einem spektakulären Open-Air-Konzert im Münchner Olympiastadion auf, wo Künstler aus der Welt der Klassik und des Pop die Fans der FIFA Weltmeisterschaft begeisterten. In der Saison 2006/07 war er u.a. der Kaiser in der Uraufführung von Tan Duns The First Emperor an der Met. In der folgenden Spielzeit sang er Oreste in Glucks Iphigénie en Tauride und dirigierte Gounods Roméo et Juliette an der Met, Don Giovanni in Washington, La Bohème und Tosca in Los Angeles sowie die Uraufführung von Howard Shores Oper The Fly am Théâtre du Châtelet in Paris, ein Werk, das er 2008 auch an die Los Angeles Opera brachte.

Plácido Domingo hat als erster klassischer Musiker ein Solokonzert im New Yorker Central Park gegeben, und die Auftritte mit seinen Kollegen Luciano Pavarotti und José Carreras als »Die drei Tenöre« wurden weltweit gefeiert. Um junge Sänger zu fördern, rief er 1993 den jährlichen Wettbewerb »Operalia« ins Leben. Seine Wohltätigkeitskonzerte erbrachten Millionen von Dollars für Opfer von Naturkatastrophen wie das Erdbeben in Mexiko 1985, das Erdbeben in Armenien und die Schlammlawinen von Acapulco sowie für Aidskranke. Zu Domingos vielen Orden und Auszeichnungen zählen die Freiheitsmedaille der Vereinigten Staaten, der Titel eines Kommandeurs der französischen Ehrenlegion, eine Auszeichnung des Kennedy Center, die Ehrendoktorwürde der Universität Oxford und aus der Hand des ehemaligen russischen Präsidenten Michael Gorbatschow der »World Achievement Award« für sein »humanitäres Engagement für Kinder und Sozialschwache«.  Darüber hinaus wurde Plácido Domingo von Queen Elizabeth II ehrenhalber zum Ritter geschlagen.

Plácido Domingo macht seit 30 Jahren Aufnahmen für Deutsche Grammophon. Zu seiner Diskographie gehören die wichtigsten Opern von Bizet, Donizetti, Gounod, Massenet, Mascagni, Mozart, Offenbach, Puccini, Saint-Saëns, Verdi und Wagner, aber auch französische und italienische Arien sowie Lieder und Tangos. 2009 veröffentlicht Deutsche Grammophon sein Album Amore infinito mit Liedern und Duetten auf Gedichte von Papst Johannes Paul II. Neben Domingo sind darauf Andrea Bocelli, Josh Groban, Katherine Jenkins, Vanessa Williams und sein Sohn, Plácido Domingo Jr., zu hören.

1/2009


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