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26.10.2012

Puhdys

Die Puhdys, eine der dienstältesten Bands Deutschlands, schauen auf ein bewegtes Musikerleben zurück. Mit Erscheinen des neuen Puhdys-Albums endet das 43. Bandjahr. 43 Jahre Puhdys – das sind über 20 Millionen verkaufte Tonträger und fast 4.500 Konzerte. Sie gelten als die wichtigste Band Ostdeutschlands, weil sie dort die Erfolge der ersten zwei Dekaden erlebten.

Sie sind auch eine der wichtigsten Bands Gesamtdeutschlands; schon in den 1970ern füllten sie die Westberliner Waldbühne – ganz ohne DDR-Publikum. All ihre Platten wurden in Ost und West veröffentlicht. Auf ihren Konzerten singen mittlerweile drei Generationen ihre unzähligen Hits lauthals mit. Dennoch sind die Puhdys nie zur Oldieband mutiert, die ihr Dasein auf die frühen Klassiker begründet.

Sie begeistern immer wieder mit neuen Songs, integrieren aktuelle Musikströmungen in den typischen Puhdys-Sound und zeigen sich mit ihren Produktionen innovativ. Selbst Rammstein-Sänger Till Lindemann ließ es sich nicht nehmen, mit den Heroen seiner Jugend ein Duett zu singen.

Die Puhdys sind auch eine der glaubwürdigsten Bands. Die oft bemühte Authentizität wird hier tatsächlich gelebt. Dieter "Maschine" Birr (voc, git), Dieter "Quaster" Hertrampf (git, voc), Peter "Eingehängt" Meyer (keyb), Klaus Scharfschwerdt (dr) und Peter "Bimbo" Rasym (b) sind keine Popstars im üblichen Sinne. Sie verstellen sich nicht, schlüpfen in keine Rollen. Die Puhdys sind die Puhdys. Mehr Echtheit geht nicht.

Das Puhdys-Schiff, flott gemacht für die Stürme auf hoher Charts-See, nimmt wieder –volle Kraft voraus – Fahrt auf. Vier Jahre sind seit dem letzten Puhdys-Album vergangen. Für die unzähligen Fans eine Ewigkeit, doch es gilt das viel zitierte "Gut Ding will Weile haben". "Es war schön" ist ein grandioses Album geworden. Das, mit Ouvertüre, 13 Stücke (die Downloadvariante hat zwei Bonustracks härterer Gangart) zählende Werk, atmet die Energie der frühen Jahre und bündelt sie mit den Möglichkeiten des Hier und Jetzt.

Eine gestandene Band, die ihren Jahrzehnte umfassenden Erfahrungsschatz als Basis nimmt und es mit immenser Spielfreude noch einmal wissen will. Songs wie die erste Singleauskopplung "Es war schön",  das hymnenhafte "Unser Schiff", das mit der zehnjährigen Violinistin Chiara-Marie eingespielte "Draußen warten die Sterne", das von Gitarrist Quaster gesungene "Die Welt ist ein Wunder" oder die zu Herzen gehende Ballade "Wenn ein Mensch" setzen die lange Puhdys-Tradition eingängiger, zeitloser Rocksongs fort.

Musikalisch am Nerv der Zeit (diese Platte muss laut gehört werden!) sind es vor allem die Texte, die für reichlich Gänsehaut sorgen. Sie handeln vom Leben, oft vom gelebten Leben. Der Text von "Wenn ein Mensch", ein Pendant zum frühen Puhdys-Hit "Wenn ein Mensch lebt", beschäftigt sich emotional mit dem Verlust eines verstorbenen Menschen, "Ein Lied, das nicht vergisst" beschreibt nicht weniger ergreifend eine Alzheimer-Erkrankung und "Es war schön" mutet wie der Schlussakkord eines erfüllten Lebens an.

Optimistische Momente, wie in "Die Welt ist ein Wunder", "Einfach leben" oder "Hoffnung" durchbrechen jedoch die Melancholie und Songs wie "Wieder zu Hause" und "Für dich lebe ich" sind gelungene Liebeslieder. Die Leidenschaft, die die Musiker nach so vielen gemeinsamen Bandjahren noch in ihre Arbeit stecken, ist jedem Ton anzuhören. Ein erwachsenes Stück Popkultur voller Demut und Tiefe. Es bleibt schön!


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