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12.09.2007

Intuitiver Erzähler

Rafal Blechacz, Intuitiver Erzähler

Vor zwei Jahren gewann der zierliche Pole mit dem dichten Lockenschopf den renomierten Chopin-Wettbewerb in Waraschau. Inzwischen hat Rafal Blechacz, 22, in einigen Städten Europas konzertiert und bewiesen, dass sein immenses Talent auf belastungsfähigem Fundament steht. Die Deutsche Grammophon Gesellschaft hat den Pianisten, der nach Krystian Zimermans Triumph 1975 der zweite siegreiche Pole beim Waschauer Wettbewerb ist, jetzt unter Vertrag genommen.

Sein Debütalbum, ein reines Chopin-Programm mit den "Préludes" als Zentrum, erscheint Anfang Oktober und dokumentiert - wie auch die Live-Auftritte - eine außergewöhnliche Begabung: Blechacz ist ein Poet mit Pranke, kein klirrend-kalter Tasten-Technokrat. Sein Spiel hat Wärme und Verve, ohne Betulichkeit und Biedersinn. Die zweite Platte, das steht schon fest, soll Blechacz vom Chopin-Image wieder befreien. Für dieses Album will er Sonaten von Haydn, Mozart und Beethoven einspielen.
(Quelle: Der Spiegel 37/2007, Seite 172)

Auch auf www.crescendo-magazin.de wurde am über das neue Talent am Piano Rafal Blechacz berichtet:

Gestern im Berliner Meistersaal hat die Deutsche Grammophon zu einer Überzeugungsveranstaltung geladen. Der polnische Pianist Rafal Blechacz gab ein Konzert vor ausgewähltem Publikum - eine Verkaufsveranstaltung, war zu befürchten, der nächste Lang Lang, der nächste Yundi Li, der nächste Pianist zum Verheizen.

Tatsächlich kam alles ganz anders. Blechacz, spielte ein Chopin-Programm, nicht so, dass man aus den Socken gefallen ist, aber durchaus interessant: Er ist ein intuitiver Erzähler, einer dessen Interpretation von Sinn und Gedanken getragen sind, der den Zuhörer endlich mal wieder mitnimmt, auf ein Abenteuer, das Musik heißt. Keiner, der die Show bedient, keiner, der als Technik-Akrobat zur Zirkusnummer wird.

Blechaz ist knapp über 20 Jahre, er hat den Chopin-Wettbewerb in zahlreichen Kategorien gewonnen. Dass er technisch nahezu perfekt ist, ist da eine Selbstverständlichkeit. Was heute nicht mehr selbstverständlich ist: dass er den Preludien eine innere Spannung  gibt und es schafft, einen epischen Bogen über alle einzelnen zu schlagen. Blechacz ist ein Meister der Erzählkunst - das ist zu erkennen.

Das Konzert war keine Sensation im eigentlichen Sinne, aber es war eine Sensation, was den Klassik-Markt betrifft. Der hat in den letzten Jahren von den Investitionen in die Vergangenheit überlebt - hat Megastars produziert, die jetzt zu Goldgräbern geworden sind. Aber was kommt, denn dieser Boom zu Ende ist?

Vielleicht bricht die Generation einer neuen klassischen Ernsthaftigkeit an. Und in ihr wäre Blechacz sicherlich tonangebend. Sein größter Förderer ist übrigens Krystian Zimmerman - und dem eifert er nach: in Gestus, Spielart und Epik. Ein Denker am Klavier. Sein erstes Soloalbum erscheint im Oktober. Es könnte der Anfang einer Karriere werden, die sich langsam entwickeln dürfen muss.
(Quelle: www.crescendo-magazin.de, Meldung vom 04.09.07)


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