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07.04.2010

Die jazzige Seite des Ray Charles

Von seiner jazzigen Seite zeigt sich Ray Charles auf den vier Alben, die in der Jubiläums-Edition des Klassikers "Genius+Soul=Jazz" auf einer Doppel-CD zusammen erscheinen

Ray Charles, Die jazzige Seite des Ray Charles © Ray Charles Foundation

Ray Charles hatte viele Spitznamen. Frank Sinatra verpasste ihm einst den Titel "The Genius of Soul", andere nannten ihn "Brother Ray", "The High Priest of Soul" oder auch "The Father of Soul". Allgemein durchgesetzt hat sich aber schlicht "The Genius". Ray Charles' Genialität offenbarte sich vor allem in seiner stilistischen Vielseitigkeit. Zwar besaßen auch viele andere frühe Rock'n'Roller schon die Fähigkeit, Country-, Rhythm'n'Blues- und Popelemente miteinander zu kombinieren, doch keiner schaffte dies so mühelos wie Ray Charles, der darüber hinaus auch die diversen Spielarten des Blues, Jazz, Soul und noch eine Menge mehr Stile beherrschte. Anfang der 1960er Jahre nahm Charles beispielsweise binnen kurzer Zeit die Alben "The Genius Sings The Blues", "Do The Twist With Ray Charles", "Modern Sounds In Country And Western Music" und "Genius+Soul=Jazz" auf. Zum 50-jährigen Jubiläum des letztgenannten Albums wird dieses nun in einer Sonderausgabe zusammen mit drei weiteren Jazzalben, die Ray Charles in den 1970er Jahren einspielte, als digitales Album wieder veröffentlicht.

Für die Aufnahmen von "Genius+Soul=Jazz" ging Ray Charles Ende Dezember 1960 mit dem Orchester von Count Basie ins Studio von Rudy Van Gelder, wo er unter der Regie von Produzent Creed Taylor ein überwiegend instrumentales Album einspielte. Als Sänger ist er hier nur mit "I've Got News For You", "I'm Gonna Move To The Outskirts Of Town" und "One Mint Julep" zu hören. In den restlichen Nummern beschränkte sich Ray Charles darauf, swingend in die Tasten einer Hammond-Orgel zu greifen. Exzellente Unterstützung erhielt er von den renommierten Basie-Solisten Thad Jones, Joe Newman, Billy Mitchell, Frank Wess, Freddie Green und Sonny Payne. Die feinen Arrangements für die Session lieferten ihm zwei wahre Meister des Fachs: Quincy Jones und Ralph Burns.

Die Alben der Trilogie "My Kind Of Jazz" entstanden zwischen 1970 und 1975 und sollten ein Feature für die Musiker von Ray Charles' damaligem Orchester sein, das seine Konzerte in der Regel mit einigen fetzigen Jazzinstrumentals eröffnete. Unter den Solisten befinden sich u. a. die Trompeter Bobby Bryant, Blue Mitchell und Johnny Coles, Posaunist Glen Childress, die Saxophonisten Andy Ennis, Albert McQueen, Clifford Scott, James Clay, Leroy Cooper und Clifford Solomon sowie der Gitarrist Ben Martin. Einige Arrangements stammen von Alf Clausen, Teddy Edwards, Jimmy Heath und Roger Neumann. Und das Repertoire umfasst neben Jazzstandards von Lee Morgan, Horace Silver, Duke Ellington, Thad Jones, Jimmy Heath und Benny Golson auch Ray-Charles-Kompositionen wie "Booty-Butt".

Sie können das eAlbum "Genius+Soul=Jazz" unter anderem bei uMusic und iTunes kaufen.


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