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26.07.2011

Rea Garvey Biografie 2011

Geschichtenerzählen ist leidenschaftlich in dem irischen Wahl-Berliner mit einer der markantesten Stimmen der deutschen Rockszene verankert. Über seine Welt, über das Leben der anderen, über sich selbst. Seine Mutter hat Rea Garvey, dem einzigen Sohn von insgesamt acht Kindern, damals den Rat gegeben, die Dinge aufzuschreiben, die ihn bewegen. „Das hat mich mein Leben lang begleitet“, sagt Rea. „Das ist genau das, was ich tue. Und manchmal sagen mir meine Lyrics, was ich denke.“ So wie auf seinem Solo-Debüt „Can`t Stand The Silence“.

„Can`t Stand The Silence“ - das Endergebnis eines langen, beschwerlichen Weges, deren erste zögerliche Schritte mit der Pause von Garveys Erfolgsformation Reamonn begannen. Eine kreative Auszeit als willkommener Türöffner und Ventil für eine schmerzlich persönliche Songsammlung, dessen Albumtitel nicht nur sein Outing als absoluter Workaholic markiert, sondern auch „die Ruhe vor dem Sturm“. Arbeitstier, Perfektionist, Control Freak. Kurzum: Künstler mit Leib und Seele. Eine Tatsache, die man in jeder Note, in jeder Sekunde des neuen Material zu spüren bekommt. Zäsur, Neuanfang als notwendiges Risiko. Alles, außer Stillstand und niemals auf den reichlich gesammelten Lorbeeren ausruhen. Obwohl er es denn mit Leichtigkeit könnte. Echo, 1Live Kronen, millionenfach verkaufte Alben und wochenlange Top Chartplatzierungen haben Rea Garveys innere Stimme nicht darüber hinweg getröstet, dass das von Haus aus vorgegebenem Bandkorsett von Reamonn langsam aber sicher zu eng für ihn geworden war.

Sein neues Werk ist Selbstverwirklichung Galore. Tonträger gewordener Glücksfall, ein Debütalbum mit dem umfassenden Wissen eines echten Entertainers. „Ich habe mich früher bei meinen Lieblingskünstlern oft gefragt, warum sie unbedingt eine Soloplatte aufnehmen müssen. Jetzt kann ich es verstehen. Aus ganzem Herzen.“ Es geht darum, „den Bullen bei den Hörnern zu packen“, sagt Rea. „Das Leben zu spüren. Das kann man nicht, wenn man Zuhause auf der Couch sitzt.“ Wobei: Herausforderungen hat Rea Garvey schon immer zur Genüge gesucht und auch gefunden. Ob bei der Zusammenarbeit mit anderen Künstlern wie Nelly Furtado, Apocalyptica ,In Extremo oder Paul van Dyk oder als Teil des modernen „Alive And Swinging“-Rat Packs, bei dem er zusammen mit Xavier Naidoo, Sasha und Michael Mittermeier den Glam-Spirit des damaligen Las Vegas wiederaufleben lässt.

Irgendwann jedoch kommen wahre Künstler wie er an einen Punkt, an dem sie - zumindest für ein gewisses Stück - ihren Weg alleine weiter gehen müssen. Alle Sicherheitsgedanken und sonstige Bedenken über Bord werfen und sich die metaphorischen Siebenmeilenstiefel schnüren. Den richtigen Pfad finden. Die richtigen Ideen an den richtigen Orten zur richtigen Zeit haben. So wie auf „Can`t Stand The Silence“. Rea Garveys aufregender Poprock-Spielwiese, auf der sich natürlich ein paar Dinge wieder finden, die man schon von ihm kennt. Aber auch diverse Elemente, die man in dieser Form wahrscheinlich eher nicht von dem charismatischen Iren erwarten würde. Diesmal jedoch auf eigene Rechnung, ohne Band, die ihm den Rücken stärkt. Sein Erfolgsdruck, sein Risiko. Aber auch sein ganz eigener Triumph. Nur, damit man ihn nicht falsch versteht: Reamonn ist unauslöschlicher Teil seiner Vergangenheit, aber auch weiterhin ein wichtiger Teil von Reas Zukunft. „Man geht da raus in die Welt und stellt sich nachher den Kritiken. Um das auszuhalten, muss man wahnsinnig fest an sich selbst glauben. Das habe ich mit diesem Album gelernt“, erklärt Garvey. Und lächelt.

Sich voll und ganz gehen lassen, nichts zurückhalten - die erklärte Maxime für „Can`t Stand The Silence“. Knapp eineinhalb Jahre hat sich Rea Garvey treiben lassen. Ganz alleine. Ist seinem Herzen dahin gefolgt, wo es sich einfach gut und richtig angefühlt hat. Egal ob in Nashvilles Saloons, New Yorker Bars, am Strand von Miami oder abgetaucht in Londons Night Club-Szene. „Ich hab emich  alles ganz bewusst erleben lassen, um heraus zu finden, wo die eigenen Grenzen sind.“ Das Gefühl, da raus zu gehen, ohne alles. Und die Welt zu entdecken. Im Idealfall sich selbst sogar. Raus aus der Komfortzone. Und auch die Gewissheit, irgendwann wieder zurück zu kehren. Herausfinden, wo man hin will und was man durchmachen muss, um schlussendlich dorthin zu gelangen.

Wobei „Can`t Stand The Silence“ alles andere sein will, als Reas minutiöses Reisetagebuch. Dann schon eher das Protokoll seiner Sinnsuche. Selbstfindung to go, sozusagen. Der Weg, das Ziel. Das Resultat dessen, alles in Frage zu stellen. Am meisten sich selbst vielleicht. Was tue ich, wo will ich hin? Abstand schaffen, um Nähe zu erreichen. Das alte Spiel. Dementsprechend hochkarätig liest sich auch die Liste der Mitwirkenden, die „Can´t Stand The Silence“ zu dem veredelt haben, was es ist: Angefangen bei Produzent Andy Chatterley (Muse, Kylie Minogue, Kanye West), Singer/ Songwriter Iain Archer (Snow Patrol), über den Grammy prämierten Komponisten Julio Reyes Copello (Jennifer Lopez, Ricky Martin, Nelly Furtado...), Apocalyptica und Jam El Mar (Jam & Spoon, Cosmic Baby), bis hin zu Xavier Naidoo findet sich ein Who-is-Who der modernen Rockmusik auf dem Album wieder.

 „Man wächst und lernt sein ganzes Leben lang“ lautet eine alte Weisheit des extrem zurückgezogenen Huaorani-Stammes im Dschungel von Ecuador, für den sich Rea ehrenamtlich einsetzt. „Es gibt noch so viel, was ich machen und erleben möchte“, sagt er. Geschichten gibt es für Rea Garvey noch viele zu berichten. Mehr als genug sogar. Gut, dass er sie so gerne erzählt.


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