Backstage
Recomposed BACKSTAGE EXCLUSIV

Facebook

Produktdetail
Die Berliner Philharmoniker, ReComposed by Carl Craig & Moritz von Oswald, 00028947669128

ReComposed by Carl Craig & Moritz von Oswald

Format:
CD
Label:
Deutsche Grammophon (DG)
VÖ:
10.10.2008
Bestellnr.:
00028947669128
Produktinformation:

In Zeiten großer Beliebigkeit, wie sie vor allem in der elektronischen Clubmusik zu finden ist, wirkt die dritte Folge der Recomposed-Reihe wie der Befreiungsschlag für eine ganze Zunft. Dass Techno nämlich keinesfalls bloß dancefloor-funktional und schematisch stumpf sein muss, sondern durchaus bis in die U-Musik vordringen kann, ja, ihr sogar noch etwas hinzuzufügen vermag, das beweisen Moritz von Oswald und Carl Craig mit ihrer Neubearbeitung von Maurice Ravels "Boléro, Rapsodie espagnole" und Modest Mussorgskys "Bilder einer Ausstellung". Für die Fortsetzung der ambitionierten Reihe "Recomposed" der Deutschen Grammophon, bei der Popinterpreten eingeladen werden, klassische Werke neu zu interpretieren, kann man sich kaum jemand wünschen, der fähiger wäre, als die diese beiden Ikonen ihrer Genres: Von Oswald, der Dub-Connaisseur und Mitbetreiber der Berliner Techno-Institution "Basic Channel", und Craig, die Detroit-Techno-Legende.

Die Originalaufnahmen aus dem Jahr 1987 der Berliner Philharmoniker, die die Deutsche Grammophon in der Edition "Karajan Gold" veröffentlichte, wurden den Künstlern als Mehrspuraufnahmen zur Verfügung gestellt. Doch haben das Original und die Neufassung auf den ersten Blick recht wenig gemeinsam. Die in acht Tracks unterteilte Komposition beginnt behutsam mit sphärischen Ambientflächen. Erst nach rund sieben Minuten kreischt eine Trompete auf und gibt mit einem minimalen Boléro-Zitat einen ersten Einblick in die entfremdete Welt. Mit fiebrigen Percussions und klaren Bläsersätzen, die Craig und von Oswald mit viel Fingerspitzengefühl platzieren, beginnt sich die Idee zu entfalten. Anstatt alles mit einer technoiden Klangästhetik glatt zu bügeln, schaffen sie viel Platz und intensivieren die Klangschichten nur langsam, dafür aber stetig. Nach rund 36 Minuten brechen Craig und von Oswald mit der klassischen Taktfolge und eröffnen mit "Movement 5" das dichteste Stück des Albums: warme Streicherarrangements, sanft pluckernde Electronica-Elemente und eine entschlossen pumpende Bassdrum überführen Ravels Meisterwerk in den Techno. Mit großem Respekt, Einfühlungsvermögen, aber auch dem nötigem Mut nehmen die beiden Elektroniker die Aufnahmen auseinander, legen ihr Innerstes offen, steigern, dehnen und verweben es. Die große Gemeinsamkeit mit den Originalen: Das Feuer erlischt nie.

KOMMENTARE

Kommentar speichern