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05.11.2004

Stimmen der Stille

Renata Tebaldi, Stimmen der Stille

Alle Jahre wieder nähert sich die Weihnachtszeit. Und mit ebensolcher Regelmäßigkeit widmen sich große Künstler den Lieder des Advents und der Feierstunden zur Geburt Christi. Die Liste der Berühmtheiten, die sich der wunderbaren Melodien angenommen haben, ist lang. Einige dieser Aufnahmen haben jedoch weit über das Jahr ihrer Entstehung und Veröffentlichung auf Tonträgern Bestand. Zum Beispiel die Christmas Recitals der großen Diven der Sechziger Jahre Leontyne Price, Joan Sutherland und Renata Tebaldi, die nun in der Reihe "Christmas Recitals" auch auf CD erhältlich sind.

Leontyne Price war eine der faszinierendsten klassischen Stimmen der amerikanischen Nachkriegsgeschichte. Geboren 1927 in Laurel im Bundesstaat Mississippi schaffte sie den Sprung vom Negro Central State College an die Juilliard School in New York und wurde dort von Florence Page Kimball ausgebildet. Im Jahr 1952 fand sie am Broadway ihre ideale Rolle als Bess in George Gershwins Oper "Porgy & Bess", ging daraufhin erfolgreich damit auf Tournee und rückte Stück für Stück in die umkämpfte erste Liga der Opernsängerinnen vor. Sie sang die Uraufführung von Samuel Barbers "Lieder des Eremiten" (1953), wirkte in zunehmendem Maße an Fernsehaufzeichnungen von Opern für den Sender NBC mit und wurde auf diese Weise auch einem größeren Publikum bekannt. 1959 debütierte sie am Covent Garden, ein Jahr später an der Scala, wiederum kurz darauf an der Met. Sie galt bereits in den Sechzigern als größte zeitgenössische Aida und wurde außerdem über die ausgedehnte Zusammenarbeit mit Herbert von Karajan berühmt. In diesem Zusammenhang entstand 1961 auch ihr Weihnachtsprogramm, das sie mit Musikern der Wiener Philharmoniker, dem Singverein der Gesellschaft der Musikfreunde und dem Wiener Großstadtkinderchor unter der Ägide von Karajan aufnahm. Es war eine gelungene Mischung amerikanischer Melodien und europäischer Klassiker, die sich schnell die Herzen des Publikums eroberte.

Ebenfalls die Waage zwischen klassischen Melodien und traditionellen Weisen, versuchte die Sopranistin Joan Sutherland vier Jahre später zu halten. Da standen Melodien von Mendelssohn und Schubert genauso auf dem Programm wie Traditionals und das Titelstück des Albums "Joy To The World". Mit Abstand am meisten am klassischen Repertoire orientiert, präsentierte sich schließlich Renata Tebaldi bei ihrem "Christmas Festival". Die Aufnahmen entstanden im April 1971 in der Londoner Kingsway Hall und wurden unter anderem vom New Philharmonic Orchestra unter der Leitung von Anton Guadagno sekundiert. Tebaldi stützte sich dabei auf Kompositionen von Bach, Brahms, Franck, Gounod und Schubert, denen sie allerdings ebenfalls ein "O Holy Night" und ein "Silent Night" zur Seite stellte. Doch ganz gleich, welche der drei Klassiker aus dem Weihnachtsschrank man auch bevorzugt, sie gehören alle zu den vielgeliebten und bewährten Melodiensammlungen der ruhigen Zeit, in der man sich auch ein paar kontemplative und bedächtige Momente mit Stil leisten möchte.


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