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04.09.2013

Den „Brahms-Cultus“ neu entfachen: Riccardo Chailly und das Gewandhausorchester spielen Brahms neu ein

Riccardo Chailly, Riccardo Chailly und das Gewandhausorchester spielen Brahms neu ein Decca/ © Gert Mothes

„Frei vom Ballast der unzähligen Interpretationen, haben wir uns auf die Suche nach einem unverstellten Blick auf Brahms gemacht – Brahms wie die Orchester ihn gespielt haben könnten, bevor sie die Werke von Mahler, Bruckner, Wagner und Strauss im Repertoire hatten“, so umreißt Gewandhauskapellmeister Riccardo Chailly seine Herangehensweise, mit der er die Sinfonien von Johannes Brahms neu eingespielt  hat.

Das Gewandhausorchester ist schon zu Lebzeiten nicht aus der Rezeptionsgeschichte von Johannes Brahms weg zu denken: Brahms besuchte Leipzig von 1853 an 13 Mal als Dirigent und Pianist. Unter den großen Komponisten der Welt ist er einer der am häufigsten in Leipzig gesehenen Künstler.

Das Orchester galt bereits damals – nach den Uraufführungen in Wien – als wichtigster Interpret seiner Werke. Brahms dirigierte die Erstaufführungen der 1., 2. und 3. Sinfonie persönlich und saß bei den Leipzig-Premieren seiner beiden Klavierkonzerte als Solist am Klavier. Uraufgeführt wurden in Leipzig die Klavier-sonate C-Dur op.1, die Orchesterfassung der 3 Ungarischen Tänze WoO 1, das Violinkonzert D-Dur op. 79 sowie die Uraufführung der vollständigen Fassung des „Deutschen Requiems“.

Spätestens seit Mitte des 19. Jahrhunderts ergriff das Leipziger Publikum regel-mäßig der „Brahms-Cultus“, wenn der Komponist sich ankündigte. Die Stadt Leipzig hat dem Hamburger sogar den Posten des Thomaskantors angeboten, den dieser nach reiflicher Überlegung aber ablehnte. Nach anfänglichen Irritatio-nen erkannten auch die Redaktionen der in Leipzig angesiedelten wichtigen europäischen Musikzeitschriften die Bedeutung von Johannes Brahms und unter-stützten mit ihren Rezensionen von Gewandhauskonzerten Brahms´ Aufstieg zum verehrtesten lebenden deutschen Komponisten der Musikwelt neben Wagner und nach dessen Tod zum erfolgreichsten.

Am 4. Oktober erscheinen die vier Sinfonien von Johannes Brahms auf 3 CDs und werden ergänzt durch die Liebesliederwalzer opp. 52 und 65, die Haydn-Variatio-nen op. 52a, die Tragische Ouvertüre op. 81 sowie die Orchesterfassung der Ungarischen Tänze Nr. 1, 3 und 10, die vom Gewandhausorchester uraufgeführt wurden. Riccardo Chailly hat außerdem spannende Entdeckungen des scheinbar Altbekannten eingespielt. Der Gewandhaus-Cellist Julis Klengel, ein Bekannter des Komponisten, hat Werke von Brahms für Orchester arrangiert, wie z.B. die Fantasia Nr. 4 aus op. 116 und das Intermezzo Nr. 1 op. 117. Außerdem werfen Chailly und sein Orchester einen Blick in die Werkstatt des Komponisten: zu hören sind der alternative Eingangssatz der 4. Sinfonie und die Uraufführungs-version des Andante aus der 1. Sinfonie.

Das Gewandhausorchester unter der Leitung von Riccardo Chailly spielt den Sinfonien-Zyklus im Gewandhaus (10.-19. Oktober 2013) gemeinsam mit den Instrumentalkonzerten und die Gäste dürfen sich auf die Weltklasse-Solisten Leonidas Kavakos (Violine), Enrico Dindo (Violoncello), Arcadi Volodos und Pierre-Laurent Aimard (Klavier) freuen. Der Zyklus wird im Anschluss auch in Wien London und Paris gegeben (22. Oktober – 7. November)

www.gewandhausorchester-brahms.com

Die Zusammenarbeit von Riccardo Chailly mit Leonidas Kavakos am Violinkonzert wurde ebenfalls aufgezeichnet und erscheint bei Decca ebenfalls am 11. Oktober.
Wer diese besondere künstlerische Verbindung mit all ihrem Feuer einmal live erlebt, kann sich ungefähr vorstellen, was die Zeitgenossen mit „Brahms-Cultus“ gemeint haben könnten. Das Gewinnspiel von Klassikakzente und Gewandhaus  bietet die Chance, bei diesem atemberaubenden Konzerterlebnis live dabei zu sein! DAS GEWINNSPIEL IST ABGESCHLOSSEN.

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