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15.03.2010

Biografie

»Seit seiner Gründung vor mehr als 250 Jahren . . . hatte das Gewandhausorchester 18 Musikdirektoren, unter anderem Mendelssohn, und durchlief zahlreiche Veränderungen. Die neue Dynamik, die dieses hervorragende Orchester an den Tag legte . . . ist zweifellos seinem 19. Musikdirektor zu verdanken, dem italienischen Dirigenten Riccardo Chailly. Als das Konzert Dienstag Abend mit einer fesselnden, organischen und farbenreichen Interpretation von Mahlers gewaltiger Fünfter Symphonie endete, reagierte das Publikum mit der euphorischsten Ovation, die ich während dieser Saison in der Carnegie Hall erlebt habe.«

The New York Times, März 2007

Riccardo Chailly wurde als Spross einer musikalischen Familie in Mailand geboren. Er studierte an den Konservatorien von Perugia, Rom und Mailand und absolvierte Meisterkurse bei Franco Ferrara in Siena. Mit 20 Jahren wurde er an der Mailänder Scala Assistent von Claudio Abbado. Dort gab er 1978 sein Debüt als Operndirigent und war schon bald an den größten internationalen Häusern sehr gefragt – an der Wiener Staatsoper ebenso wie an der Metropolitan Opera in New York, dem Royal Opera House Covent Garden in London, der Bayerischen Staatsoper und dem Opernhaus Zürich. Er stand am Pult der Berliner Philharmoniker, der Münchner Philharmoniker, der Wiener Philharmoniker, des Chicago Symphony Orchestra, des New York Philharmonic Orchestra, des Cleve­land Orchestra sowie des Philadelphia Orchestra und trat zudem als Gastdirigent bei den Salzburger Osterfestspielen und beim Lucerne Festival auf.

Von 1982 bis 1989 war Chailly Chefdirigent des Rundfunk-Sinfonieorchesters Berlin und von 1982 bis 1985 Erster Gastdirigent des London Philharmonic Orchestra. Von 1986 bis 1993 leitete er das Teatro Comunale in Bologna, wo er viele äußerst erfolgreiche Opernproduktionen dirigierte. 1985 gab er sein Debüt beim Concertgebouworkest in Amsterdam, 1986 wurde er dessen Chefdirigent, 2002 »Conductor Emeritus«. Er unternahm viele Konzertreisen mit dem Orchester: Zu den Auftritten bei den großen europäischen Festivals wie Wiener Festwochen oder BBC Proms kamen Tourneen in die USA, nach Kanada, Japan, Südamerika, China, Korea und Taiwan. Von 1999 bis 2005 war er Musikdirektor des Orchestra Sinfonica di Milano Giuseppe Verdi, und im September 2005 wurde er Chefdirigent des Gewandhausorchesters und zugleich Musikdirektor des Leipziger Opernhauses.

Chaillys Repertoire erstreckt sich von den großen klassischen symphonischen Werken und Opern bis zur Musik der Gegenwart. Seine Aufnahmen erhielten viele Auszeichnungen: beispielsweise den Edison und den Gramophone Award, den Echo-Preis, den Diapason d’or, den Academy Charles Cross Award, den japanischen Unga Knonotomo Award, das Toblacher Komponierhäuschen, den Preis der Deutschen Schallplattenkritik und mehrere Grammy®-Nominierungen. Die französische Zeitschrift Diapason und die britische Zeitschrift Gramo­phone wählten ihn jeweils zum »Künstler des Jahres«.

Zu seinen weiteren Auszeichnungen gehören die Ernennung zum »Grand’Ufficiale della Repubblica Italiana« und zum Ehrenmitglied der Royal Academy of Music in London 1996. 1998 ernannte Königin Beatrix der Niederlande ihn zum Ritter des Ordens vom Niederländischen Löwen, zudem wurde ihm der Titel »Cavaliere di Gran Croce della Repubblica Italiana« verliehen. 2003 erhielt er den Premio Antonio Feltrinelli von der Accedemia Nazionale dei Lincei in Rom für seine Arbeit als Dirigent in Italien.

Riccardo Chailly ist Decca-Exklusivkünstler. 2005 erschien seine erste Aufnahme als Dirigent des Gewandhausorchesters: ein Mitschnitt seines Eröffnungskonzerts mit Werken von Mendelssohn. Andere Aufnahmen mit diesem Orchester sind Brahms’ Klavierkonzerte mit Nelson Freire (2007 Classic FM Gramophone Award als »Schallplatte des Jahres« und »Erster Preisträger der Sparte Konzert«, Diapason d’or, Grand Prix de l’Académie Charles Cros und Choc du Monde de la musique sowie eine Grammy®-Nominierung), Violinkonzerte von Mendelssohn und Bruch mit Janine Jansen (Echo-Preis 2007), Schumanns Symphonien in der Bearbeitung von Mahler (die CD mit Nr. 2 & 4 erhielt einen Echo-Preis 2007) und Mendelssohn Discoveries: das Klavierkonzert Nr. 3 mit Roberto Prosseda (Welt-Ersteinspielung der Rekonstruktion von Marcello Bufalini), die Humboldt- Kantate, die Schottische Symphonie und die Hebriden-Ouvertüre. In der Reihe Decca Concerts, die nur als digitaler Download erhältlich ist, wurden 2006 Schumanns Klavierkonzert (mit Martha Argerich) und dessen Symphonie Nr. 4 veröffentlicht, 2008 folgten Mendelssohns Italienische Symphonie and Brahms’ Vierte – alle mit dem Gewandhausorchester. 2010 erscheinen drei großformatige Meisterwerke von Bach: die Brandenburgischen Konzerte, die Matthäus-Passion und das Weihnachtsoratorium.

www.deccaclassics.com/riccardochailly


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