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05.03.2008

Das Meer der Melodien

Rolando Villazón, Das Meer der Melodien

Rolando Villazón ist zurück. Eine kleine Pause hat er sich gegönnt, nur um mit noch mehr Elan sich der wunderbaren Klangwelt der Oper zuzuwenden. "Ich liebe Herausforderungen, ja, ich brauche sie geradezu", meint der mexikanische Tenor und ergänzt: "Immer kämpfe ich gegen die Grenzen des üblichen Opernrepertoires, gegen das Vertraute". Mit dem Resultat, dass sein erstes Solorecital für die Deutsche Grammophon zu einem besonderen Schmuckstück in der Schatztruhe der Hörpretiosen wurde. Es heißt "Cielo e Mar", wendet sich heute vergessenen Komponisten wie dem Brasilianer Antônio Carlos Gomes, dessen italienischen Kollegen Saverio Mercadante, Giuseppe Pietri oder auch selten gesungenen Arien wie aus Gaetano Donizettis "Poliuto" zu. Die Erwartungen sind hoch. Schließlich präsentiert hier nicht irgendein Newcomer seine Visitenkarte, sondern einer der bekanntesten Tenöre der Gegenwart. Rolando Villazón hat es mit enormer Kraft und Begeisterung geschafft, sich während des vergangenen Jahrzehnts an die Weltspitze zu singen. Geboren 1972 in Mexico City, beginnt er als elfjähriger, sich an der Espacios Akademie für darstellende Kunst, sich mit der Welt der Bühne vertraut zu machen.

Die Entscheidung zur Gesangskarriere fällt 1990, als der Bariton Arturo Nieto den Unterricht des jungen Mannes übernimmt. Ihm folgen Enrique Jaso am Nationalen Musikkonservatorium, Gabriel Mijares und erste Kontakte nach San Francisco. Joan Sutherland wird auf ihn aufmerksam, fördert ihn behutsam, Villazón indessen bewährt sich aus eigener Kraft und gewinnt 1999 gleich drei Preise beim Plácido Domingo Operalia-Wettbewerb. Er wird von Genua und Lyon eingeladen, bald darauf an die Opernhäuser in München, Berlin, Paris, Los Angeles und Montpellier. Spätestens mit seinen triumphal gefeierten Gastspielen in Glyndebourne (2003) und am Covent Garden (2004) empfiehlt er sich für die Weltspitze seiner Zunft. Als ihn Salzburg 2005 als Alfredo an die Seite von Anna Netrebko in der Neuinszenierung von "La Traviata" engagiert, kennt der Jubel kein Halten mehr. Die beiden Jungstars gelten als das Traumpaar der Oper und füllen die Stadien.


Eine Erfolgsstory also, rundum eine faszinierende Geschichte eines ungewöhnlichen Talents, das schnell und offenbar mühelos durch die musikalischen Instanzen spaziert. Und doch gibt es auch andere Momente in der so stringenten Künstlerbiographie. Denn im vergangenen Jahr zog sich Rolando Villazón für einige Wochen aus dem Konzertrummel zurück, um nach all der Beschleunigung mal wieder Zeit zum Nachdenken zu haben. Dieser Tage nun ließ er verlauten, nicht mehr ganz so viel wie zuvor machen zu wollen, dafür aber das, was ihm wirklich am Herzen liegt. Und da passt es gut, dass er sich als Solo-Künstler bei der Deutschen Grammophon mit einem Album präsentiert, das nicht den Mainstream, sondern die Nebenlinien seines Fachs in den Mittelpunkt stellt.

"Cielo e Mar" ist ein Bekenntnis zur verborgenen Schönheit vieler vergessener Melodien des Belcanto-Jahrhunderts und es stellt Rolando Villazon ein weiteres Mal als herausragenden Interpreten vor, der die Gassenhauer der Repertoires nicht braucht, um mit seiner Kunst zu brillieren. Die Arien stammen von Komponisten wie dem Brasilianer Antônio Carlos Gomes, dessen italienischen Kollegen Saverio Mercadante, Giuseppe Pietri oder auch aus selten gesungenen Werke wie Gaetano Donizettis "Poliuto" oder Arrigo Boitos "Mefistofele". Keine der Rollen hat Villazón bislang auf der Bühne gesungen und das bedeutet für ihn durchaus ein Höchstmaß an künstlerischer Freiheit: "Wenn man mit einem Dirigenten oder einem Regisseur an einer Arie gearbeitet hat, hat man vielleicht eine breitere Perspektive. Aber hier habe ich das Gefühl, mehr Spontaneität entwickeln zu können. Als ob ich das Stück neu entdecken würde, es hängt noch keine Geschichte dran". Und so gelingt Villazón ein musikalischer Streifzug durch die Gefilde von Liebe und Leidenschaft, von Verborgenem und neu zu Entdeckendem. Mit all der künstlerischen Kraft, die er als einer der größten Tenöre seiner Generation zu entfesseln vermag.


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