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08.02.2012

Rosenstolz: Album "Wir sind am Leben"

Viele haben es gar nicht mehr erwartet oder einfach nicht daran geglaubt, aber plötzlich sind sie wieder da – wie der sprichwörtliche Phönix aus der Asche – und legen ganz lässig und mit großer Selbstverständlichkeit das beste Album ihrer Karriere hin. Ein Album, das einfach nur „Ja“ sagt – „Ja“ zur Liebe, „Ja“ zur Sehnsucht, „Ja“ zum Glück. Rosenstolz sind am Leben. Und wie!
AnNa R., kraftvoll wie nie, Peter Plate, lyrisch und musikalisch auf einem absoluten Höhepunkt. Rosenstolz melden sich aber nicht nur mal so zurück - sie donnern direkt in die Ohren... und mitten ins Herz!
Zum 20jährigen Bandjubiläum läuten AnNa R. und Peter Plate nunmehr ihre dritte Dekade ein. Es geht weiter!

 

 

Bin gefallen, doch nicht gescheitert

(E.n.e.r.g.i.e.)

Das Rosenstolz-Prinzip ist eigentlich ganz einfach: Bleib wie du bist – und mach was du willst. AnNa R. und Peter Plate sind dieser Maxime immer gefolgt, haben die Musik gemacht, die sie machen wollten und sind da aufgetreten, wo sie spielen wollten. Dabei haben sie sich über Jahre hinweg in heute rar gewordene Dimensionen gespielt. Von kleinen Chansonbühnen zu vielfachen Platinauszeichnungen. Melodien für Millionen, die niemand voraus sagen oder gar planen konnte. Es ist eine Ausnahmegeschichte, die vor zwei Jahrzehnten im gerade wiedervereinigten Berlin begonnen hatte, 20 Jahre fast nonstop und energiegeladen voran getrieben, aber vor drei Jahren ungeplant gestoppt wurde. Peter Plate musste auf Seele und Körper hören. Von jetzt auf gleich. Drastische Alarmzeichen im Zenit des Erfolgs.

Eine ohnehin geplante Pause von der Öffentlichkeit wurde vorgezogen und zu einer Zeit des auf sich selbst Besinnens. Peter zog temporär nach London, tankte Energie in neuer Umgebung, ließ sich von frischen Eindrücken inspirieren und entdeckte nach und nach seine Spielfreude und die Lust an der Musik wieder – den Glauben an sein Songwriting hatte er dabei nie verloren; trotz aller Nebelbänke im Kopf.

 

Die elf Songs des neuen Albums sind Abschied und Ankunft zugleich – und lassen die dritte Rosenstolz-Phase beginnen, Rosenstolz 3.0, wenn man so will.

 

 

Hast du alles getan, wenn nicht, fang an

(Wir sind am Leben)

 

„Wir sind am Leben“. Ein Statement voller Mut und Zuversicht. Das erste Lied, das gleichzeitig Album-Titelsong und neue Single in einem ist, ist eine Hymne an die Wiederauferstehung der Band, vor allem aber an den Glauben an sich selbst und an das, was Rosenstolz seit zwei Dekaden auszeichnet. Entstanden in jener Phase, in der noch lange nicht alles wieder gut war. Ein Song von geradezu hypnotischer Qualität, der sich stetig hochschraubt zu einem befreienden Refrain. Gekontert mit einer fast schon stoischen Klavierspur, die sich wie ein roter Faden durch die Melodie zieht. Ein geradezu schwungvoller Befreiungsschlag. „Am Anfang habe ich mir vorgestellt, dass ich die Stücke nur für mich oder ein künftiges Musical schreiben würde, das ich irgendwann einmal realisieren möchte“, beschreibt Peter die Entstehungsgeschichte der Songs.

 

 

Ich brauch jetzt Liebe ohne Ende, offne Tür’n und keine Wände

(Überdosis Glück)

Das Piano swingt, die Bläser grooven sich ein. Der Rhythmus verkündet Aufbruchstimmung. Rosenstolz packen das Schicksal bei den Hörnern.

Fast ein wenig übergeschnappt wirkt die Stimmung auf „Überdosis Glück“, eines der Schlüsselstücke von „Wir sind am Leben“. Als hätten Peter und AnNa gleich tonnenweise Ballast über Bord geworfen. Phoenix aus der Asche. Jetzt erst recht.

Besonders deutlich wird diese kraftvolle „Jetzt erst recht“-Stimmung in der Abfolge beiden Songs „Wir sind am Leben“ und „Überdosis Glück“. „Ich hatte den Eindruck, dass Peter die Lieder in einem Bewusstsein geschrieben hat, noch einmal ganz von vorne anzufangen. Allen Ballast über Bord. Nach den ersten Treffen war auch ich selbst davon erfasst“, beschreibt AnNa den Neubeginn nach Peters Rückkehr aus London. „Die Aufnahmen entstanden ja Stück für Stück. Es gab keinen Stress, keine Eile.“ „Irgendwo in Berlin“ wiederum ist eine getragene Liebeserklärung an die Stadt, die Rosenstolz hervor brachte und ihnen besonders in den ersten Jahren eine Chance bot, organisch zu wachsen. („In dieser Stadt, da lernt küssen/Und ich will dich nicht vermissen“). „Marilyn“ geht weit über die tragische Ikone Hollywoods hinaus. Sie bestärkt all jene, die etwas wagen – im grauen Alltag und im grellen Rampenlicht.

 

 

Und ich baute Barrikaden, ein Soldat, der niemals fällt.

Sag, wie kamst du durch die Mauern, ungefragt in meine Welt

(Sprachlos)

 

Diese Atmosphäre der Zuversicht und des Vorausschauens wird zum bestimmenden Momentum des Albums, bei dem AnNa und Peter während der Arbeit daran ganz bewusst bei sich selbst geblieben sind. Eine enge und trotzig-vertraute Zusammenarbeit der Rosenstolz-Familie um die Songschreiber und Produzenten Ulf Leo Sommer und Daniel Faust. Selbst die Gast-Bläsersätze auf „Überdosis Glück“ beruhen auf einer Zusammenarbeit in der unmittelbaren Nachbarschaft, da die Jungs von Seeed in der Kreuzberger Fabrik-Etage neben Rosenstolz arbeiten und sie so quasi über den Flur hinweg angefragt werden konnten. Oder aber auch das Fotoshooting für das Albumcover, das einfach in privater Atmosphäre stattfand.

 

Im persönlichsten Song des Albums „Mein Leben im Aschenbecher“ singt Peter die Zeilen: „Ich war so seltsam satt, doch mit dem Glück Pech gehabt. Ich will aus der Asche raus, ich steh endlich auf“. Eine Zwischenbilanz, die gleichzeitig auch Handlungs-anweisung ist weiter zu machen. In einem neuen Modus, weniger abgehetzt und vielleicht auch ein wenig weiser. „Was genau daraus wird, weiß ich nicht. Was ich heute aber mit Bestimmtheit sagen kann: Ich bin neugierig geblieben!“

 

„In den frühen Neunzigern waren wir die klassische Off-Band, die alle kleinen Bühnen der Republik abgeklappert hat“, lässt AnNa zwanzig Jahre Rosenstolz Revue passieren. „Ab 2004 kam dann der überwältigende Erfolg, der dann 2009 sein jähes Ende gefunden hat. Nun beginnt Rosenstolz 3.0. Eine Phase, die wir langsam angehen wollen. Schließlich kann es nicht darum gehen, so weiter zu machen. Wir fangen einfach noch mal von vorne an!“


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