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Aktuelles Album

Produktdetail
Rufus Wainwright, Release The Stars, 0602517301610

Release The Stars

Format:
CD
Label:
Geffen
VÖ:
25.05.2007
Bestellnr.:
0602517301610
Produktinformation:

Die große Geste bestimmt "Release The Stars" von Rufus Wainwright - obwohl er ursprünglich auf diesem Album darauf verzichten wollte. Nach seinen letzten beiden "Want"-Werken hatte der unkonventionelle Popsänger mehrmals in Interviews erklärt, dass sein fünftes Opus simpler ausfallen würde, sparsamer, minimalistischer. Dann kommissionierte der Direktor der New Yorker Metropolitan Oper ein abendfüllendes Werk von ihm. Das werde noch Jahre dauern, meint Wainwright, er sei immer noch ein Popstar. Aber die grandiose Sentimentalität, der coole Cabaret-Kitsch von "Release The Stars" nimmt den Tonfall einer Rufus-Oper vorweg; er verneigt sich dort vor seinen Helden Verdi, Strauss und Wagner. In diesem Sinne ist es also doch ein "typisches" Wainwright-Album geworden - aber besser, mitreißender als "Want 1+2", auf denen Wainwright noch spürbar mit seinen inneren Dämonen kämpfte.

Der Sänger und Pianist nahm "Release The Stars" in Berlin, im ehemaligen Rundfunkhaus der DDR auf. "Als ich nach Berlin kam, dachte ich daran, dort so ein Lou Reed-David Bowie-Charakter zu werden, der Kajalstift aufträgt, in dunklen Hauseingängen herumlungert und dann so ein Weill´sches "Mackie Messer"-Album abliefert", erzählte der moderne Dandy dem Sydney Morning Herald.
"Am Ende trug ich {bayerische} Lederhosen, besuchte Schloss Sanssouci, aß Bratwurst und verwandelte mich in einen wahnsinns-deutschen Romantiker." | Wainwrights Liebe zur Klassik ("viel an Popmusik lässt mich einfach kalt") brachte ihn vor kurzem dazu, einen Sampler für die Yellow-Lounge-Reihe der Deutschen Grammofon zusammenzustellen. Die stilistischen Einflüsse seines eigenen Albums gehen am Ende aber über die europäische Klassik hinaus. Das US-kritische "Going To A Town" wäre der beste Elton John-Song; "Between My Legs" könnte tatsächlich von Bowie sein; auf "Rules And Regulations" erklingen Mariachi-Trompeten.

"Release The Stars" hat in allem diese Wainwright´sche Spannung, bei der man sich fragt: Wann knallt´s? Wann bricht er aus - oder zusammen? Eines kann das Album dabei nicht sein: langweilig. Der kompositorische Funke des 33jährigen Folk-Pop-Aristokraten lässt seine emotionale Hemmungslosigkeit nie ins Banale abgleiten. Er ist die Inkarnation der großen Diven der 30er: Marlene oder Greta. Er treibt selbst dem rationalsten Hörer die Röte in die Wangen. In englischsprachigen Ländern sollte man seine Songtexte besser nicht laut in öffentlichen Verkehrsmitteln vor sich hin singen.

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