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27.02.2017

Ryan Adams "Prisoner" 2017

„Mehr als jedes andere Ereignis im Leben zerbricht es einem doch das Herz, wenn man erkennt, dass letztlich jeder Mensch gefangen ist in seiner Suche nach Liebe – in seinem Versuch, durch diesen Irrgarten der Sehnsüchte zu navigieren. Genau davon handelt dieses Album. Keiner verliebt sich und denkt schon in dem Moment ans Scheitern dieser Liebe.“ – Ryan Adams

 

Seit zwei Jahrzehnten schon wird er für seine Veröffentlichungen gefeiert und gilt längst als „einer der elegantesten Singer-Songwriter seiner Generation“ (The New York Times) und „einer der wenigen wirklich großartigen Roots-Rocker, die es noch gibt“, wie die Redakteure von Entertainment Weekly es formulierten: 2017 meldet sich Ryan Adams mit neuem Material zurück, wenn der mehrfach Grammy-Nominierte aus Jacksonville, North Carolina mit Prisoner den Nachfolger zu seinem gleichnamigen Ryan Adams-Album aus dem Jahr 2014 vorlegt. Prisoner, das als eines der persönlichsten und zugleich universellsten Werke seiner Karriere gelten darf, erscheint am 17. Februar 2017 bei PAX-AM/Blue Note Records.

Ganz egal, wie die zukünftige Musikgeschichtsschreibung dieses Werk schließlich einordnen wird, gibt es eine Sache, die man jetzt schon mit Gewissheit über Prisoner sagen kann: Es war das einzig mögliche Album, das Ryan Adams an diesem Punkt in seinem Leben überhaupt aufnehmen konnte. Laut Ryan war der Titelsong die dritte Song-Idee, die ihm während der Entstehungsphase kam, und die fast schon unnatürliche Leichtigkeit, mit der sich Text und Arrangement zusammenfügten, markierte denn auch den Punkt, in dem ihn die Muse endgültig geküsst hatte: Spätestens jetzt war er diesem neuen Album regelrecht ausgeliefert. Laut eigener Aussage fühlte er sich selbst dabei bloß wie eine Art Gefäß, das diesem Album eine konkrete Form geben sollte. „Ich hab schon Alben gemacht, die ganz klar auf einer Planung basieren“, holt er aus. „Man fühlt sich dann wie ein Tischler, der ein neues Regal baut: Man erschafft etwas, weil das nun mal der Job ist. Aber dann gibt es auch Alben, die einem regelrecht in den Schoß fallen. Die wie ein Wachtraum zu einem kommen. Prisoner ist so ein Album. Ich weiß wirklich, dass da etwas Größeres zu mir gesprochen hat und ich einfach nur da war, um alles aufzuschreiben. Ich war dermaßen versunken in meine Erfahrungen als Mensch, dass das hier wirklich die einzige Platte ist, die an diesem Punkt aus dieser Situation entstehen konnte.“

 Der erste Singlevorbote „Do You Still Love Me?“, in dem die Frage nach der Liebe ganz wörtlich gestellt wird, kommt mit einer Eröffnungssalve, die „zerschrammt, nachdenklich und überhaupt so klingt, als stünde sein Herz in Flammen“ (laut Vulture, wo der Song einer der „5 Best New Songs of the Week“ war). Auch während seiner Konzerte im letzten Jahr kam die erste Single bereits extrem gut an, denn Ryan streute den Song immer wieder ein in seine Shows, die zu den größten seiner bisherigen Karriere gehörten (er trat u.a. erstmals an den Red Rocks auf sowie im Greek Theatre in Los Angeles). Danach jedoch nimmt Prisoner eine ganz andere Richtung, wenn der Sänger und Songwriter eine Serie von emotionalen Tracks präsentiert, die gespeist sind aus persönlichem Schmerz und Phasen intensiver Introspektion. Angefangen beim Titelstück, das Ryan zugleich den roten Faden für die LP an die Hand gab, über das bittersüße „To Be Without You“ (die zweite Single, die von USA Today schon zum „Song der Woche“ erkoren wurde) bis hin zum klassischen Adams-Mix aus optimistischen Arrangements und spirituellem Tiefgang, das den Song „Doomsday“ auszeichnet, ist Prisoner ein absolut eindringliches, ja fast schon reinigendes Hörerlebnis, an dem man allenfalls eine Sache bemängeln kann: Dass es zu schnell vorbei ist. Vor den Zuhörern entfalten sich nach und nach bewegende Skizzen, die im Tourbus oder im Electric Lady oder in Ryans eigenen PAX-AM Studios entstanden sind, und wenn sich die vereinzelten Lichtstrahlen gegen Ende auf „We Disappear“ dann zu einem hellen, satten Schein vereinen, ist der reinigende Zauber auch schon wieder vorbei...

 Dass Prisoner so persönlich und eindringlich klingt, liegt auch daran, dass Ryan die Ideen so festgehalten hat, wie sie ihm in den Sinn gekommen sind: Jede freie Minute nach der Veröffentlichung des Vorgängeralbums – die LP Ryan Adams hatte die US-Albumcharts 2014 auf Platz 4 erstürmt, woraufhin er nicht nur abermals um die ganze Welt tourte, sondern auch zwei weitere Grammy-Nominierungen kassierte („Best Rock Song“ für „Gimme Something Good“ sowie „Best Rock Album“), um danach mit Live at Carnegie Hall noch den Live-Mitschnitt von zwei ausverkauften Abenden vorzulegen sowie ein Coveralbum zu Taylor Swifts 1989, das sich als sein viertes Top-10-Album in den Staaten erweisen sollte – investierte er in die Arbeit an diesen Songs: Alles an ihnen sollte zu 100% stimmen, nichts sollte überstürzt werden. „Für jede einzelne Note schwebte mir ein ganz spezifischer Sound vor, und ich bin sehr stolz auf die Ergebnisse“, so der Sänger. „Wir haben da wirklich wochenlang dran gearbeitet, für alles den richtigen Sound zu finden. Das ging soweit, dass wir sogar das richtige Metallstück oder das perfekte Rohr gesucht haben, um darauf zu hämmern.“

 Und dann wäre da natürlich noch die offensichtlichste Frage, die Prisoner mit sich bringt; eine Frage, die so offensichtlich ist, dass man Ryan besser gleich zu Wort kommen lässt: „Natürlich werden die Leute fragen, ob dieses Album nun von meinem eigenen Leben handelt. Die Antwort darauf lautet: Ja. Allerdings sollte man wissen, dass die Antwort auf diese Frage schon immer ja gelautet hat. Ich habe schon immer basierend auf eigenen Erfahrungen geschrieben – wobei ich mir da durchaus künstlerische, dichterische Freiheiten eingeräumt habe. Wann bitteschön habe ich das nicht getan? Und klar handelt dieses neue Album von Liebeskummer, aber es geht um weitaus mehr als das. Diese Songs handeln davon, das wahre Wesen des Verlangens zu verstehen – und zu verstehen, wie einem das mehr noch als jedes andere Erlebnis im Leben das Herz brechen kann.“

Prisoner wurde von Ryan Adams zwischen 2014 und 2016 geschrieben, aufgenommen und produziert. Obwohl der eine oder andere Gastmusiker an den Arbeiten beteiligt war – unter anderem „der Geiselnahmenverhandler und rechtschaffene Kumpel“ Don Was, der Schlagzeuger (und beste Freund) Johnny T. Yerington sowie der Bass- und Toningenieur-Wizard Charlie Stavish –, basiert Prisoner zu 100% auf Ryan Adams’ Gefühlen und Gedanken aus dieser Zeit. Selbst das Cover stammt von ihm, und es wirkt wie ein Schlusssatz, der die Narration des Albums erst komplettiert: „Eigentlich sollte das Cover ein Gemälde sein, auf dem das Gesicht einer Frau zu sehen ist. Doch als ich es suchte, war es nirgends aufzufinden – und so akzeptierte ich schließlich, dass es nicht mehr da war. Stattdessen nahm ich schließlich ein anderes Bild aus demselben Zyklus, das schon fünf Jahre lang in meinem Wohnzimmer hing, so dass ich es schließlich kaum noch wahrgenommen hatte. Die Ironie wollte es so, dass es zu den letzten Gegenständen gehörte, die ich beim Verlassen meines alten Hauses ausgeräumt habe – und dass es dabei beinahe weggeschmissen worden wäre. Inzwischen hat ein Privatsammler es erworben; es hat also ein sicheres, permanentes Zuhause gefunden. Es gibt da also schon Parallelen zwischen Leben und Werk, obwohl ich nicht mal so genau sagen kann, wie die verlaufen...“

 

Prisoner erscheint am 17. Februar 2017 bei PAX-AM/Blue Note. Das neue Album ist bereits die 15. Soloveröffentlichung seit dem Solo-Debüt Heartbreaker aus dem Jahr 2000, das letztes Jahr als Deluxe-Version neu aufgelegt und vom US-Rolling Stone zu den „50 besten Alben des Jahrzehnts“ erklärt wurde. Neben dem zuletzt erschienen, für zwei Grammys nominierten gleichnamigen Vorgängeralbum, zählen auch Ashes & Fire, Easy Tiger, Cold Roses, Jacksonville City Nights, Love Is Hell und sein Major-Debüt Gold zu den Highlights von Ryan Adams’ Karriere; letzteres Album aus dem Jahr 2001 verkaufte sich weltweit knapp eine Million Mal und beinhaltet auch den Song „When Stars Go Blue“, der in Lisey’s Story von Stephen King auftaucht und in den Staaten häufig als „der Tim McGraw-Song, den der Junge bei American Idol gespielt hat“ bezeichnet wird. Ryan Adams ist außerdem CEO seines eigenen PAX-AM Labels. Als Produzent hat er bereits Alben für Jenny Lewis, La Sera, Fall Out Boy, Willie Nelson und Jesse Malin aufgenommen sowie obendrein mit Künstlern wie Norah Jones, America, Cowboy Junkies und Beth Orton gearbeitet.

 


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